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Lokales Sommer-Kleinmesse mit Gaudi-Alm in Leipzig
Leipzig Lokales Sommer-Kleinmesse mit Gaudi-Alm in Leipzig
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17:24 29.07.2018
Hier geht’s rund: Freitagabend startete die diesjährige Sommer-Kleinmesse am Cottaweg. Bis zum 12. August laden die Schausteller in ihre Karussells und Buden. Quelle: Fotos: Andre Kempner
Leipzig.

Die Kleinmesse sei sein Leben, plauderte Chef Jürgen Seiferth am Samstagabend in seinem Refugium. Er möchte 100 Jahre alt werden und so lange wie möglich auf Reisen sein. Der 62-Jährige, seit achter Generation Schausteller, strotzte vor guter Laune, wie Jörg Rüder auch, der mit seiner Familie das Volksfest am Cottaweg besuchte.

Fotos vom Volksfest am Samstagabend

Die Sommer-Kleinmesse Leipzig lädt bis zum 12. August 2018 am Cottaweg ein.

Seit Kindertagen immer dabei

Der gebürtige Leipziger ist regelmäßig mit seiner Frau und den drei Kindern am Start. Sobald der Gastronom der „Alten Salzstraße“ in Grünau die Ankündigungsplakate sieht, weiß er, es geht wieder los! „Ich bin da hineingewachsen. Es gibt kein Alter, wo ich nicht hier war. Früher mit den Eltern und mit acht Jahren bin ich das erste mal alleine mit dem Fahrrad von Eutritzsch aus geradelt. Mit fünf Mark in der Tasche war ich damals sechs Stunden vor Ort“, erzählte der 49-Jährige. Heute gehen locker 200 Euro an einem Abend drauf – die Söhne Michl (4) und Josef (9) kauften Dutzende Lose und probierten jedes Fahrgeschäft. Nur Klein-Nelly (1) war noch bescheiden – sie schaute neugierig auf die blinkenden Lichter und schmiegte sich eng ihre Mama. Nadine (38), die als Krankenschwester arbeitet, genießt die gemeinsame Zeit mit der Familie. „Der Ausflug im Herbst und Frühjahr ist bei uns Programm. Auch die kleinere Messe im Sommer nehmen wir mit. Obwohl ich meist nur Taschenhalterin bin, finde ich es schön, mit meinen Lieben hier zu sein“, sagte sie. Obwohl es angefangen hatte zu regnen, wuselten die fünf Markranstädter von Bude zu Bude. Auch die Gaudi-Alm lassen sie sich nicht entgehen. Das zweigeschossige Spaßmobil auf der Messe gehört Jens Melcher aus Schönebeck, der das Geschäft erst im Mai in Österreich erworben hat. „Das ist mal was anderes und bringt zur Herbst-Kleinmesse alpines Oktoberfest-Feeling rein“, so hofft der 48-Jährige, der schon in fünfter Generation als Schausteller unterwegs ist. Die lebensgroßen Melk-Kühe begeisterten nicht nur Jörg Rüder, sondern auch seine Kinder. Am Ende des Ausflugs gab es für die ganze Familie noch was zu futtern, auch das ist Tradition. Für den Papa eine Bratwurst, die Kids lieben die Spirellis mit Tomatensoße.

Gastronom Jörg Rüder mit Ehefrau Nadine und den Kindern Nelly, Michl (4) und Josef (9) im lustigen Almhof von Schausteller Jens Melcher. Quelle: André Kempner

Teenager-Treff am Breakdancer

Auch Lisa Hoppe war schon als kleines Kind auf der Kleinmesse. Damals sei sie gerne Kettenkarussell gefahren, erzählte die Leipzigerin. Jetzt trifft sich die 18-Jährige, die sich zur Altenpflegerin ausbilden lässt, mit Freunden meist am Breakdancer. Für den Abend hatte sie sich mit Kumpel Dominik Mittenzwei verabredet, dessen Verlobte nicht so gerne auf Volksfeste geht. Der 20-jährige Azubi hat sieben Geschwister im Alter von sieben bis 15 Jahre – als Ältester genießt er es heute, mit Freunden unterwegs zu sein, zu chillen oder ins Kino zu gehen.

Haben Spaß: Lisa Hoppe und Dominik Mittenzwei auf dem Autoscooter in Aktion. Quelle: André Kempner

Feuer und Flamme fürs Volksfest

Stammgäste sind auch Familie Ackermann und Bluhm aus Bennewitz. Schon zum Auftakt der Sommer-Kleinmesse am Freitagabend war die Familie vor Ort, um Papa Dirks 47. Geburtstag zu feiern. „Wir losen sehr viel und freuen uns mit den Kindern über gewonnene Trucks und Motorräder, die wir mit nach Hause nehmen können“, so Mutter Annett. Für die Gebäudereinigerin und ihre Söhne Nino (5), Ronny (12) und Tim (14) sei es Pflicht, drei Mal im Jahr auf das Volksfest zu gehen. „Die Kinder sind Feuer und Flamme von den all dem Rummel“, erzählte die 38-Jährige mit strahlendem Blick auf ihre Jungs. Der Große schaute währenddessen die ganze Zeit sehnsüchtig auf ein Karussell mit Flugzeugen. Nichts ist unmöglich auf der Kleinmesse... nur fliegen ist schöner. Zum Abschluss der Messe am 12. August gibt’s auch ein Höhenfeuerwerk, verspricht der Chef. Am Sonnabend musste es wegen der anhaltenden Hitze ausfallen. Brandschutz geht eben vor.

Fröhliche Familie aus Bennewitz: Mutter Annett Ackermann, Sohn Tim, Vater Dirk Bluhm und Klein-Nino (v.r.) beim Büchsenwerfen. Quelle: André Kempner

Von Regina Katzer

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