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Sommerliche Partys in Leipzig: Linke drängt auf Freiflächen – Polizei will Kosten umlegen

Sommerliche Partys in Leipzig: Linke drängt auf Freiflächen – Polizei will Kosten umlegen

Im Streit um die illegalen sommerlichen Open-Air-Partys in Leipzig fordern Linkspartei und Kulturnetzwerk Global Space Odyssey (GSO) eine vereinfachte Genehmigungspraxis.

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Im Sommer ein beliebter Ort für nicht-kommerzielle Tanzveranstaltungen: der Palmengarten am Leipziger Elsterbecken. (Archivfoto)

Quelle: Uwe Pullwitt

Leipzig. „Bereits seit Jahren gehören diese selbst organisierten und nicht-kommerziellen Veranstaltungen zur kulturellen Praxis dieser Stadt“, erklärte die GSO am Freitag. Laut einer Stellungnahme der Linken sei es „fahrlässig, diese Veranstaltungen systematisch in die Illegalität zu treiben.“ Grund für das Handeln am Rande des Erlaubten sei eine zu komplizierte Genehmigungspraxis. Derweil macht sich die Leipziger Polizei dafür stark, dass die Verantwortlichen auch für die Kosten der Polizeieinsätze aufkommen sollen.

Um die Veranstaltungen zu legalisieren, will die Linkspartei die Stadtverwaltung in der Ratsversammlung am 20. September auffordern, ein bereits vor zwei Jahren vom Kulturnetzwerk ausgearbeitetes Konzept zur Einrichtung von Freiflächen zu prüfen. Zum anderen will sich die Fraktion für eine vereinfachte Genehmigungspraxis für solche Veranstaltungen in Leipzig nach dem Vorbild der Stadt Zürich stark machen. In der Schweizer Metropole können seit April dieses Jahres Jugendliche kostenlos und kurzfristig Tanzabende unter freiem Himmel anmelden und sie somit legalisieren – sofern sie der Kommune eine verantwortliche Person benennen und den Ort danach wieder so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben.

Das von den Linken unterstützte Freiflächen-Konzept der GSO schlägt vor, drei öffentliche Areale in der Messestadt zu finden, die naturschutzrechtlich unbedenklich gelegen sind und auf denen Tanzveranstaltungen keine Lärmbelastung für Anwohner bedeuten. Diese sollen nach dem Vorschlag des Kulturnetzwerkes einem Verein zur Nutzung überlassen werden, der sich aus Akteuren der freien Kulturszene in Leipzig zusammensetzt.

Grund für den erneuten Vorstoß für eine Legalisierung der sommerlichen Partykultur unter freiem Himmel ist ein verstärktes Engagement der Leipziger Polizei in den vergangenen Wochen und Monaten. „Technopartys oder andere illegale Musikveranstaltungen an Orten wo dies nicht zulässig ist, beispielsweise in Naturschutzgebieten, gibt es in der warmen Jahreszeit sehr häufig“, hatte Polizeisprecher Uwe Voigt am Mittwoch gegenüber der Leipziger Volkszeitung erklärt. Im August sei beispielsweise eine Party an der Koburger Straße mit 500 Teilnehmern aufgelöst worden. Weil einiger Gäste auch auf die Bahngleise flüchteten musste der Zugverkehr unterbrochen werden und ein Hubschrauber kam zum Einsatz.

Darüber hinaus seien bei Partymachern auch Areale am Cospudener See, an der Brückenstraße oder bei Knauthain sowie am Schleußiger Weg gefragt, sagte der Polizeisprecher. Nach Erkenntnissen der Ermittler werde dazu immer über das soziale Netzwerk Facebook eingeladen. „Im Vorfeld werden derartige Veranstaltungen bemerkt, wenn Bürger in Facebook Aufrufe zur Kenntnis nehmen und die Polizei informieren“, so Voigt, „sonst kriegen wir das vor allem wegen der Lärmbeschwerden von Anwohnern mit.“

Mitunter gebe es sogar vierstellige Teilnehmerzahlen bei den illegalen Open Airs und die durchgeführten Polizeieinsätze seien kostenintensiv. Nach dem Vorschlag des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Nachwuchsorganisation der Deutschen Polizeigewerkschaft, Michael Haug, sollen die Kosten der Einsätze deshalb künftig von den Verantwortlichen selbst getragen werden. Dieser Forderung schließt sich auch die Leipziger Polizei an, erklärte Voigt.

Nach Ansicht der GSO lassen sich Leipziger Freiflächen-Veranstaltungen nicht mit so genannten "Facebook-Partys" gleichzusetzen. "Denn es steht ganz klar ein Mehrwert für die kulturelle Vielfalt im Vordergrund“, hieß es am Freitag. Nach Ansicht der Linken solle die Stadt Leipzig die verantwortliche Kulturszene auch als Beitrag zur kulturellen Vielfalt der Stadt anerkennen. „Schließlich ist diese Szene Betätigungsfeld für einen beträchtlichen Anteil von Leipzigern und Magnet für Gäste der Stadt."

Matthias Puppe / Frank Döring

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