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Lokales Sophie, Kim, Laura und Jasmin warten auf den Weihnachtsmann
Leipzig Lokales Sophie, Kim, Laura und Jasmin warten auf den Weihnachtsmann
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19:41 30.03.2018
Warten mit dem Weihnachtsmann ... Weihnachten bei den Leipziger Vierlingen in Beucha ... Sophie, Kim, Laura und Jasmin (v. l., 5) erleben kurz vor ihrem sechsten Geburtstag ihr sechstes Weihnachtsfest - die LVZ war dabei. Die eineiigen Vierlinge von Mama Janett und Papa Marcus Mehnert - zur siebenköpfigen Familie gehört noch der große Bruder Lucas - wurden am 6. Januar 2012 geboren und gelten als Sensation in der Medizin. Leipzig report
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 Na, wann kommt er denn, der Weihnachtsmann? Erwartungsfroh schauen Jasmin, Laura, Kim und Sophie aus den weihnachtlich geschmückten Fenstern ihres Elternhauses in Beucha bei Leipzig. Drücken sich die kleinen Nasen platt. Halten Ausschau, ob der bärtige Alte am Tor klopft oder schon auf der Terrasse steht. Auf der Gartenbank hält seit Tagen ein leuchtender Weihnachtsmann die Stellung. Aber er ist eben nur die aufgeblasene Variante des echten Geschenkebringers. Der lässt noch auf sich warten, jetzt kommen erst einmal Reporterin und Fotograf der LVZ mit leichten, aber eindrucksvoll großen Paketen für die Patenkinder. Vor fünf Jahren hat die Leipziger Volkszeitung die Patenschaft übernommen über die eineiigen Vierlinge, die am 6. Januar 2012 in der Leipziger Uniklinik als medizinische Sensation zur Welt kamen.

Die einstigen Frühchen haben sich prächtig entwickelt und verfügen als nun fast sechsjährige Mädchen über ein beachtliches Weihnachtsrepertoire. Von „Oh Tannenbaum“ bis zu „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ lassen sie sich nicht lange bitten, umarmen sich alle vier und trällern muntern los. „Dürfen wir nun auspacken?“, fragt Jasmin für alle, und schon gibt es kein Halten mehr. Die Papierfetzen fliegen. Mit unbändiger Freude gehen die vier Schwestern ans Werk. Heraus kommen vier Puppenwagen, alle schön in Einzelteilen. Jetzt ist vor allem Vater Marcus Mehnert (35) gefragt, der sich als Arbeiter im Leipziger BMW-Werk mit allem auskennt, was vier Räder hat und rollt. „Gleich, mein Spatz“, sagt der geduldige Papa zu Laura, die es kaum erwarten kann, ihre Puppe in den Wagen zu setzen. Auch Mama Janett (37), die eine Engelsgeduld hat, und die LVZ-Reporterin helfen mit beim Auspacken und Zusammenbauen. Endlich können die Puppenmuttis aktiv werden. Kim holt ihre Puppe Lisa und legt der auch noch ein Kuscheltier dazu. Laura holt ihr Püppchen Lotte, Jasmin die Marta, und Sophie setzt kurzerhand Hund Schnuffel in den Puppenwagen.

Eifrig beim Geschenkeauspacken: die Leipziger Vierlinge Kim, Jasmin, Sophie und Laura. Foto: Leipzig report

Die Reporterin bekommt auch ein Geschenk von Jasmin, die für sie einen wunderschönen grünen Tannenbaum mit vielen bunten Kerzen gemalt hat. Super! Jetzt greifen auch die anderen Mädels zu den Buntstiften. Kim malt eine Wunschrakete, die sie zum Weihnachtsmann schicken will, und Sophie zaubert ein schöne Blume aufs Papier. Alle vier kommen nächstes Jahr in die Beuchaer Grundschule, in dieselbe Klasse. Die Einschulungsuntersuchung haben alle hinter sich. Sie freuen sich, dass sie als die Großen, als künftige Schulkinder auch im Kindergarten „Tausendfüßler“ in Leipzig viel Neues lernen. Jasmin erzählt, dass sie neulich bei geöffnetem Fenster lauschen mussten und dann der Gruppe berichten sollten, welche Geräusche sie wahrgenommen haben. „Ich habe einen Vogel gehört, einen Raben, und ein Auto und eine Straßenbahn“, erzählt sie eifrig. Kim berichtet von einem Kartenspiel mit Gegenständen, die sich reimen, nennt „Haus“ und „Maus“, „Hand“ und „Sand“. Alle vier Mädchen reden wie kleine Wasserfälle, fließend, mit reichem Wortschatz und – obwohl sie mitten in Sachsen aufwachsen – im schönsten Hochdeutsch. Angesprochen auf die Unterschiede zwischen ihren vier Töchtern, die sich ähneln wie ein Ei dem anderen, überlegt Mutter Janett nicht lange: „Kim ist die Wissbegierigste von allen, Sophie ist sehr feinsinnig, liebt filigranes Malen und ist ein Bücherwurm. Jasmin singt und tanzt besonders gern. Laura ist wie ein Junge, sie wünscht sich eine Autobahn und eine Handwerkerbank, sie erinnert mich an Lucas, als er klein war. Irgendwie geht sie nach ihrem Papa.“ Lucas, der elfjährige Bruder, breitet die Arme aus, um alle vier Schwestern zu umarmen. „Ja, manchmal sind sie schon ganz schön zickig“, meint der Fünftklässler, und Papa Marcus nickt: „Ja, da ist gleich viermal Zickenalarm.“ Lucas freut sich, dass er in der Oberschule in Brandis, in die er täglich von Beucha aus mit dem Schulbus fährt, bisher nur gute Zensuren bekommen hat. Stolz erzählt er, dass er jetzt mehr Sport macht, „bis ich ins Schwitzen komme“. Seine Leidenschaft sind Dampfloks, dank Opa Heinz Richter ist er jetzt auch bei den Tauchaer Modellbahnfreunden, und am Computer ist er auch ein kleiner Experte. Wenn die Mädchen ihm zu laut werden, verschwindet er in sein Zimmer.

Großer, gemeinsamer Puppenwagenzusammenbau .... alle helfen mit: Mama Janett Mehnert (l.), Reporterin Anita Kecke (M.) und Papa Marcus Mehnert (r.) Quelle: Leipzig report

Sophie, die bei der Geburt die Kleinste war, ist es geblieben. Mit 1,10 Meter ist sie einige Zentimeter kleiner als ihre Schwestern. Und mit 16 Kilogramm wiegt sie auch deutlich weniger als Jasmin, Kim und Laura, die 18 bis 19 Kilogramm auf die Waage bringen. „Sophie ist ein richtiges Mama-Kind, sie hängt am meisten an mir“, berichtet die fürsorgliche Mutter. Mit Papa toben eher Laura und Kim.

Das Alltagsleben der Mehnerts hat sich insofern etwas entspannt, als dass die Mädchen nun vieles selbstständig machen. „Sie helfen auch mit beim Backen und Kochen, rühren um, schneiden Äpfel, das klappt alles gut“, sagt Janett. Die Friseurmeisterin arbeitet stundenweise in einem Leipziger Salon, schneidet Haare, tönt, wäscht und fönt. Jeder Zuverdienst ist willkommen bei der siebenköpfigen Familie, die von Marcus’ Verdienst im Schichtdienst bei BMW und vom Kindergeld lebt. Und die sich über Vorurteile ärgert, sie würden alle mögliche Unterstützung bekommen, was mitnichten der Fall ist.

Hurra, die neuen Puppenwagen sind klasse: Laura, Kim, Jasmin und Sophie Mehnert (v. l. n. r.) freuen sich. Leipzig report

Das Weihnachtsfest wird in diesem Jahr bei Mehnerts ruhiger als alle zuvor. Die Familie sorgt sich um Opa Steffen, der gerade 59 geworden ist und gegen eine schwere Krankheit ankämpft. Deshalb gibt es am Heiligabend kein volles Haus in Beucha. Die Vierlingsfamilie fährt stattdessen zu den Großeltern Mehnert, die sich auf die fünf Enkel freuen. Am ersten Feiertag geht es dann zu den anderen Großeltern. Und der Weihnachtsmann, nach dem Jasmin, Laura, Kim und Sophie so sehnsüchtig Ausschau halten, der wird sie da und auch dort ganz bestimmt finden.

Von Anita Kecke

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