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Lokales Soziokultur, Kneipen und Galerien: Leipzigs Tourismus GmbH will Verborgenes vermarkten
Leipzig Lokales Soziokultur, Kneipen und Galerien: Leipzigs Tourismus GmbH will Verborgenes vermarkten
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23:59 03.01.2014

Ziel ist es, noch mehr Touristen nach Leipzig zu holen. Spätestens 2015 soll die Zahl von drei Millionen Übernachtungen geknackt werden.

"Wir wollen das sogenannte verborgene Leipzig stärker bewerben und Tipps für die etwas exotischeren Plätze geben", kündigt LTM-Geschäftsführer Volker Bremer an. Da ist längst nicht mehr das Kunstzentrum Spinnerei gemeint - dessen Angebote haben sich international beim interessierten Publikum herumgesprochen. "Plätze wie den Clara-Zetkin-Park, die Nato in der Karli oder das Werk 2, worüber Touristen nicht unbedingt stolpern, wollen wir bekannter machen", sagt Bremer.

Details der neuen Kampagne, an der noch gearbeitet wird, will der LTM im Februar vorstellen. "Unser Ziel ist es, sich jung fühlende Gäste anzusprechen, die draußen in den Parks sitzen wollen und ein quirliges Stadtleben bevorzugen." Jene "Szene"-Zielgruppe, die nicht unbedingt zur klassischen Wagner-Oper kommen will, sei in den Vorjahren vernachlässigt worden. Für den LTM wird das "verborgene Leipzig" daher eines der Hauptthemen, die es 2014 zu vermarkten gilt. Im Fokus steht natürlich auch der 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution, der mit einem Lichtfest und Illuminationen auf dem gesamten Ring begangen wird.

Geplant ist, zum Jubiläum die Demonstrationsroute von 1989 nachzuvollziehen - begleitet von künstlerischen Angeboten. "Da werden Medien aus vielen Ländern kommen und über den Tag, der die Welt veränderte, berichten." Das verschaffe Leipzig viel Aufmerksamkeit und zusätzliche Gäste.

Für Leipzig geworben wird auch auf dem internationalen Markt - darunter in den USA. So wird das Gewandhaus am 9. November in New York spielen - der LTM ist dabei, um amerikanische Kongressveranstalter für Leipzig zu interessieren. "Aber auch der osteuropäische Markt, darunter Tschechien, Polen und Russland, entwickelt sich prima für uns. So profitiert Leipzig von der Flugverbindung nach Moskau." 80 Prozent aller Gäste kommen jedoch nach wie vor aus dem deutschsprachigen Raum.

Das Vorjahr ist für Leipzig aus touristischer Sicht gut gelaufen. Leipzig konnte mit rund 2,7 Millionen Übernachtungen - etwa 250 000 mehr als 2012 - erneut eins draufsetzen. Die genauen Zahlen des Statistischen Landesamtes für 2013 liegen aber noch nicht vor. "Wir stehen knapp hinter Hamburg auf Platz zwei der Wachstumsliste deutscher Großstädte", betont Bremer. Ihn freut es besonders, dass nicht ein herausragendes Großereignis für die Zuwachsraten gesorgt hat. Wagner-Geburtstag, Berufsmesse World Skills, Völkerschlacht-Gedenken haben zwar für Zuwächse gesorgt - ein Plus gab es aber auch in anderen Monaten. "Es spricht sich herum, dass Leipzig im Kongress- und Tagungsbereich eines der Top-Ziele in Deutschland ist. Das liegt an der Qualität in Hotels, aber auch am guten Preis-Leistungs-Verhältnis." Ziel sei es, 2015 die Drei-Millionen-Grenze an Übernachtungen zu knacken. Im nächsten Jahr wird die Kongreßhalle eröffnet, die Veranstaltern zusätzliche Möglichkeiten bietet.

Derzeit braucht Leipzig sich um bestimmte Kongresse gar nicht zu bewerben - weil für sie weder Tagungsräume noch Hotelbetten reichen oder die bestehenden aufgrund paralleler Events ausgebucht sind. "Was uns fehlt, ist außerdem eine weitere Jugendherberge, um Nachfragen von Jugendgruppen oder jungen Familien, die diese Art des Reisens bevorzugen, abzudecken." Schwierig sei es auch, etliche Wünsche von Busreiseveranstaltern zu bedienen, die mittlerweile sehr häufig ins Umland ausweichen müssen. LTM und der Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland kooperieren aber, um die Region gemeinsam zu vermarkten. So öffnet am 4. Juni ein Abschnitt des Lutherwegs Sachsen zwischen Zwickau und Torgau. Selbst davon kann Leipzig profitieren - da Gäste mit der S-Bahn schnell hier sind. Die Reformation wird eines der Themen, die künftig Gäste anziehen, glaubt Bremer - nicht erst 2017.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Mathias Orbeck

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