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Lokales Spanisch statt Russisch - Eltern fordern Alternative
Leipzig Lokales Spanisch statt Russisch - Eltern fordern Alternative
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16:46 19.05.2015
Streit Spanisch statt Russisch. Quelle: Volkmar Heinz

Eltern des Immanuel-Kant-Gymnasiums in der Scharnhorststraße fordern nun die Einstellung eines Spanischlehrers. Denn viele lehnen es ab, dass ihre Kinder Russisch lernen sollen.

Ende Mai konnten Eltern von Fünftklässlern angeben, welche zweite Fremdsprache ihr Sprössling ab der 6. Klassen wünscht. Im "Kant" bleibt da nur die Wahl zwischen Französisch und Russisch. Doch viele Eltern sehen Russisch in der globalen Arbeitswelt als nicht "mehr zwingend erforderlich" an. Die Schulkonferenz hat daher beschlossen, Spanisch als Wahlfach anzubieten. "Zumindest in diesem Jahr haben wir eine stabile Russisch-Gruppe", sagt Schulleiterin Heike Palluch auf Nachfrage. Laut Elternrat wollen ab neuem Schuljahr nur 10 Kinder Russisch, 25 Französisch sowie 56 Spanisch lernen. Das kam bei einer ersten Abstimmung heraus, obwohl Spanisch eigentlich gar nicht zur Debatte steht. "Wie soll ich denn meinem Kind vermitteln, eine Sprache zu lernen, die es später selten braucht", fragt Elternvertreterin Claudia Friedrich.

Gemeinsam mit anderen hat sie einen Brief an die Bildungsagentur geschrieben. Darum wird um die Zuweisung zusätzlicher Fremdsprachenlehrer gebeten. Hinzu kommt: Mit 31 Kindern ist die Zahl der Schüler am Kant-Gymnasium zumindest in zwei der drei fünften Klassen sehr hoch. Hintergrund: Das Gymnasium musste sieben Schüler mehr aufnehmen als ursprünglich geplant. Das hatte das Verwaltungsgericht Leipzig so entschieden, da Eltern gegen eine Ablehnung ihres Kindes geklagt hatten. Die Konsequenz: In Fachkabinetten kommt es vor, dass sich drei Kinder einen Tisch für zwei teilen müssen. Die Eltern verlangen, dass statt drei nun wenigstens vier Sprachklassen aufgemacht werden."Spanisch wird an sieben Leipziger Gymnasien unterrichtet", sagt Roman Schulz, Sprecher der Sächsischen Bildungsagentur. Am Kant bleibe es beim Klassiker Englisch/Französisch/Russisch. "Wir sind froh, das Sprachangebot in den 16 Leipziger Gymnasien einigermaßen absichern zu können. Reserven haben wir da nicht wirklich." Der Behörde sei daran gelegen, dass Russisch nicht aus dem Stundenplan verschwindet.

Letzte Konsequenz: die Auslosung der Französischplätze. Rein rechtlich ist dies ein gangbarer Weg und wird auch mittlerweile an vielen Gymnasien praktiziert. Sachsens Schulordnung für das Gymnasium (SOGY) legitimiert das umstrittene Verfahren. "Ein Rechtsanspruch auf Erteilung von Unterricht in einer bestimmten Fremdsprache besteht nicht", heißt es darin. Viele Schulleiter sprechen gegenüber der LVZ von "einer unbefriedigenden Situation".

Das Losverfahren - in der Konsequenz eine Art Zwangsverpflichtung - stößt auch dem Stadtelternrat (SER) bitter auf: "Ebenso wie der Landesschülerrat verurteilen wir es heftigst", so SER-Vorsitzender Andreas Geisler. Es müsse eine freie Wahl bei der zweiten Fremdsprache geben, wegen der Kinder oft an der jeweiligen Schule angemeldet werden. Geisler sieht das Kultusministerium in der Pflicht, genügend Lehrer bereitzustellen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.06.2013

Mathias Orbeck

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