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Lokales Sparkassenverband: Ein Sachse soll Präsident werden – nur wer?
Leipzig Lokales Sparkassenverband: Ein Sachse soll Präsident werden – nur wer?
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06:04 28.08.2018
Wenn’s ums Geld geht – Sparkasse. Dieser Werbeslogan passt auch zum Spitzenposten beim Ostdeutschen Sparkassenverband. Entsprechend groß ist das Interesse am Präsidenten-Amt. Quelle: picture alliance/Julian Strate
Leipzig

Das Rennen um den mit mehr als 500 000 Euro Jahresgehalt dotierten Posten des Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) bleibt spannend: Nach LVZ-Informationen konnte sich der achtköpfige Kommunalausschuss des OSV am Montag in Potsdam nicht auf einen der beiden Bewerber einigen, der am 24. Oktober der OSV-Verbandsversammlung formal vorgeschlagen werden soll.

Wie berichtet, bemüht sich neben Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auch der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) um den Präsidenten-Posten. Dem Vernehmen nach sollen sich die Ausschussmitglieder hinter verschlossenen Türen aber dazu bekannt haben, einen Sachsen als Präsidenten vorzuschlagen. Doch wer das sein soll, müssten die Sachsen selber entscheiden, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Um den Einigungsdruck auf die beiden sächsischen Bewerber Jung und Harig zu erhöhen, habe man diesen auch signalisiert, „notfalls eine andere Variante zu diskutieren“ – also der Verbandsversammlung einen Interessenten aus einem anderen ostdeutschen Bundesland vorzuschlagen.

Landrat Harig erklärte am Montag auf LVZ-Anfrage, er hoffe, dass sich Sachsen jetzt auf einen Bewerber einige. „Ich nehme zur Kenntnis, was im OSV diskutiert wird“, sagte er. „Aber ich halte meine Kandidatur aufrecht. Ich hoffe immer noch, dass die beiden Spitzenverbände, der Städte- und Gemeindetag sowie der Landkreistag, eine gemeinsame Lösung finden.“ Harig lässt auch nicht gelten, dass seinem Rivalen Jung in Ostdeutschland ein höherer Bekanntheitsgrad zugeschrieben wird als ihm. „Es geht bei dieser Entscheidung nicht um Bekanntheit, sondern um die Zukunft der Sparkassen“, betonte der 57-Jährige. „80 Prozent des Sparkassengeschäfts findet im ländlichen Raum statt – dort müssen die Weichen neu gestellt werden“, so der Landrat. „Da geht es um viel Detailwissen.“

Sparkassen-Insider halten es nicht für ausgeschlossen, dass OBM Jung bei dieser neuen Konstellation seine Bewerbung zurückziehen könnte. Ihm sei dadurch ein „gesichtswahrender Rückzug“ möglich und er könne dann im Februar 2020 relativ unbeschadet für eine weitere Amtszeit als Leipziger Oberbürgermeister kandidieren, heißt es. Wenn Jung und Harig ihre Kandidaturen aufrechterhalten und der OSV-Vorstand dann einem dritten Bewerber den Zuschlag gibt, sei für Leipzigs Stadtchef nicht nur der Präsidenten-Posten futsch, sondern auch seine Wiederwahl als OBM hochgradig gefährdet – weil sich die Messestädter in der Regel keinen Oberbürgermeister wünschen, für den dieser Posten zweite Wahl ist. Denkbar ist allerdings auch, dass Jung jetzt seine Lobby in den Spitzenverbänden des OSV mobilisiert und Harig noch in letzter Minute aus dem Rennen kegelt. Oberbürgermeister Jung wollte sich auf LVZ-Anfrage zu den Vorgängen am Montag nicht äußern.

Bekannt wurde auch, dass die ebenfalls diskutierte mögliche Vertragsverlängerung für den aktuellen OSV-Präsidenten Michael Ermrich schwierig wird. Der 65-jährige Christdemokrat soll sich intern gegen eine Verlängerung sträuben. „Aber er wird bedrängt“, berichtete ein Insider. „Doch im OSV weiß auch jeder, dass eine zweijährige Vertragsverlängerung das Problem nicht lösen würde.“ Denkbar sei, dass statt Ermrich andere Kandidaten aus den anderen ostdeutschen Mitgliedsländern ihren Hut ins Rennen um den hoch dotierten Posten werfen, wenn sich die Sachsen jetzt nicht einigen. Die Rede ist von einem Bewerber aus Mecklenburg-Vorpommern, der bereits in den Startlöchern stehen soll. Dem OSV gehören neben Sachsen auch Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an.

Von Andreas Tappert

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