Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Sparpotenzial durch schwankende Preise an Leipzigs Tankstellen – 15 Cent pro Tag möglich
Leipzig Lokales Sparpotenzial durch schwankende Preise an Leipzigs Tankstellen – 15 Cent pro Tag möglich
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 08.07.2014
Archivfoto Quelle: dpa
Anzeige

„Die Autofahrer können eine Menge sparen, wenn sie gezielt die günstigste Tankstelle ansteuern“, erklärte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt, am Dienstag.

Wie hoch das Sparpotenzial sei, zeige eine erste Teilauswertung der bisherigen Preismeldungen. Danach schwanken die Preise je nach Tankstelle und Tageszeit in Köln am Tag durchschnittlich um 20 Cent, in Leipzig um 15 Cent. Mundt sagte, die im September 2013 gestartete Übersichtsplattform, bei der über 14 000 Tankstellen jede Preisänderung bei Super E5, Super E10 und Diesel melden, funktioniere reibungslos und sei sehr gut angenommen worden. Jeder vierte Deutsche haben Umfragen zufolge das Instrument schon genutzt.

Tanken kurz vor 20 Uhr am Günstigsten

Mundt appellierte an die Verbraucher, die Preise mit Hilfe von Apps oder auf Internetseiten noch mehr zu vergleichen. „Nutzen sie es einfach, sparen sie einfach“, sagte er. Am günstigsten tanken Autofahrer nach der Datenauswertung des Kartellamtes in aller Regel in den frühen Abendstunden. Kurz vor 20 Uhr hätten die Preise meist das niedrigste Niveau des Tages erreicht, berichtete Mundt. Ab 20 Uhr würden die Preise von den Tankstellenketten in der Regel wieder angehoben - durchschnittlich um 9 Cent je Liter. Vorreiter seien dabei meist Aral oder Shell, berichtete Mundt. Mit etwas Abstand folgten Esso und Total sowie Jet. Im Laufe des nächsten Tages gebe es dann durchschnittlich vier Preissenkungsrunden, bis der Zyklus von neuem beginne.

Für die Untersuchung hatte das Bundeskartellamt die Preisentwicklung an 120 Tankstellen in Köln und 62 Tankstellen in Leipzig von Februar bis Mai ausgewertet. Die Erfahrung spreche dafür, dass das Ergebnis auch darüber hinaus recht repräsentativ sei, sagte der Behördenchef. An den Kölner Tankstellen schwankten die Preise demnach im Verlaufe des Tages durchschnittlich um 10 Cent, in Leipzig um 8 Cent. Und wer bereit war, seiner Stamm-Tankstelle Lebewohl zu sagen, konnte sogar noch mehr sparen.

Kartellamt will gegen Preisabsprachen vorgehen

Wie Mundt weiter erklärte, will das Bundeskartellamt im Kampf gegen verbotene Preisabsprachen härter durchgreifen. In diesem Jahr könnten die von der Wettbewerbsbehörde verhängten Geldbußen eine neue Rekordhöhe erreichen. Bis Anfang Juli seien bereits Strafen im Umfang von 635 Millionen Euro ausgesprochen worden - unter anderem gegen Bierbrauer und Zuckerhersteller, sagte der Präsident des Kartellamtes, Andreas Mundt, am Dienstag in Bonn.

Zwei weitere große Verfahren will die Behörde in diesem Jahr noch zum Abschluss bringen. Das Verfahren gegen das mutmaßliche Wurst-Kartell zahlreicher deutscher Fleischverarbeiter werde bereits in Kürze beendet, kündigte Mundt an. Außerdem werde die Behörde ihre Ermittlungen im Lebensmittelhandel wegen des Verdachts von Absprachen über den Ladenverkaufspreis verschiedenster Produkte zwischen Herstellern und Händlern abschließen.

Die beiden umfangreichen Verfahren könnten dazu führen, dass das Kartellamt in diesem Jahr Bußgelder in Rekordhöhe verhängt. Bisher galt das Jahr 2003 mit einer Strafe von rund 660 Millionen Euro gegen Firmen aus der Zementindustrie als Rekordjahr. Davon wurden aber nur gut 400 Millionen rechtskräftig. Mundt betonte, die wichtigste Waffe der Wettbewerbsbehörde im Kampf gegen verbotene Preisabsprachen sei weiterhin die Kronzeugenregelung. Fast die Hälfte aller Fälle gehe auf deren Hinweise zurück. Die Kronzeugenreglung sichert Unternehmen, die als erste ein Kartell aufdecken, Straffreiheit zu.

Erich Reimann, dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

So weit klaffen Wunsch und Wirklichkeit auseinander: Seit Jahren präsentiert sich Leipzig bei jeder passenden Gelegenheit als familienfreundliche Stadt. Angesichts des latenten Kitaplatz-Mangels stößt so viel Eigenlob vielen Eltern jedoch sauer auf.

07.07.2014

Die Neubebauung der großen Brachflächen am Bayerischen Bahnhof wird konkret: Im Rathaus ist eine fünfseitige Rahmenvereinbarung fertig, mit der die Stadt Investoren ihre strategischen Entwicklungsziele für das 36 Hektar große Areal vorgibt.

07.07.2014

Aufgrund fehlender Kita-Plätze droht der Stadt Leipzig erneut eine juristische Auseinandersetzung. Wie Rechtsanwalt Klaus Füßer am Montag gegenüber LVZ-Online sagte, habe seine Kanzlei im Auftrag der Familie Menschel Schadenersatzklage beim Landgericht Leipzig eingereicht.

07.07.2014
Anzeige