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Lokales Spatenstich im Zoo Leipzig: Amurleoparden können erst 2014 in neues Gehege ziehen
Leipzig Lokales Spatenstich im Zoo Leipzig: Amurleoparden können erst 2014 in neues Gehege ziehen
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15:02 03.04.2013
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Am Mittwoch wurde der erste Spatenstich für die neue Anlage gesetzt. Das Mammutprojekt „Zoo der Zukunft“ geht damit in seine dritte und letzte Phase.

„Wegen der derzeitigen Wetterbedingungen ist eine Einweihung des neuen Geheges in diesem Jahr nicht mehr möglich“, erklärte Architekt Peter Rasbach gegenüber LVZ-Online. Der Planer sieht darin nicht unbedingt einen Nachteil. „Wir können die Pflanzen und Blumen sowieso erst im Herbst einsetzen, die sind dann im Frühjahr, wenn die Amurleoparden kommen, schon besser verwurzelt.“

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Die neue Anlage wird direkt an der Tiger-Taiga gebaut und den Amurleoparden rund 500 Quadratmeter übernetzte Gehegefläche bieten. Derzeit sind die beiden Tiere Vatne und Xembalo in der alten Tigerfarm noch hinter Gittern untergebracht. Das neue Gelände soll dem ursprünglichen Lebensraum der Tiere in der russich-chinesischen Taiga nachempfunden sein. Die Besucher können die Großkatzen durch Glasscheiben und durch ein, mit Stahlseilen vergittertes, Observatorium beobachten.

„Das Gehege ist nach dem Gondwanaland die nächste Etappe auf dem Weg zum Zoo der Zukunft“, erklärte Zoodirektor Jörg Junhold zum Spatenstich. „Die neue Anlage unterstreicht unsere Bemühungen diese bedrohte Tierart zu erhalten“ Zuletzt wurde im Juli 2010 ein Amurleopard im Leipziger Zoo geboren. Der Gehegeneubau kostet rund 1,8 Millionen Euro.

Rasse kann ohne Zucht nicht überleben

Von den circa 240 noch Lebenden Amurleoparden leben nur rund 40 in der freien Wildbahn, in einem Gebiet im Südosten der russischen Provinz Primorje. Die gefangenen Tiere sind in Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen erfasst. Tierschützer wie Urs Breitenmoser, der dem Spatenstich ebenfalls beiwohnte, sehen darin die einzige Möglichkeit die Rasse überhaupt zu erhalten. „Selbst wenn von den 40 Freilebenden keines umgebracht würde oder frühzeitig stirbt, würden die Tiere wahrscheinlich aussterben“, erklärte der Vorsitzende der Cat Specialist Group der Naturschutzunion (IUCN). „Der Genpool ist einfach zu klein.“ Bei den freilebenden Tieren kommt es mit schrumpfender Population zu Inzucht, die Nachkommen kommen oft unfruchtbar oder mit Behinderungen zur Welt.

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Gerade deshalb seien solche neuen Stationen, wie sie im Zoo Leipzig entstehen soll, wichtig für den Artenerhalt, so Breitenmoser. Ziel müsse es aber langfristig sein, die in Gefangenschaft geborenen Tiere in der Wildnis anzusiedeln. Dafür seien in den vergangenen Jahren zwei Projekte ins Leben gerufen worden. Der Tierschützer gibt sich dabei optimistisch, dass dieses Unterfangen glücken wird. „Leoparden sind zwar schwierig zu züchten, aber wir haben in den vergangenen 30 Jahren viel dazugelernt und die Reproduktionsrate ist derzeit durchweg gut.“

Masterplan „Zoo der Zukunft“ geht in die finale Phase

Mit dem Spatenstich zum Leopardengehege beginnt für den Leipziger Zoo auch die letzte Etappe für den Masterplan „Zoo der Zukunft“. Im Juli 2012 hatte der Stadtrat grünes Licht für den dritten Abschnitt des Plans gegeben, für den der Zoo rund 8,5 Millionen Euro ausgeben wird. Für die dritte Phase des Masterplanes stehen neben dem Bau der Amurleoparden-Anlage der Umbau der historischen Bärenburg zu einem Spielplatz und die Entwicklung der gesamten Themenwelt Südamerika bevor. Bis 2020 soll das Projekt „Zoo der Zukunft“ umgesetzt sein.

Florian Theis

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