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Lokales Spendensammlung für Beerdigung von Leipziger Rucksacktouristin
Leipzig Lokales Spendensammlung für Beerdigung von Leipziger Rucksacktouristin
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16:50 08.01.2018
Jennifer K. aus Leipzig verunglückte am 8. Dezember 2017 bei einem Unfall mit einem Rasentraktor in Australien. Die Mutter sammelt nun Spenden für die Rückführung ihrer Tochter. Quelle: Privat
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Leipzig

Sie war seit einem dreiviertel Jahr mit ihrem Freund in Australien und arbeitete auf einer Avocado-Farm, bis ein tragisches Unglück sie aus dem Leben riss. Jennifer K. aus Leipzig starb am 8. Dezember bei einem Arbeitsunfall mit einem Rasentraktor in der Nähe von Gold Coast (Queensland), nur vier Tage nach ihrem 27. Geburtstag. Die Mutter der jungen Rucksacktouristin, die zuletzt in Lößnig wohnte, sammelt nun im Internet Spenden für die Rückführung der Urne und die Beisetzung ihrer Tochter.

Beim Portal GoFundMe hat sie dafür eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. 2000 Euro sind das Spendenziel, eine Frist gibt es nicht. Das Geld soll auch für den Rücktransport persönlicher Gegenstände verwendet werden, die Jennifer K. in Australien bei sich hatte. „Sie war ein sehr naturverbundener Mensch, hat gerne gemalt und auf ihrer Reise Skizzen gezeichnet, aus denen ein Erinnerungsbuch für uns werden sollte“, erzählte ihre Mutter am Montag im Gespräch mit LVZ.de. Auch einen Monat nach dem Unglück steht sie noch immer unter Schock. Die Nachrichten über den Tod ihrer Tochter, der kurz nach Weihnachten in Deutschland bekannt wurde, haben sie erneut aufgewühlt.

Jennifer und ihr Freund verunglückten mit Rasentraktor

Zu dem tragischen Unglück kam es im kleinen Ort Tamborine Mountain bei einem Ernteeinsatz. Jennifers Lebensgefährte fuhr einen Rasentraktor, auf dem sie als Beifahrerin saß. An einem Hang kam das Fahrzeug ins Rutschen und kippte um. Jennifer wurde dabei nach Angaben ihrer Mutter von dem schweren Gerät so heftig am Brustkorb getroffen, dass sie tödliche Verletzungen erlitt. Ihr Freund wurde bei dem Unfall bewusstlos. Als er wieder zu sich kam, alarmierte er sofort einen Arzt. Die junge Frau starb jedoch an einem Herzstillstand. Die Ermittlungen der australischen Behörden, wie es zu dem Unfall kommen konnte, laufen noch. Jennifers Mutter erhebt jedoch schwere Vorwürfe gegen die Farmbetreiber: „Die beiden haben für den Traktor gar keine Einweisung bekommen.“

Jennifer soll nun auf einem Naturfriedhof in der Nähe von Halle beigesetzt werden. So hätte sie es sich gewünscht, ist ihre Mutter überzeugt. Die Kosten dafür teilt sie sich zur Hälfte mit dem Vater. Um alles zu finanzieren, steht ihr jedoch nicht genug Geld zur Verfügung, weshalb sie sich zu der Spendenaktion entschloss. Die Urne wird bereits am Donnerstag mit einem Flugzeug nach Frankfurt/Main gebracht. Die Beerdigung ist dann im kleinsten Kreis geplant.

Internet-Nutzer spenden Geld, aber auch Trost

Jennifer, die in Halle geboren wurde und gelernte Floristin war, hatte sich im Februar vergangenen Jahres mit ihrem Freund dazu entschieden, als Rucksacktouristin („Backpackerin“) durch Australien zu reisen. Sie lebten und arbeiteten für Kost und Logis auf Farmen – wie viele Deutsche, die ihren Traum von einer Reise nach Down Under verwirklichen. Für den 15. Februar hatte die junge Globetrotterin bereits ihren Rückflug gebucht und wollte danach studieren, so ihre Mutter.

Im Internet bewegte Jennifers Schicksal bereits Dutzende zu spenden. Bis Montag waren schon mehr als 1600 Euro auf dem Konto eingegangen. Neben Geld spendeten Internetnutzer den Hinterbliebenen auch Trost. „Es ist sicher das schlimmste was Eltern passieren kann, ein geliebtes Kind zu verlieren“, kommentierte ein User. Und eine Familie schrieb: „Als Eltern dreier Söhne, die alle ein Austauschjahr im Ausland absolviert haben und einer Tochter, die im kommenden Sommer als Austauschschülerin nach Brasilien reist, berührt uns dieser Fall zutiefst. Unsere Gedanken sind bei Ihnen.“

Link zur Crowdfunding-Kampagne für Jennifer K. bei GoFundMe

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