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Spendezentrum der Uni-Blutbank: Aus zwei mach' eins

Spendezentrum der Uni-Blutbank: Aus zwei mach' eins

Wenn sich am Montag 7 Uhr die Türen des neuen Spendezentrums der Uni-Blutbank öffnen, ist die bange Frage nicht fort: Klappt alles? Und sicher wird es an dem nunmehr zentralen Standort Johannisallee 32 noch ein paar Geburtswehen geben, wenngleich bis zuletzt alle am Mammut-Umzug Beteiligten wirbelten, um ab heute einen reibungslosen Ablauf der Blutspende zu gewährleisten.

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Umzug der Uni-Blutspendezentrale in die Johanniallee 32 in Leipzig: Gabriele Gottwald (links) und Katja Kallenbach bereiten die Liegeplätze in der Vollblutspende vor.

Quelle: André Kempner

Leipzig. "Zumal das gerade jetzt, im Sommer, wo für gewöhnlich auch Spender Ferien machen, so wichtig ist, um unser Konservendepot auf einem letztlich ja lebensrettend-nötigen Level zu halten", wie Abnahmeleiter Atheer Al-Nakkash betonte.

Der Bezug des 1928 erbauten und nun für 7,8 Millionen Euro neu hergerichteten Hauses in der Johannisallee bedeutet nach genau 80 Jahren Rückkehr zu den Wurzeln: Hier entstand einst die erste deutsche Blutspenderkartei; wurde Leipzigs Transfusionsmedizin aus der Taufe gehoben. Nachdem in den letzten Wochen, wie berichtet, an den bisherigen Institutsteilen Mitte (Philipp-Rosenthal-Straße 27 c) und Nord (Delitzscher Straße 135) fieberhaft gepackt, Donnerstag und Freitag in der Hauptsache umgezogen worden war, sonnten sich viele der ab jetzt im neuen Objekt tätigen 90 Mitarbeiter am Wochenende nicht etwa daheim. Etliche legten erneut eine Zusatzschicht ein, damit alles wieder aus den Kisten sowie an Ort und Stelle kommt. Vor allem da, wo die Blutbank-Spender auflaufen: im früheren Hörsaal der heute denkmalgeschützten Ex-Klinik. In dem gibt es jetzt zwei kreisförmige Ebenen, die über ein rundes offenes Oberlicht verbunden sind. Luftig, hell ausgestattet kommt im ersten Stock der Bereich für Plasma- und Thrombozytenspenden daher. Flankiert von hochmodernisierten Laboren etwa für die Bluttests auf HIV, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten sowie Einrichtungen zur Blutverarbeitung und -lagerung. Auch die Knochenmarkspenderdatei (7000 potenzielle Spender) ist hier konzentriert.

Im Erdgeschoss befindet sich der Saal für die Vollblutspender, ein Imbissbereich mit Café-Charakter. Der Kaffeeautomat jedenfalls war bereits Samstagmorgen startklar zum "Aderlass". Die Damen vom Empfangstresen hatten derweil noch richtig Stress. Von den 23 000 Freiwilligen, die in Leipzigs Uni-Blutbank registriert sind, stammen 9000 aus dem Institutsteil Nord. Allein schon fast jede Karteikarte einzeln einzusortieren, ist wohl ein irrer Akt. "Auspacken ist schwieriger", stöhnten denn auch die Schwestern Gabriele Gottwald (44) und Katja Kallenbach (42), mit ebenfalls ordnenden Handgriffen im Vollblutspendebereich unterwegs. Im Prinzip begrüßten auch sie die Variante, aus zwei Standorten mach' einen. "Von der ganzen Organisation und Struktur her ist das schon besser", fand Kallenbach. Gottwald trieb noch ein bissel die Sorge um den Spenderservice um. Nicht nur, dass der geplante Besucherparkplatz auf dem Uni-Klinikgelände leider noch eine Baustelle ist. "Es fehlen bisher Fahrradbügel vorm Haus. Zu uns kommen ja in der Mehrzahl Studenten", meinte sie.

Eine Etage über ihnen wuselte unter anderem Facharzt Al-Nakkash durch sein Reich, wozu die Plasma- und Thrombozytenspende zählt. "Heute müssen Verbrauchsmaterial, Medikamente und all so etwas noch an ihren Platz. Ich will Abläufe checken. Und morgen müssen wir hier noch mal alles desinfizieren, so ein Umzug wirbelt ja Staub auf." Der Doktor scheint aufgeregt. Am Montag will er auf alle Fälle erst mal persönlich seine Spender empfangen und im neuen Haus "an die Hand" nehmen. Grundsätzlich sei er aber heilfroh über das jetzt zentralisierte Schaffen. "Ich habe ein viel besseren Überblick, bin, was die Konservenausgabe betrifft, auf dem aktuellsten Stand. Vor allem können wir schneller reagieren, wenn nebenan im Uni-Klinikum ein Blutprodukt oder auch gar mal ein ganz besonderes Präparat gebraucht werden", lobt sich Al-Nakkash die "enorme Verkürzung von Transportwegen", die bisher quer durch die Stadt führten. Blutbank-Sprecherin Anja Grießer verweist nicht zuletzt auf die Rohrpostanlage, die Uni-Klinikum und Spendezentrum verbindet.

Während die Uni ihre Abnahmestelle Mitte wohl selbst bald anderweitig nutzt, sei noch völlig unklar, was aus dem ausgedienten Institutsteil Nord wird, hieß es auf Nachfrage im Klinikum St. Georg. Die Blutbankobjekte hätten sich einerseits auf einem von der Stadt ans Georg verpachteten Gelände und andererseits auf einem privaten befunden. Dessen Eigentümer habe einen langfristigen Erbpachtvertrag mit dem Freistaat geschlossen, also sei letzterer nun gefordert. Die Blutbank-Gebäude selbst, so viel stünde fest, seien aber ohne größere Investition medizinisch nicht nachnutzbar.

Spendenzentrum Johannisallee 32: Mo u. Fr 7-19, Di-Do 8-20 Uhr. Die Einrichtung Mitte ist zu. Für Vollblutspender in Nord gibt es vorerst noch eine kl. Abnahmestelle im alten Institutsteil Nord. Infos: www.blutbank-leipzig.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.07.2013

Angelika Raulien

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