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Spielplatz im Leipziger Osten neu eröffnet – 2011 vier weitere Sanierungen geplant

Spielplatz im Leipziger Osten neu eröffnet – 2011 vier weitere Sanierungen geplant

„Drei, zwei, eins, jaaaaaaaa.“ Gut 60 Kinder schreien ihren Jubel heraus, als sie am Mittwoch Nachmittag den neu eröffneten Spielplatz im Ramdohrschen Park endlich in Besitz nehmen dürfen.

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Klettern, spielen, toben: Im komplett sanierten Spielplatz im Ramdohrschen Park ist wieder viel Platz zum Kindsein.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Anderthalb Jahre mussten sie warten – so lang war die Fläche während einer Komplett-Sanierung gesperrt. Vier weitere Spielplätze-Sanierungen sind noch in diesem Jahr geplant.

Schnell löst sich die Kleine-Menschen-Traube auf, die sich am grauen Baugitter, der letzten Barrikade vor dem Spielvergnügen, gebildet hatte. Nun stürmen dutzende Kinder auf die neuen Geräte, kraxeln die Kletterwand empor, hangeln die Sprossenleiter entlang, testen die Rutsche und die neue Wippe. „Wir haben uns vorgenommen, jeden Spielplatz in der Stadt genauso auf Vordermann zu bringen“, sagt Bürgermeister Heiko Rosenthal bei der feierlichen Eröffnung und appelliert an die begeisterte Schar: „Man sieht, wie viel Arbeit hier drinsteckt. Bitte behandelt ihn wie euer Kinderzimmer.“

Anfang 2010 war das Gelände nach einer Sicherheitsprüfung gesperrt worden, die Geräte mussten demontiert werden. Danach entschied man sich unter Bürgerbeteiligung für eines von zwei vorgeschlagenen Modellen – Kinder aus der Umgebung konnten Punkte für ihre Lieblingsvariante vergeben. „Die Variante mit den vielen Klettergeräten hat gewonnen, das war ganz eindeutig der Wunsch der Kinder“, sagt Projektleiterin Antje Schuhmann vom Amt für Stadtgrün und Gewässer. Sachgebietsleiterin Sabine Christiansen fügt hinzu: „Dass die Bürger mit einbezogen wurden ist das besondere an diesem Spielplatz. Da haben sich dann auch die eingebracht, die sich sonst nicht zu Wort melden.“

„Viel mehr Möglichkeiten“

58.000 Euro hat die Stadt in den Umbau investiert. Und auf den ersten Blick scheint sich jeder davon gelohnt zu haben: „Beim alten Spielplatz waren die Gerüste kaputt, die Kinder hatten keinen Spaß und wir mussten oft woanders hingehen“, erinnert sich Anwohnerin Christiane Beckert. „Jetzt gibt es hier wieder Erholung für Kinder und Eltern.“

Das sehen die Direkt-Tester ebenso: „Die neue Wippe ist toll, weil man da zu zweit drauf kann und weil man so hoch hüpfen kann“, freut sich die sechsjährige Emily, die mit ihrer Freundin Eva viel Freude auf dem neuen Gerät hat. Auch der neunjährige Pierre ist begeistert: „Es gibt jetzt viel mehr Möglichkeiten hier, der ist viel größer als vorher“, sagt er. „Und bunter!“, ergänzt sein Klassenkamerad Sascha. Beide besuchen den Hort der nebenan gelegenen 74. Grundschule. Auch ihre Horterzieherin Silvia Rothe ist froh, dass der Platz endlich als Ausflugsziel zur Verfügung steht. „Wir haben sehnsüchtig darauf gewartet. Donnerstag ist immer unser Ausflugstag, da werden wir das Gelände nun öfter ansteuern.“

Ab 2012 jährlich 250.000 Euro für Leipzigs Spielplätze

2,5 Millionen Euro sind laut Sachgebietsleiterin Christiansen seit Mitte 2009 aus Geldern des Konjunkturpakets II in die Sanierung Leipziger Spielplätze geflossen, über 20 Spielplätzen kam dies bisher zugute. Bedarf gebe es aber weiterhin: „Für Spielplätze gibt es eine reguläre Nutzungsdauer von 15 Jahren. Bei 298 öffentlichen Spielplätzen im Stadtgebiet, kann man sich ausrechnen, wie viele wir im Jahr durchschnittlich sanieren müssten.“ Derzeit seien 1,7 Millionen Euro Bedarf für notwendige Vorhaben veranschlagt. Im Stadthaushalt habe man sich deshalb darauf verständigt, von 2012 bis 2017 jährlich 250.000 Euro dafür einzusetzen. Konkret geplant ist, dieses Jahr die Spielplätze am Alexis-Schumann-Platz in der Südvorstadt und am Rembrandt-Platz in Connewitz sowie den Wasserspielplatz am Karl-Heine-Kanal und einen Spielplatz in der Grünauer Allee zu sanieren.

Mit der Neueröffnung stellt sich für manche Anwohner erneut die Frage nach der Sicherheit auf Leipzigs Spielplätzen. Gabriele Haidecke ist eine davon. Sie hat vier Enkelkinder und blickt mit Sorge auf die kommenden Wochen. „Wenn Sie heute Abend herkommen, dann werden sie wieder die leeren Bierflaschen und den Müll sehen, der sich hier ansammelt.“ Selbst Spritzen habe man früher hier im Gebüsch entdeckt, allein deshalb wünscht sich die 53-Jährige: „Die Stadt könnte doch ABM-Kräfte oder Streetworker herschicken, die hier aufräumen. So wie es am Rabet auch gemacht wird. Es muss hier eine Lösung geben, für die Kinder ist das ja auch gefährlich.“

„Das hier ist kein Brennpunkt“

Für Projektleiterin Schumann gibt es im Ramdohrschen Park aber keine außergewöhnliche Situation. „Diese Dinge passieren überall und hier nicht übermäßig viel. Das hier ist kein Brennpunkt. Als Stadt tun wir das, was wir tun müssen. Wenn es Probleme gibt, sieht sich die Polizei das konkret an.“

Auch Horterzieherin Rothe ist aufgefallen, dass der unpflegliche Umgang und die Verschmutzung in den letzten Jahren zugenommen haben. Sie plädiert dafür, mit den Verursachern zunächst das Gespräch zu suchen. „Das ist ja nicht neu, die Leute sitzen nun mal abends gern auf einer Bank unter einem Baum und treffen sich. Da sind ja auch Familien dabei, die keinen Garten oder Hof haben. Man sollte mit denen einfach reden und auch mal deren Probleme hören“, sagt sie. „Wir wollen ja miteinander auskommen.“

Tobias Ossyra

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