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Lokales Spitzen-Gespräch über ICE-Trasse von Leipzig nach Chemnitz
Leipzig Lokales Spitzen-Gespräch über ICE-Trasse von Leipzig nach Chemnitz
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23:59 01.10.2014
ICE-Züge (im Hintergrund) Quelle: dpa

"Es geht um Kosten von rund zehn Millionen Euro, die weder der Freistaat noch die Bahn komplett alleine tragen können", sagte Morlock. Ziel des Treffens sei, die Finanzierung dieser nächsten Planungsstufe so zwischen beiden Seiten aufzuteilen, dass jeder damit leben könne. "Im November ist dann ein Treffen auf Arbeitsebene geplant, bei dem es um die Details der nächsten Schritte geht."

Morlok widersprach Kritikern, die die geplanten Investitionen von rund 250 Millionen Euro für eine nur dreiminütige Fahrzeiteinsparung als "Verschwendung von Steuergeldern" verurteilen. Nach dem gestrigen LVZ-Bericht hatten sich auch Lokführer in der Lokalredaktion gemeldet und berichtet, dass Elektrozüge aufgrund des Streckenprofils nach der Investition sogar noch eine länger Fahrzeit benötigen würden als die derzeit im Einsatz befindlichen Dieselloks. "Wir wollen eine Fernverkehrsverbindung schaffen und das geht nur mit einer elektrifizierten Strecke", entgegnete der Minister.

Gleichzeitig erneuerte er seine Vorbehalte gegen eine Streckenführung durch den City-Tunnel und über Borna. "Dort sind die Gleise nur für Tempo 120 ausgelegt, während die über Bad Lausick 160 Stundenkilometer ermöglicht", betonte er. Darüber hinaus biete die Trasse über Bad Lausick auch die Möglichkeit, den Güterverkehr zu elektrifizieren. "Dadurch ist die Bereitschaft der Bahn deutlich gestiegen, über die Elektrifizierung dieser Trasse zu sprechen." Der Konzern wolle auch keine kompletten ICE-Züge von Leipzig noch Chemnitz fahren lassen, da dafür das Fahrgastaufkommen zu gering sei. Deshalb sei geplant, in Leipzig ankommende ICE zu "flügeln". Heißt: Eine Hälfte fährt nach Dresden, die andere nach Chemnitz. "Die Fahrt durch den City-Tunnel würde nur funktionieren, wenn komplette ICE nach Chemnitz rollen", so Morlok. Die Experten seines Ministeriums seien "vollkommen offen" an die Ermittlung der besten Trasse herangegangen. "Wir können nicht einen attraktiven Verkehr nach Chemnitz organisieren, wenn wir an dem Dogma festhalten, dass diese Züge unbedingt durch den City-Tunnel müssen", verteidigte er die Trassenentscheidung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.10.2014

Andreas Tappert

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