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Lokales Spitzennote für Leipzigs City – aber bei Leerstand und Sicherheit gibt es noch zu tun
Leipzig Lokales Spitzennote für Leipzigs City – aber bei Leerstand und Sicherheit gibt es noch zu tun
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00:18 14.05.2017
Die Grimmaische Straße ist zusammen mit der Petersstraße Leipzigs Top-Einkaufsmeile, die Hainstraße holt inzwischen auf.  Quelle: Foto: Andre Kempner
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Leipzig

Zu den Stellschrauben gehören die verkaufsoffenen Sonntage, die sehr ­wichtig für den Innenstadthandel sind. „Nicht so viel reden – machen!“, rät Jan Wetzel vom Immobilienvermittler Comfort. Allerdings hat die Gewerkschaft ­Verdi im April Klage gegen die vier verkaufsoffenen Sonntage 2017 eingereicht (die LVZ berichtete).

Auch die Sicherheit auf öffentlichen Plätzen muss stärker beleuchtet werden. „Alle Akteure der Innenstadt sollten gemeinsam dazu beitragen, dass sich Besucher, Händler und Gewerbetreibende sicher fühlen können“, brachte Holm Retsch vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga zur Sprache. Aggressive Bettler mit Hunden, Gestank, die Drogenszene oder lästige Straßenmusiker sind unter anderem für den Bereich zwischen Hauptbahnhof und Richard-Wagner-Straße belastend.

Die hohe Zufriedenheit der Besucher mit der Leipziger Innenstadt deckt sich übrigens nicht ganz mit der Zufriedenheit der Händler, berichtete Tanja Korzer vom Institut für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft der Uni Leipzig. Nur fünf Prozent der Händler schätzen ihre wirtschaftliche Situation als sehr gut ein, 35 Prozent als gut, 40 Prozent als mittelmäßig. Gut ein Drittel erwartet für die Zukunft eine leichte Verbesserung des Umsatzes, ein Drittel rechnet mit stagnierendem Umsatz. Für Thomas Oehme, Centermanager der Promenaden Hauptbahnhof, gibt es da nur einen Weg: „Wir müssen mehr Arbeitsplätze und Kaufkraft nach Leipzig ziehen!“ Dass der öffentliche Personennahverkehr seine Kreise nach Mitteldeutschland erweitern will, sei richtig. „Allerdings bringen die Autofahrer dem Einzelhandel das meiste Geld, deshalb ist eine vernünftige Verkehrspolitik für alle Verkehrsformen nötig“, so Oehme.

Ein Alleinstellungsmerksmal Leipzigs und Anziehungspunkt für Touristen sind die Passagen und Höfe. Doch anders als in den Top-Einkaufsmeilen Petersstraße, Grimmaische Straße und Hainstraße sieht es in einigen Passagen düster aus, wächst der Leerstand (die LVZ berichtete). Die große Unbekannte sind die Immobilienbesitzer, seien es Fonds oder weit weg sitzende Eigentümergemeinschaften. „Auch eine Passage muss gemanagt werden. Ihr eigenes Profil zu entwickeln, gelingt manchen sehr gut und anderen gar nicht“, so sieht es Jochem Lunebach, Leiter des Stadtplanungsamtes. „Vielleicht müssen wir als Stadt da ein Stück weit mehr mahnen.“ Derzeit hat die City 17 000 Quadratmeter Leerstand bei 200 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Im Abbau des Leerstandes besteht die Herausforderung für alle Eigentümer, Vermieter und Banken. Mietinteressenten erwarten heute Staffelmieten und kürzere Vertragslaufzeiten.

Da die Innenstadt zur Zeit zu 70 Prozent von Leipzigern besucht wird, besteht auch im Tourismus und in der Attraktivität für die Bewohner des Umlandes weiteres Entwicklungspotenzial.

Von Kerstin Decker

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