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Sporthalle für den Leipziger Westen - bislang steht nur ein Banner

Sporthalle für den Leipziger Westen - bislang steht nur ein Banner

Seit Langem fordern sie von der Kommune den Bau einer Dreifeld-Halle für ihre Heimat am Stadtrand: Sportler und Lokalpolitiker aus dem Leipziger Westen, allen voran der Verein zur Förderung des Sports in Leipzig-Rückmarsdorf.

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Vereinssportler und Kommunalpolitiker aus dem Leipziger Westen am Werbebanner.

Quelle: Privat

Dessen Vorsitzender Jens Thiele sowie die Ortsvorsteher von Rückmarsdorf und Böhlitz-Ehrenberg, Peter Freydank (FDP) und Karin Teubner (CDU), machen für ihren Traum einmal mehr mobil. Mit einem unübersehbaren Werbebanner an der Bundesstraße 181 in Rückmarsdorf weisen sie jetzt auf ihre Initiative hin. Und hoffen, endlich erhört zu werden.

"Neue Sporthalle 2016 im Leipziger Westen": Mit großen weißen und schwarzen Lettern erinnern Rückmarsdorfer und Böhlitz-Ehrenberger und - da es sich um eine konzertierte Aktion des äußeren und inneren Westens handelt - auch Burghausener, Miltitzer und Leutzscher die Stadtverwaltung daran, dass es sie auch noch gibt. Und dass es an der Zeit ist, für ein Einzugs- und Zuzugsgebiet, in dem schon jetzt rund 40 000 Einwohner leben und es zahlreiche, teilweise höherklassig agierende Sportvereine gibt, endlich eine Dreifeld-Halle zu bauen. Während des Kommunalwahlkampfes kein schlechter Zeitpunkt. "Seit mehr als 13 Jahren bewegt uns Hallenballsportler diese Thematik. Im Moment ist wieder mal eine gewisse Schockstarre eingetreten", konstatiert Fördervereins- chef Thiele. Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) feiere - ungeachtet der allgemein bekannten Hallennot - mit seinem Sportprogramm 2015 durchaus Erfolge. "Nur im Leipziger Westen ist leider seit 14 Jahren, seit den Eingemeindungen, nichts passiert", moniert Thiele. Sodann malt er ein düsteres Bild vom Status quo und der nahen Zukunft: die aktuelle Finanznot der Stadt, die drohende Rückzahlung in Höhe von 260 Millionen Euro und mehr als Folge des Wasserwerke-Skandals, die anstehende zweijährige Sanierung der Sporthalle Brüderstraße ab Sommer, die allmählich in sich zusammenfallende "Blechhalle" an der Wundtstraße, einer jener Rückzugsorte, ohne die beispielsweise die Handballer der HSG Rückmarsdorf ihren Laden dichtmachen könnten - "wenn es ganz dumm läuft, haben wir bald wieder reichlich Diskussionsstoff", schwant Thiele wenig Gutes.

Dabei würden er und die Ortsvorsteher Freydank und Teubner gern über etwas anderes reden. Nämlich über jenen Flecken kommunaler Erde in Böhlitz-Ehrenberg, den sich die Initiative aus dem Westen als Standort für ihren Mehrzweckhallen-Traum wünscht. Zwischen Feuerwehrwache und Konsum-Markt gelegen, ist er dank seiner optimalen Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr selbst für Miltitzer, Gundorfer oder Lindennaundorfer gut zu erreichen. Der Bebauungsplan für die Ortsmitte von Böhlitz-Ehrenberg trägt dem Projekt Sporthalle bereits Rechnung. "Wir haben also ein passendes Grundstück mit entsprechender Widmung im B-Plan und könnten im Jahr 2015 eigentlich die Förderanträge stellen und mit der Planung beginnen", findet der Vorsitzende des Rückmarsdorfer Sportfördervereins.Eigentlich. Doch im Rathaus wollen sie nicht den zweiten vor den ersten Schritt setzen. Heißt: Dem auslaufenden Sportprogramm 2015 soll zwar ein neues für den Zeitraum 2016 bis 2024 folgen, doch hierfür braucht es zunächst einmal die Ergebnisse einer fundierten Sportentwicklungsanalyse, aus der sich eine Sportstättenleitplanung herausschälen wird. "Wenn wir diese Analyse haben, können wir ableiten, wo in Leipzig der Bedarf am größten ist", sagt Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes. Al- les andere sei "Kaffeesatzleserei". Die Amtschefin räumt indes ein, dass der Leipziger Westen hinsichtlich seiner demografischen Entwicklung und des recht großen Interesses an Spielsportarten "tatsächlich ganz gut dasteht". Doch selbst wenn alle Parameter stimmten: "Letztlich muss die Politik entscheiden", betont Kerstin Kirmes. Auf das Stichwort Politik springt Fördervereinschef Thiele schon lange an. "Es wird endlich Zeit, dass im Leipziger Westen etwas passiert", sagt er. Sportförderung habe im Wesentlichen etwas mit der Schaffung von baulichen Voraussetzungen zu tun. Nur könnten ob der hohen Investitionssummen selbst die treuesten Sponsoren der Vereine hier nicht mehr helfen. "Also sind die Stadt und die Stadträte gefragt." Natürlich sei in den zurückliegenden Jahren viel in den Sporthallen-Bau investiert worden. "Nur leider nicht genug. Jetzt sind wir dran!"

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.05.2014

Dominic Welters

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