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Spurensuche in Leipzig nach den Schätzen der Hauptstadt der DDR-Leuchtreklame

Spurensuche in Leipzig nach den Schätzen der Hauptstadt der DDR-Leuchtreklame

Leipzig.  Die Löffelfamilie an der Karli, das Doppel-M auf dem Wintergartenhochhaus oder die Pinguin-Landschaft an der Mokka-Milch-Eisbar in der City: Das alles sind leuchtende Aushängeschilder für Leipzig.

Doch die meisten der oftmals aufwendig gestalteten Neonreklamen aus DDR-Zeiten sind heute verschwunden oder defekt. Angeregt durch die Wiederentdeckung einer Gärtner-Figur in der Grimmaischen Straße begab sich die LVZ nun auf Spurensuche, was aus Leipzigs historischen Leuchtwerbungen geworden ist.

Um bei diesem Thema Licht ins Dunkel zu bringen, ist kaum jemand so prädestiniert wie Uwe Teichert. Der 52-Jährige leitet die Firma Neon Technik Leipzig (NEL), welche schon als 1958 gegründete PGH viele Lichtpunkte in der Stadt geschaffen oder später restauriert hat. „Das Meiste aus DDR-Zeiten ist längst auf Nimmerwiedersehen verschwunden“, bedauert der Fachmann. Für originale Rekonstruktionen fallen ihm neben dem oben erwähnten Trio spontan noch das Biermännchen und die blaue Leuchtschrift über dem Aldi in der Arthur-Hoffmann-Straße ein, die Isolator-Zündkerze im Bildermuseum, das „Tradition und Fortschritt für modernes Wohnen“ in der Grünewaldstraße sowie ein soeben durch NEL frisch saniertes Horn der gleichnamigen Likörfabrik, das nun am Klub „Horns Erben“ den Gästen heimleuchtet.

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Leipzig.  Die Löffelfamilie an der Karli, das Doppel-M auf dem Wintergartenhochhaus oder die Pinguin-Landschaft an der Mokka-Milch-Eisbar in der City: Das alles sind leuchtende Aushängeschilder für Leipzig. Doch die meisten der oftmals aufwendig gestalteten Neonreklamen aus DDR-Zeiten sind heute verschwunden oder defekt. Angeregt durch die Wiederentdeckung einer Gärtner-Figur begab sich die LVZ nun auf Spurensuche.

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Zwar seien etliche Anlagen an verschiedenen Stellen unsaniert gesichert. Zum Beispiel stehen die Neon-Klapperstörche von Gummi-Klose heute im Geschäft an der Georg-Schumann-Straße, der Notenschlüssel von Musik-Oelsner im Schaufenster an der Schillerstraße. Auch gebe es berechtigte Hoffnungen, dass mit dem 42 Meter langen Willkommensgruß und dem Goethe-Zitat „Mein Leipzig lob’ ich mir“ bald wieder ein Highlight an den Brühl zurückkehrt. „Falls die Stadt im Rechtsstreit mit dem Marriott-Hotel unterliegt, sollte diese Anlage lieber auf dem langen LWB-Wohnblock an der Gerberstraße montiert werden“, rät Teichert. „Da ist sogar noch die Stahlunterkonstruktion vorhanden und dort stört sie auch keinen Hotelgast des West Inn.“

Zeitnah restauriert würden gewiss auch die LKG-Werbung in der Prager Straße sowie der Schriftzug vom Ring-Café. „Das gerade wieder zum Vorschein gekommene Gärtner-Männchen in der Grimmaischen Straße zeigt, dass die Hauptstadt der DDR-Leuchtreklame sicher noch Schätze verborgen hat.“ Dazu zählten aber nicht die kürzlich geborgenen Robotron-Buchstaben von einem Abriss-Gebäude an der Gerberstraße, erklärt der NEL-Chef. „Die historische Robotron-Werbung war viel länger und enthielt auch ein animiertes Lochband. Was jetzt gesichert wurde, ist keine Neonreklame, sondern eine normale Werbetafel einer Robotron-Nachfolgefirma aus den Neunzigerjahren.“

Stadtplanerin Heike Scheller betont, die Kommune unterstütze den Erhalt der DDR-Leuchtanlagen nach Kräften. „Deshalb wurde erst vor wenigen Monaten die alte Leuchtschrift am Ratskeller instand gesetzt.“ Auch die Zukunft  des Gärtner-Männchens sei nun Thema beim Denkmalschutz. „In der Auseinandersetzung um das Goethe-Zitat am Brühl erstellen wir gerade die Klageerwiderung. Diese Werbung ist identitätsprägend und ein ideales Aushängeschild für Leipzig. Sie muss unbedingt wieder leuchten, notfalls an einem anderen Platz.“

Stefan Assmann vom Bauträger Casa/Gobau verweist auf die enormen Kosten, die nicht nur eine Rekonstruktion, sondern auch der laufende Betrieb der mit bis zu 10000 Volt arbeitenden Neonröhren verursachen. „Wir haben das Biermännchen in der Arthur-Hoffmann-Straße und eine der zwei Tradition-und-Fortschritt-Werbungen auf eigene Rechnung erhalten. Bei den nun in Sanierung befindlichen Häusern an der Grünewaldstraße wäre es zu teuer, um die Mieten nicht zu belasten.“ Wie dort bereits beim alten „Traktor-Export“ passiert, sollen nun auch die anderen DDR-Werbungen nur farblich erneuert und „punktuell angeleuchtet“ werden. Für Denkmalschützerin Annekatrin Merrem ist das Frevel. Doch wo die beworbenen Firmen - wie beim noch erhaltenen Meißner Porzellan und Jenaer Glas - kein Interesse zeigten, sehe es eben duster aus.

Jens Rometsch

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