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Lokales St. Georg investiert in Leipzig 100 Millionen Euro in neue Ambulanz und neues Bettenhaus
Leipzig Lokales St. Georg investiert in Leipzig 100 Millionen Euro in neue Ambulanz und neues Bettenhaus
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00:31 23.03.2018
Das neue internistische Zentralagebäude für 400 Patienten (rot) soll auf dem Areal der derzeitigen Ambulanz entstehen und ans Haus 20 (r.) anschließen. Quelle: Visualisierung: Dagmar Schulze
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Leipzig

Das städtische Klinikum St. Georg wird in den nächsten Jahren zur Großbaustelle. Mehr als 100 Millionen Euro will das Krankenhaus in ein Internistisches Zentrum und eine neue Ambulanz investieren. „Das wird das größte Bauvorhaben in der 800-jährigen Geschichte des Klinikums“, sagt Geschäftsführerin Iris Minde gegenüber der LVZ.

„Ein großer Schritt für Leipzig“

Eine wichtige Hürde ist inzwischen genommen: „Der Neubau unseres Internistischen Zentrums wurde in die Krankenhausinvestitionsplanung des Landes aufgenommen“, sagt Minde. „Das ist ein großer Schritt für Leipzig.“ Die letzte Entscheidung über die staatliche Förderung fällt der Landtag allerdings erst mit seinem Beschluss über den Doppelhaushalt 2019/20. Das Klinikum rechnet mit einer Finanzspritze von 68 Millionen Euro.

Infrastruktur wird neu ausgerichtet

„Wir konzentrieren uns mit der Medizin auf die Kernfläche des Campus“, erklärt die Klinikchefin den Plan der Umgestaltung des 21 Hektar großen Krankenhausareals. Derzeit sind die Bettenhäuser auf dem gesamten Gelände verstreut. „Diese Infrastruktur ist nicht mehr zeitgemäß.“ Der aktuelle Zuschnitt erschwert die betrieblichen Abläufe enorm. „Den größten Teil der 100 Jahre alten Häuser werden wir leerziehen und für eine soziale Nachnutzung frei machen“, so die Klinikchefin. Frei werdende Häuser könnten beispielsweise für Betreutes Wohnen weitergenutzt werden.

Fertigstellung für 2024 geplant

Das neue, fünfstöckige Bettenhaus für 400 Patienten wird auf dem heutigen Gelände der Ambulanz (Haus 12) entstehen und an das Haus 20 anschließen, in dem sich unter anderem die Notaufnahme, die Unfallchirurgie und das Schwerstbrandverletztenzentrum befinden. Die Fertigstellung ist frühestens im Jahr 2024 geplant. Das gesamte Investitionsprogramm ist in zehn Abschnitte aufgeteilt und erstreckt sich bis ins Jahr 2027. Die Planungen werden jetzt europaweit ausgeschrieben.

Neue Ambulanz kommt

Die Ambulanz, die für den neuen Zen-tralbau weichen muss, wird bereits ab dem kommenden Jahr an der Delitzscher Straße neu errichtet. Minde: „Das wird für die Patienten wesentlich komfortabler, denn sie müssen dann nicht mehr das gesamte Klinikgelände durchqueren.“ Die Baukosten dafür belaufen sich auf elf Millionen Euro, die die Krankenhausgesellschaft aus eigenen Mitteln aufbringen muss. Auch den Bau von zwei Parkhäusern finanziert das St. Georg allein. Sie sollen das provisorische Parkdeck ablösen, das schon heute für die große Zahl an Patienten nicht mehr ausreicht. Im vergangenen Jahr wurden im Klinikum, zu dem auch das Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf und die Robert-Koch-Klinik in Grünau gehören, 42 250 Patienten stationär und 117 500 Patienten ambulant behandelt. Aktuell verfügt das St. Georg über 1030 Betten an seinen beiden Leipziger Standorten Eutritzsch und Grünau.

Bettenmanagement-System soll helfen

„In den letzten Jahren sind unsere Patientenzahlen erfreulicherweise gestiegen“, berichtet Minde. „In kürzerer Zeit werden immer mehr Patienten behandelt, die Anzahl der Betten ist jedoch nicht in gleichem Maße erhöht worden. Damit dennoch jeder Patient zur richtigen Zeit das richtige Bett erhält, ist mehr Koordination nötig.“ Deshalb ging am 1. März ein neues Bettenmanagementsystem in Betrieb. „Bislang liefen die Prozesse von der Aufnahme der Patienten über die Belegung bis zur Entlassung dezentral. Da gibt es gewisse Reibungsverluste“, so die Krankenhaus-Geschäftsführerin. Das St. Georg zählt immerhin 19 Kliniken und 35 Fachabteilungen. Minde: „Mit dem neuen System werden wir die Kapazität unserer Betten sachgerechter verteilen können. Patienten, Einweiser und Mitarbeiter werden zufriedener sein. Im günstigsten Fall bekommt der Patient sein Zimmer noch vor dem Aufnahmetag mitgeteilt.“

Zwei neue Kreißsäle

In diesem Frühjahr wird ein neuer Computertomograf in Betrieb genommen, kommen zwei Kreißsäle hinzu, ist ebenso der Ausbau des Wlan-Netzes vorgesehen. Ein sogenannter Durchreiche-Autoklav zur Entsorgung von Abfällen hochinfektiöser Patienten, zum Beispiel bei Ebola, für 1,5 Millionen Euro wurde im vorigen Jahr installiert. Außerdem öffnete in Grünau eine Kinderstation. „Auch für 2017 können wir eine positive Bilanz ziehen“, sagt Minde. „Wir werden das Jahr wieder mit einem Überschuss abschließen.“

Tarifverhandlungen laufen

Aktuell laufen Verhandlungen über neue Haustarifverträge für Ärzte und Pflegepersonal. „Aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen müssen wir maßvoll mit Tariferhöhungen umgehen“, betont die Minde. Sie weiß: Wenn sie zu stark auf die Lohnbremse drückt, könnten Mitarbeiter abwandern. Denn das St. Georg steht mit anderen Kliniken im Wettbewerb um die besten Pflegekräfte. Dem Klinikum kommt allerdings zugute, dass es eine eigene Berufsfachschule unterhält. Dort werden 201 Gesundheits- und Krankenpfleger sowie 48 Krankenpflegehelfer ausgebildet. Seit 2015 können auch 20 Studenten ihren Bachelor of Science and Nursing erwerben.

Von Klaus Staeubert

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