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Lokales „St. Georg ist Schlusslicht in der Leipziger Krankenhauslandschaft“
Leipzig Lokales „St. Georg ist Schlusslicht in der Leipziger Krankenhauslandschaft“
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14:03 28.06.2018
Seit Donnerstagmorgen sind rund 400 Beschäftigte im Warnstreik. Quelle: André Kempner
Leipzig

Mit einem ganztägigen Warnstreik am Leipziger Klinikum St. Georg hat die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag den Druck in den seit Monaten festgefahrenen Tarifverhandlungen erhöht. 400 nichtärztliche Beschäftigte, großteils Krankenschwestern und -pfleger, beteiligen sich nach Gewerkschaftsangaben an dem Ausstand vier Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde. Die ersten Beschäftigten legten am Morgen um 6 Uhr die Arbeit nieder. Der Streik ist bis 21.30 Uhr angemeldet. Verdi hat vor dem Haupteingang des Klinikums in der Delitzscher Straße ein Streik-Camp eingerichtet. Am Mittag gab es dann eine Kundgebung vor dem Neuen Rathaus. Die Stadt ist Gesellschafter des Krankenhauses. Von der Kommune sprach jedoch niemand zu den Streikenden.

Der Krankenhausbetrieb läuft indessen weiter. „Es ist alles im händelbaren Rahmen“, sagte Kliniksprecherin Manuela Powollik. „Operationen, die nicht stattfinden konnten, werden verschoben.“ Die Patienten reagierten verständnisvoll, so die Sprecherin weiter.

„Bei der Bezahlung seines Pflegepersonals ist das Klinikum St. Georg Schlusslicht in der Leipziger Krankenhauslandschaft“, erklärte Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Ines Kuche. In anderen Krankenhäusern werde annähernd das Einkommensniveau des Tarifvertrages im öffentlichen Dienstes (TVöD) gezahlt. Pflegekräfte im St. Georg verdienten nach Gewerkschaftsangaben im Durchschnitt 400 Euro pro Monat weniger als der TVöD vorsieht.

Seit dem Austritt des Klinikums aus dem Arbeitgeberverband im Jahr 2010 werden die Mitarbeiter nach Haustarif bezahlt. Für die rund 1700 nichtärztlichen Beschäftigten des St. Georg sah das letzte Arbeitgeberangebot vom April eine Lohnsteigerung zum 1. April von 1,5 Prozent sowie eine weitere Erhöhung zum 1. Dezember um 1,5 Prozent vor. Verdi fordert eine Lohnanhebung von 13 Prozent in zwei Jahren, hatte zuletzt jedoch ein Kompromissangebot mit einer gestaffelten Lohnerhöhung vorgelegt: drei Prozent ab April, zwei Prozent ab Dezember, ein Prozent ab Januar 2019. Am Ende, so die Gewerkschaft, müsse eine Angleichung an die Entgeltordnung des öffentlichen Dienstes erreicht werden.

Von Klaus Staeubert

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