Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales St. Georg rutscht tiefer in die roten Zahlen - 1,5 Millionen Euro mehr Verlust als gedacht
Leipzig Lokales St. Georg rutscht tiefer in die roten Zahlen - 1,5 Millionen Euro mehr Verlust als gedacht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 24.10.2014

Für das vergangene Jahr plante das Krankenhaus ohnehin mit einem Verlust von 1,9 Millionen Euro (die LVZ berichtete). Tatsächlich waren es dann aber 3,4 Millionen Euro.

Das geht aus dem Jahresabschlussreport für 2013 hervor, den die BBVL jetzt dem Stadtrat vorgelegt hat. Darin werden die Wirtschaftsdaten der größten kommunalen Firmen bewertet, den Unternehmen und ihren Gesellschaftern Handlungsoptionen und Risiken aufgezeigt.

Das Klinikum steht schon seit einigen Jahren im Fokus. 2012 und 2013 summierten sich die Verluste auf 5,1 Millionen Euro. Dass das "Georg" 2013 das ursprünglich angepeilte Jahresergebnis um 1,5 Millionen Euro verfehlte, führen die Kontrolleure auf mehrere Einflüsse zurück, die durch eine nicht kostendeckende gesetzliche Krankenhausfinanzierung noch verstärkt werden. So gingen die Erlöse für Krankenhausleistungen im Berichtszeitraum um 5,2 Millionen Euro zurück, im Gegenzug stiegen die Personalkosten um 1,3 Millionen und die Materialkosten um knapp eine Million Euro.

Das Klinikum agiert auf einem hart umkämpften Markt. Angesichts der Umwälzungen in der Leipziger Krankenhauslandschaft dürfte der Kostendruck sogar noch weiter wachsen. Erst in diesem Jahr hatte das Bundeskartellamt den Verkauf des Park-Krankenhauses und des Herzzentrums an den Krankenhausriesen Fresenius/Helios genehmigt.

Bereits im vorigen Jahr startete das St. Georg, das mehr als 3000 Mitarbeiter beschäftigt, ein Sanierungsprogramm. So wurde die Klinik für Stationäre Geriatrische Rehabilitation geschlossen. Mehr als 100 Stellen baute das Klinikum ab. Stationshilfen bekamen die Kündigung. Von Haustechnikern, Küchen- und Reinigungskräften wurden die Arbeitsplätze ausgelagert. Bis 2015 ist der Abbau von weiteren 109 Stellen vorgesehen.

Die BBVL-Prüfer raten eindringlich, den Sanierungskurs fortzusetzen, klinische Prozesse weiter zu optimieren und Kostensenkungsprogramme unbedingt umzusetzen. Gelinge es nicht, die wirtschaftliche Lage des Klinikums zu verbessern, schreiben sie in ihrem Bericht an den Stadtrat, sei "die Zahlungsfähigkeit und damit der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2014

Klaus Staeubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach einer Messerattacke auf einen Security-Mann und zwei Polizisten in Lindenau wird ein 44-jähriger Tatverdächtiger womöglich gar nicht verurteilt. Wie das Landgericht gestern auf LVZ-Anfrage mitteilte, beging der Mann die Taten am 8. Juni dieses Jahres im Zustand der Schuldunfähigkeit.

24.10.2014

Die Firma Spreadshirt, ansässig in Leipzig-Plagwitz, ist als 114. Partner dem "Aktionsplan kinder- und familienfreundliche Stadt Leipzig" beigetreten. "Wir haben erst vor Kurzem erfahren, dass es diesen Aktionsplan gibt und deshalb jetzt die Gemeinsame Erklärung 'Kinder und Familien willkommen!' unterzeichnet", sagt Theresa Kretzschmar, Personalleiterin bei Spreadshirt.

01.11.2016

6000 Fragebögen schickt das Amt für Statistik und Wahlen dieser Tage an zufällig ausgewählte Bürger – die kommunale Bürgerumfrage 2014 hat begonnen. Neben allgemeinen demografischen und sozioökonomischen Daten können die freiwilligen Teilnehmer die aus ihrer Sicht größten Probleme der Stadt benennen und sollen Einsparpotenziale aufzeigen.

24.10.2014
Anzeige