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Lokales Staatsanwalt ermittelt gegen Leipziger Kleingartenverband - 460.000 Euro fehlen
Leipzig Lokales Staatsanwalt ermittelt gegen Leipziger Kleingartenverband - 460.000 Euro fehlen
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23:59 10.09.2014
Gartenlauben eines Kleingartenvereins (Archivbild) Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

zu klären, beschäftigt der Fall jetzt die Staatsanwaltschaft Leipzig.

Zuvor hatten Spezialisten der Kriminalpolizei versucht, das Dickicht aus unklaren finanziellen Vorgängen zu lichten. Denn der Kreisverband fordert 460.000 Euro von seinem langjährigen Vorsitzenden Frank M. zurück; die Rede ist unter anderem von Lohnüberzahlungen, ungeklärten Barabhebungen und einem Privatdarlehen, von dem niemand gewusst haben will (die LVZ berichtete). In der Staatsanwaltschaft Leipzig hat die Abteilung Wirtschaftskriminalität mit den Untersuchungen begonnen. "Die Ermittlungen laufen noch und ein Ende ist noch nicht abzusehen", sagt dort Oberstaatsanwalt Lutz Lehmann.

Der Kreisverband ist inzwischen auf weitere Ungereimtheiten gestoßen. In der August-Ausgabe der Verbandszeitung "Gartenfreund" wird berichtet, dass bei der Neuaufstellung der Finanzen für die Geschäftsjahre 2012/13 "ein stolzer Überhang" zwischen den Pachteinnahmen von den Gartenvereinen und den Pachtausgaben durch den Kreisverband festgestellt wurde, den es eigentlich nicht geben dürfte. Denn die von den Gartenvereinen eingehenden Pachteinnahmen müssten eigentlich in gleicher Höhe an die Grundstückseigentümer weitergeleitet werden.

Bei einer Prüfung soll sich laut "Gartenfreund" herausgestellt haben, "dass der Verband in der Vergangenheit von etwa 70 Prozent der Mitgliedsvereine mehr Pacht abgefordert hatte, als an die Bodeneigentümer abzuführen war". Während die Pacht für die Kleingärten in der Stadt Taucha vertraglich bei 8,28 Cent pro Quadratmeter vereinbart gewesen sei, habe der Kreisverband 9,02 Cent pro Quadratmeter verlangt. Für einen großen Flächenanteil in Schkeuditz seien 12 Cent pro Quadratmeter in Rechnung gestellt worden, wo die Pacht vertraglich nur bei 8,19 Cent je Quadratmeter hätte liegen dürfen - wodurch am Ende "eine stattliche Summe übrig geblieben" sei. Einige Pachteinnahmen von Vereinen seien überhaupt nicht weitergeleitet worden.

Der neue Kreisvorstand will bis Ende September alle 420 bestehenden Pachtverträge unter die Lupe nehmen. "Diese Prüfung ist noch nicht abgeschlossen", erklärte gestern auf Anfrage der neue Vorstandsvorsitzende Ralf-Dirk Eckardt.

Der Rechtsanwalt des ausgeschiedenen Vorsitzenden Frank M. wies die Vorwürfe gestern zurück. "Aus meinem Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Leipzig weiß ich, dass diese einen Großteil des vorgelegten Zahlenmaterials als unschlüssig eingestuft hat", sagte Anwalt Kay Fietkau. "Der Kreisverband hat trotz Aufforderung bis heute weder die utopisch hohen Forderungen belegt noch das angeblich existierende Gutachten vorgelegt. Auf mehrfache Gesprächsangebote erfolgte keine Reaktion. Der Kreisverband hat auch bis heute bezeichnenderweise keine finanziellen Forderungen vor Gericht geltend gemacht."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.09.2014

Andreas Tappert

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