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Lokales Stadionverkauf an RB Leipzig: „Wir haben Stillschweigen vereinbart“
Leipzig Lokales Stadionverkauf an RB Leipzig: „Wir haben Stillschweigen vereinbart“
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20:00 05.07.2017
Blick in die Red-Bull-Arena. Quelle: Robert Nößler
Leipzig

Nach seinem Vorwurf, die Stadt verzögere den Stadionverkauf, hat sich RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Dienstag mit Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) getroffen. Der Termin war nach Aussagen von Rosenthal schon seit geraumer Zeit vereinbart gewesen. „Es war ein gutes Gespräch“, so Rosenthal. Zu Inhalten wollte er sich nicht äußern. Beide Seiten hätten Stillschweigen vereinbart.

Kurz zuvor hatte Mintzlaff noch seinem Ärger über das Rathaus in einem LVZ-Interview Luft gemacht. „Die Gespräche mit der Stadt verlaufen stockend“, warf er darin der Verwaltung vor. „Seit die Absichtserklärungen von Herrn Kölmel und uns unterschrieben wurden, ist zu wenig passiert. Das ist bedauerlich. Wir wollten schon einige Schritte weiter sein.“ Woran es konkret hängt, wollte aber auch Mintzlaff nicht sagen.

Es geht um ein diffiziles Vertragsgeflecht zwischen dem derzeitigen Stadioneigentümer Michael Kölmel und RB Leipzig, in dem die Stadt eine entscheidende Rolle spielt. Das Stadion wurde 2004 eröffnet. An den Baukosten sollen der Bund mit 51 Millionen Euro, Kölmel mit 44 Millionen Euro und die Stadt mit 21 Millionen Euro beteiligt gewesen sein. Die Kommune besitzt für die Immobilie diverse Rückfallrechte – so etwa für den Fall, dass der Eigentümer das Stadion nicht mehr als Fußball-Arena nutzt. 2030 kann Kölmel das Stadion zudem an die Kommune übertragen. Dann sind die Baukosten abgeschrieben, käme eine Sanierung im Grunde genauso teuer wie ein Neubau.

All diese komplizierten rechtlichen Verhältnisse müssen in den neuen Regelungen zur Eigentumsübertragung an RB Berücksichtigung finden. Zudem dürfte die Stadt auch mit dem Bund in Gesprächen sein, um keinen Vereinbarungen zuzustimmen, die Rückforderungen von Fördergeldern zum Stadionbau zur Folge hätten. Am Ende muss der Kaufvertrag auch noch vom Stadtrat gebilligt werden. Die letzte Ratsversammlung vor der Sommerpause fand am 21. Juni statt, die nächste ist für den 23. August anberaumt.

Im vergangenen Dezember hatte RB seine Absicht verkündet, das Stadion kaufen und damit in der Stadt bleiben zu wollen. Dem Vernehmen nach soll der Preis bei 70 Millionen Euro liegen. RB will weitere 40 Millionen Euro in das Stadion investieren, in dem künftig neben Bundesliga- auch Champions-League-Spiele stattfinden werden. Eine entsprechende Bauvoranfrage hatte die Stadt im Mai positiv beschieden. Dies war für RB die Voraussetzung für den Stadionkauf überhaupt.

Ein weiteres Gespräch zwischen Rosenthal und Mintzlaff soll noch im Juli stattfinden.

Von Klaus Staeubert

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