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Lokales Stadionvorplatz soll würdig gestaltet werden
Leipzig Lokales Stadionvorplatz soll würdig gestaltet werden
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20:40 28.09.2018
Den Stadionvorplatz (rot umrandet) will die CDU als angemessenes Entree und Bindeglied zum Waldstraßenviertel gestalten. Berücksichtigt werden müsse dabei, dass der Freistaat Sachsen neben der Friedrich-Ebert-Straße das historische Flussbett der Alten Elster (blau) zum Hochwasserschutz wiederbeleben will. Zwischen dem Vorplatz und der Mehrzweckhalle Arena seien Sport-Bauten oder eine Schule denkbar. Quelle: Grafik: Patrick Moye
Leipzig.

Im Moment sieht er trist aus – der Stadionvorplatz zwischen der Leipziger Red-Bull-Arena und der Friedrich-Ebert-Straße. Wenig Grün, öfter Glasscherben und viele parkende Autos bestimmen auf der weitgehend versiegelten Fläche das Bild.

Neubau soll Sportmuseum aufnehmen

Seit Donnerstag steht fest, dass in der Riesenschüssel Spiele zur Fußball-Europameisterschaft 2024 stattfinden werden. Durch die Uefa-Entscheidung gewinnt die Frage an Gewicht, wie es mit dem Stadionvorplatz weitergeht. Schließlich hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) Mitte September verkündet, es gebe Pläne für einen Neubau, der auch die Reste des dort 2004 abgerissenen Schwimmstadions einbeziehen könne – also dessen denkmalgeschützte Nordtribüne (die das Heizhaus enthielt) samt Kassenflügel. Die Stadt wolle in den Neubau ihr Sportmuseum einquartieren, der Bundesligist RB denke zudem über Läden mit Fanartikeln und medizinische Versorgungen nach.

Überlaufparkplatz und neue Gleistrasse

Erst kurz zuvor hatte der Stadtrat ein neues Parkkonzept für das Waldstraßenviertel beschlossen. Dies sieht für den Stadionvorplatz einen „Überlaufparkplatz zum Bewohnerparken“ vor. Zudem gilt in der Umgebung eine neue Gleistrasse als gesetzt, damit die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) bei Großveranstaltungen mehr Straßenbahnen vorhalten und schneller zum Stadion bringen können. Der Arbeitstitel dafür: Feuerbachschleife.

Grüne gegen Parkhaus auf Abrissfläche

In die nicht ganz einfache Gemengelage sendete die Ratsfraktion der Grünen jüngst einen eigenen Akzent. Sie stellte einen Antrag, laut dem der Stadtrat beschließen soll, dass auf der Abrissfläche des Schwimmstadions (die heute ebenfalls als Parkplatz dient) kein Parkhaus entsteht. Vielmehr müsse dieses Areal im Eigentum der Stadt verbleiben und die Verwaltung prüfen, ob sie dort eine Schule, Sporthallen oder andere soziale Funktionen in einem gemischt genutzten Neubau-Ensemble unterbringen kann.

CDU erinnert an Pläne zur Alten Elster

Das alles brachte nun die CDU-Fraktion dazu, einen Änderungsantrag zum Vorschlag der Grünen einzureichen. Es dürfe nicht vergessen werden, dass der Freistaat Sachsen den 1926 verfüllten Flusslauf der Alten Elster wieder herstellen wolle, so Stadträtin Sabine Heymann. Zwar komme dieses Hochwasserschutzprojekt nach aktueller Prioritätenliste erst etwa 2027 an die Reihe. Doch der Trassenverlauf – samt eines naturnahen Ufers – müsse heute mit bedacht werden. Schon aus Platzgründen sei die CDU ebenfalls gegen ein einzeln stehendes Parkhaus. Abstellflächen für Autos ließen sich aber – unterirdisch oder etagenweise – in die Bauten mit sozialen oder sportlichen Nutzungen aufnehmen. „Wir brauchen sie für die Bewohner des Waldstraßenviertels, außerdem für behinderte Gäste oder die Einsatzkräfte bei Veranstaltungen.“

Verwaltung soll Gesamtkonzept vorlegen

Die Union fordere ein stadträumliches Gesamtkonzept, ergänzt Falk Warnecke, Stadtbezirksbeirat in Mitte. Dies solle die Verwaltung bis März 2019 vorlegen. „Uns ist wichtig, den Stadionvorplatz als ein erkennbares Entree gut zu gestalten: mit angemessener Pflasterung, Beleuchtung, Begrünung und Bezügen zu dem Fluss.“

Von Jens Rometsch

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