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Lokales Stadt Leipzig: Keine Gefahr für Radler durch Baustelle am Ring
Leipzig Lokales Stadt Leipzig: Keine Gefahr für Radler durch Baustelle am Ring
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12:18 03.05.2018
Blick auf die Unfallkreuzung am Martin-Luther-Ring. Eine Radfahrerin kam dort ums Leben. Quelle: André Kempner
Leipzig

Das Leipziger Verkehrs- und Tiefbauamt schätzt die Verkehrssituation am Martin-Luther-Ring nicht als außergewöhnlich gefährlich für Radfahrer ein. Das teilte die Stadt jetzt auf Anfrage mit. Am Montag war ein 16-jähriges Mädchen dort vom Lkw erfasst worden und gestorben.

„Wir bedauern sehr den tödlichen Unfall“, sagte Amtsleiter Michael Jana. Die Schülerin, die von der Zufahrt Schillerstraße geradeaus über die Kreuzung am Wilhelm-Leuschner-Platz fahren wollte, wurde von einem rechts abbiegenden Lastwagen vermutlich übersehen. Die Stadt hat auf Anfrage von LVZ.de die Verkehrssituation in der Zufahrt Schillerstraße an der Kreuzung Wilhelm-Leuschner-Platz noch einmal analysiert.

Verkehr an der Baustelle regelgerecht

Durch die Bauarbeiten war der Rechtsabbiegefahrstreifen gesperrt. Geradeausverkehr, Rechtsabbieger und Fahrradfahrer teilen sich während der Bauzeit eine Fahrspur, diese sei entsprechend der Straßenverkehrsordnung markiert worden. Die Führung entlang der Baustelle sei regelgerecht, habe „über einen gewissen Zeitraum Bestand“ und sei bisher auch nicht auffällig gewesen.

Die Baustelle an der Schillerstraße am 30. April 2018. Quelle: Matthias Roth

Jana betont: „Die Führung von Radverkehr in Baustellen ist bei jeder Baumaßnahme ein Thema und wird von den Mitarbeitern der Verwaltung und der Polizei sehr sensibel behandelt.“ Auch die bisherige Verkehrsführung ohne Baustelle an dem Knotenpunkt von der City zur Südmeile sei bisher auch laut Polizei kein Unfallschwerpunkt.

Lkw-Fahrer muss sich verantworten

Bei den Ermittlungen der Polizei zum Unfallhergang haben sich keine neuen Anhaltspunkte ergeben. Die Beamten gehen weiterhin davon aus, dass die Radfahrerin und der Lkw auf der sowohl für Geradeausfahrer als auch Rechtsabbieger ausgewiesenen Fahrspur auf das Ampelzeichen warteten. Die 16-Jährige wollte bei grünem Licht geradeaus über die Kreuzung fahren, der Lkw bog nach rechts ab und beachtete die vorfahrtsberechtigte Radfahrerin offenbar nicht.

Trauer um die 16-jährige Schülerin: Blumen und Kerzen am Unfallort. Quelle: André Kempner

Dieser Ermittlungsstand wird auch durch die Aussage eines weiteren Radfahrers gestützt, der zum Unglückszeitpunkt direkt hinter der 16-Jährigen an der Kreuzung wartete. Gegen den 45-jährigen Lkw-Fahrer wird ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung vorbereitet. Er ist nach Polizeiangaben auf freiem Fuß, aber für die Behörden zu erreichen.

City-Logistik verbessern

Das Verkehrs- und Tiefbauamt will die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer beim Thema Liefer- und Baustellenverkehr in der City weiter verbessern. Bei der „Andienung der Innenstadt“ müsse eine effiziente Citylogistik genauso eine Rolle spielen wie die Attraktivität des öffentlichen Raums und Fragen der Verkehrssicherheit.

Auch wenn Fahrradunfälle in Leipzig deutlich seltener vorkommen als andere Zusammenstöße, so haben sie meist einen tragischen Ausgang. In der offiziellen Polizeistatistik werden für das vergangene Jahr 1171 Unfälle ausgewiesen, an denen Radler beteiligt waren. Jeder siebte Radunfall endet mit schweren Verletzungen.

Von Evelyn ter Vehn / Matthias Puppe

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