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Stadt Leipzig beauftragt Abriss der Fabrikruine am Bayerischen Bahnhof

Stadt Leipzig beauftragt Abriss der Fabrikruine am Bayerischen Bahnhof

Nur einen Tag nach dem Beschluss des Stadtrates zur Neugestaltung der ehemaligen Gleistrasse zum Bayerischen Bahnhof hat der Vergabeausschuss den Abriss der Fabrikruine "Gurken-Schumann" am Dösener Weg beauftragt.

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Grünes Licht für den Abriss der früheren Konservenfabrik "Gurken-Schumann" im Dösener Weg.

Quelle: André Kempner

"Das ist der Startschuss für die Entwicklung des Areals", erklärte gestern der Vorsitzende des Vergabegremiums, Siegfried Schlegel (Linke). Der Abriss der alten Konservenfabrik erfolge im September/Oktober.

"Das Vorhaben soll neben der Umfeldgestaltung am Haltepunkt Bayerischer Bahnhof Initialprojekt an der Enwicklungsachse bis zur Semmelweisbrücke sein", so Schlegel weiter. Den Abriss und eine anschließende Grünflächengestaltung habe der Stadtrat schon im vorigen Jahr auf Antrag der Linksfraktion beschlossen. Die Umsetzung könne jetzt erfolgen, weil parallel zum Rahmenvertrag für die Entwicklungsachse in einer Sondervereinbarung auch das Thema "Gurken-Schumann" geregelt wurde.

Der Stadtrat hatte am Mittwoch eine Rahmenvereinbarung zur Neugestaltung des "Stadtraums Bayerischer Bahnhof" mit der DB Netz AG und der BBH Entwicklungs GmbH beschlossen. Es handele sich dabei um das "größte Entwicklungsprojekt der nächsten Jahre in Leipzig", sagte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Mit der Vereinbarung sichere sich die Kommune zum einen Mitwirkungsrechte und Optionen für spätere Grundstückskäufe, um dort Kitas und Schulen bauen und Grünflächen anlegen zu können.

Wie berichtet, hatte die Deutsche Bahn im September 2013 den überwiegenden Teil des 36 Hektar großen, brachliegenden Betriebsgeländes an die BBH, eine Tochter der Leipziger Stadtbau AG, veräußert. Diese will dort in den nächsten zehn Jahren die Südvorstadt erweitern. Die Rede ist von Wohnungen für bis zu 4000 Menschen.

Das städtische Liegenschaftsamt geriet dadurch ins Kreuzfeuer. In der Behörde, klagte SPD-Stadtrat Christopher Zenker, finde keine "strategische Flächenpolitik" statt. "Wie kann denn bei einem so großen und wichtigen Grundstück die Stadt überrascht werden?", fragte er. "Oder wollte man vielleicht nur der Diskussion aus dem Weg gehen, dass es Sinn macht, dieses Grundstück strategisch zu erwerben?" Das Liegenschaftsamt hatte eingeräumt, der Verkauf der Bahnflächen sei völlig überraschend gekommen. Zenker verärgert: "Man hätte die Frage diskutieren können, ob es gut und gesund ist für die städtische Entwicklung, dass ein Eigentümer faktisch einen ganzen - wenn auch kleinen - Stadtteil entwickelt und vermarktet." Nach dem Jahrtausendfeld sei es die zweite größere Fläche, bei der sich die Stadt Chancen vergibt.

"Die Stadt", entgegnete der Linken-Bauexperte Schlegel süffisant, "kann ja beweisen, dass sie es besser kann und die Mittel für den Erwerb der Westseite des Hauptbahnhofs bereitstellt. Dort hat die Stadt bekanntlich auch Interessen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.07.2014

Klaus Staeubert

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