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Stadt Leipzig beschließt Lärmaktionsplan: Mehr Tempo-30-Zonen – weniger Lkw-Verkehr

Stadt Leipzig beschließt Lärmaktionsplan: Mehr Tempo-30-Zonen – weniger Lkw-Verkehr

Etwas leiser bitte: Die Verwaltung hat in dieser Woche den Lärmaktionsplan für die Stadt beschlossen. Seit Jahren ringen Umwelt-, Verkehrs- und Wirtschaftsexperten um das Papier.

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Der Lärmaktionsplan sieht mehr Tempo-30-Zonen in der Stadt Leipzig vor.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Bürger gaben per Online-Beteiligung Hinweise, wo ihnen die Ohren dröhnen. Hauptproblem ist der Straßenverkehr. Jetzt sollen Tempo-30-Zonen an 17 hoch belasteten Abschnitten und ein Durchfahrtsverbot für den Lkw-Transitverkehr für mehr Ruhe in Leipzig sorgen.

Die Gesundheit schützen, Lebensqualität steigern, den Standort Leipzig stärken – so umriss Heiko Rosenthal (Die Linke), Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport, am Donnerstag die Ziele des Plans. An 31 in den Lärmkarten erfassten Strecken müssen die Anwohner mehr als 70 Dezibel tagsüber und mehr als 60 Dezibel nachts aushalten. Laut Lärmaktionsplan ist Handeln ab diesen Werten dringend geboten, denn die Belastung macht krank.

Lärmbelastete Straßen in Leipzig:

Für besonders hoch belastete Straßenabschnitte, bei denen Maßnahmen wie eine kurzfristige Sanierung nicht möglich sind, soll die Straßenverkehrsbehörde prüfen, ob die Einrichtung einer Tempo-30-Zone zulässig ist. Das betrifft die:

 

- Antonienstraße (Zschochersche- bis Altranstädter Straße)

- Berliner Straße (Kurt-Schumacher- bis Erich-Weinert-Straße)

- Georg-Schwarz-Straße (William-Zipperer-Straße bis Pfingstweide)

- Hermann-Liebmann-Straße (Eisenbahnstraße bis Meißner Straße)

- Jahnallee (Ranstädter Steinweg bis Lessingstraße und Lessingstraße bis Friedrich-Ebert-Straße)

- Kieler Straße (Taucher- bis Samuel-Lampel-Straße)

- Könneritzstraße (Hausnummer 24 bis Alfred-Frank-Straße und Rochlitz- bis Schnorrstraße)

- Lützner Straße (Zschochersche Straße bis Goetzestraße und Goetze- bis Odermannstraße)

- Prager Straße (Ost- bis Mühlstraße und Kregelstraße bis Prager Straße 153)

- Richard-Lehmann-Straße (Bernhard-Göring- bis Arthur-Hoffmann-Straße)

- Rödelstraße (Könneritzstraße bis Schleußiger Weg)

- Sommerfelder Straße (Zuckelhäuser Straße bis Oberdorfstraße)

- Zweinaundorfer Straße (Reibeckstraße bis Kohlgartenweg)

An anderen stark belasteten Hauptverkehrsadern sollen freundliche Hinweise – zum Beispiel Geschwindigkeitsanzeigen mit Smiley – die Verkehrsteilnehmer daran erinnern, selbst etwas für die Lärmminderung zu tun.

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Leipzigs Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport, Heiko Rosenthal (Linke).

Quelle: André Kempner

Ein weiterer Schritt ist die Einschränkung des Lkw-Transitverkehrs. Der Schwerlastverkehr soll die Stadt auf dem Autobahnring umfahren. Die rechtlichen Gegebenheiten müssten geprüft werden, dann könnten an den Ortseingängen Verkehrszeichen für das Durchfahrtsverbot aufgestellt werden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir noch dieses Jahr in die Umsetzung gehen“, so Rosenthal. Wie groß die Entlastung prozentual oder absolut an Fahrzeugen sein wird, dazu konnte die Stadt am Donnerstag keine Aussage machen.

Über die kurzfristigen Maßnahmen hinaus sieht der Lärmaktionsplan ein ganzes Bündel von Möglichkeiten vor. Lärmschutzwände, Rasengleise für Straßenbahnen, ein besserer Straßenbelag sind Beispiele. Über das gerade im Stadtrat verabschiedete mittelfristige Investitionsprogramm 2020 für den Straßen- und Brückenbau hat das Verkehrs- und Tiefbauamt eine Hauptaktie an den Lärm mindernden Maßnahmen. „Mit dem Lärmaktionsplan ist ein Anfang gemacht“, sagte Baudezernentin Dorothee Dubrau.

Über die Webseiten der Stadt Leipzig können Bürger auf den Lärmkarten straßengenau einsehen, wie hoch die Belastung vor ihrer Haustür ist. Grundlage für die Kartierung sind keine Messungen, sondern Berechnungen, die Daten wie Verkehrsmenge, Höchstgeschwindigkeit, Straßenbreite etc. berücksichtigen. Die Karten im Netz sind auf dem Stand von 2012. Einen Anspruch auf die Umsetzung der Maßnahmen des Lärmaktionsplans haben die Bürger allerdings nicht. „Das ist ein Leitfaden für die Verwaltung“, erklärte Rosenthal.

Evelyn ter Vehn

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