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Stadt Leipzig plant Wachstum bis 2030 – Verdichtung in Stadtteilen

Verbindliche Grundlagen Stadt Leipzig plant Wachstum bis 2030 – Verdichtung in Stadtteilen

Leipzig boomt und diesem anhaltenden Wachstum soll nun auch ein detailliertes Stadtentwicklungskonzept Rechnung tragen. Die Grundlagen für alles künftige Handeln sollen im Februar beschlossen werden.

Quelle: LVZ-Archiv

Leipzig. Die Stadtverwaltung hat am Mittwoch den Entwurf für ein Stadtentwicklungskonzept bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Der 300 Seiten starke Plan wurde mit Bürgerbeteiligung erarbeitet und soll künftig die Grundlage allen Handelns bei der Stadtplanung sein. Im Kern geht das Konzept von einem weiteren, erheblichen Wachstum der Messestadt aus. Der erarbeitete Zwölfjahresplan soll auch dafür notwendige Investitionen auf den Weg bringen.

„Das ist die wichtigste Vorlage der nächsten fünf Jahre“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) bei der Vorstellung im Neuen Rathaus. In den kommenden Wochen sollen deshalb auch alle Leipziger noch einmal die Möglichkeit haben, jedes Detail einzusehen und darauf einzuwirken. Das Konzept steht inzwischen komplett im Netz, wird in Ausstellungen ab Freitag im Hauptbahnhof und ab 1. September in der Stadtbibliothek zu sehen sein. Zudem lädt die Kommune am Donnerstag um 17 Uhr zu einer Diskussionsrunde in den Festsaal des Neuen Rathauses ein. Ziel sei es letztlich, den Rahmenplan im Februar 2018 im Stadtrat zu beschließen, um unter anderem auch künftige Haushalte darauf ausrichten zu können.

Situation vor zehn Jahren noch völlig anders

Mehr Einwohner, mehr Wirtschaftswachstum und mehr Internationalität – das sind die Grundannahmen im neuen Entwicklungskonzept. Den Prognosen zufolge werde Leipzig im Jahr 2030 etwa 720.000 Einwohner haben. „Mir persönlich wäre es lieb, wenn wir bei 700.000 innehalten. Mir ging das Wachstum zuletzt fast zu schnell“, so Jung am Mittwoch. 

Vor acht Jahren wurde der letzte Stadtentwicklungsplan vorgestellt, damals noch unter ganz anderen Vorzeichen. Eine schrumpfende Messestadt, fehlende Arbeitsplätze und eine zunehmende Überalterung waren anno 2009 die größten Probleme. „Wir sind inzwischen in einer völlig anderen Situation als noch vor zehn Jahren. Überall wird der Mantel langsam zu eng“, sagte der OBM am Mittwoch. Und Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) mutmaßte sogar, der berühmte Slogan "Leipziger Freiheit" werde angesichts von schrumpfendem Leerstand in Leipzig künftig schwieriger umzusetzen sein.

Mehr Menschen in Stadtteilen – Investitionen in den ÖPNV

Um im Bild des Mantels zu bleiben: Viel größer wird dieser auch in Zukunft nicht werden, weil sich die Stadtgrenzen nicht verschieben. Eine wachsende Kommune erfordere deshalb auch Verdichtung innerhalb der Stadtteile, so die Baubürgermeisterin weiter. „Verdichtung heißt Enge, Reibung auch mal Auseinandersetzung“, ergänzte Jung. Damit sich die Leipziger trotzdem noch weiterhin wohlfühlen können, seien unter anderem verstärkte Mehrfachnutzungen von öffentlichen Flächen und Gebäuden notwendig.

Neben dem Erhalt von Lebensqualität hat das Entwicklungskonzept zehn weitere Fachbereiche im Fokus. Die Verkehrssituation spiele natürlich eine zentrale Rolle. Sicher, sauber, zuverlässig und bezahlbar sind laut Jung die Eckpunkte der künftigen Fortbewegung in der Messestadt. Dazu werden auch weitere Investitionen in den Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) notwendig sein. Laut Jung werde beispielsweise auch darüber nachgedacht, bis zu eine Milliarde Euro in den Verkehrsraum zu investieren.

Schwerpunktgebiete im Leipziger Stadtentwicklungsplan 2030.

Quelle:

70 neue Schulen – 100 neue Kitas

720.000 Leipziger – das bedeutet auch mehr Kinder und Jugendliche an der Pleiße. „Wir werden etwa 70 neue Schulen benötigen, schon in den nächsten zehn Jahren etwa 100 neue Kitas bauen müssen“, so Jung weiter. Beim Thema Sicherheit sollen zeitnah zusätzliche Stellen für den Stadtordnungsdienst geschaffen werden, Grünflächen künftig auch verstärkt über den zweiten Arbeitsmarkt gepflegt werden. Nicht zuletzt gehören auch weiterhin Investitionen in die Wirtschaftskraft der Stadt zum Kern der Bemühungen. „Leipzig wird nicht auf mehr als 700.000 Einwohner anwachsen, wenn es keine Arbeitsplätze gibt“, so Jung.

Klar ist, dass ein Plan für die kommenden zwölf Jahre nicht alle Detail vorwegnehmen kann. Dennoch haben sich die Macher des Konzept auch detailliert bereits alle 63 Leipziger Ortsteile angeschaut und aufgrund besonderer Bedeutung für das Wachstum in Leipzig auch Schwerpunktgebiete definiert. Dazu gehören neben der Innenstadt und dem Nordraum mit seinen Gewerbeansiedlungen auch die zu schützenden Auenräume und Grünachsen in der Stadt, die Stadtgebiete in Grünau, im Leipziger Osten, in Paunsdorf, Schönefeld und Mockau sowie die neu entstehenden Stadtteile am Bayerischen Bahnhof, an der Alten Messe, am Freiladebahnhof Eutritzscher Straße, am Hauptbahnhof Westseite, am Parkbogen Ost, in Plagwitz-Neulindenau, auf dem ehemaligen Kasernengelände in Möckern, in der Bremer Straße, in Böhlitz-Ehrenberg und in Heiterblick.

Matthias Puppe

Das Konzept im Netz:  www.leipzig.de

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