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Stadt Leipzig verleiht Preis für Familienfreundlichkeit

Verein Mühlstraße 14 ist Sieger Stadt Leipzig verleiht Preis für Familienfreundlichkeit

Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) hat am Sonnabend den Familienfreundlichkeitspreis der Stadt Leipzig verliehen. In sechs Kategorien vor rund 200 Gästen in der Glaskuppel der LVZ.

Gruppenbild mit den Preisträgern: Sozialbürgermeister Thomas Fabian (3.v.l.) hat am Sonnabend in der Glaskuppel der Leipziger Volkszeitung den Familienfreundlichkeitspreis der Stadt Leipzig verliehen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) hat am Sonnabend den achten Familienfreundlichkeitspreis der Stadt Leipzig verliehen. In sechs Kategorien vor rund 200 Gästen in der Glaskuppel der LVZ.

152 Vorschläge waren nach dem Aufruf der Stadt eingegangen. Man entdecke darunter immer wieder neue Projekte und Initiativen. „Auch dieses Mal gab es einige Überraschungen“, erklärte Fabian. Es brauche eben nicht nur eine kommunale Infrastruktur zur Herstellung von Familienfreundlichkeit. „Der menschliche Kitt“ sei dabei ebenfalls sehr wichtig. Die Auszeichnung sei auch eine Möglichkeit, die vielen meist ehrenamtlichen Initiativen bekannter zu machen. „Wir wollen sie mit dem Preis aufspüren und wertschätzen.“ Die Jury allerdings stehe immer wieder vor einer enorm schweren Aufgabe – vor allem, weil die einzelnen Projekte sehr unterschiedlich und daher eigentlich kaum vergleichbar sind.

Den ersten Platz (3000 Euro) gewann der Verein Mühlstraße 14. Das Angebotsspektrum umfasst Treffen und Kurse für alle Altersgruppen, ein internationales Tanzfest, ein Mehrgenerationen-Hoffest, das Seniorenbüro „Inge und Walter“, das Familienzentrum Mühlstraße, das Kulturfestival „Ostlichter“. Zur Unterstützung der Asylunterkunft Riebeckstraße wurden gemeinsame Treffs und Spenden organisiert. „Flüchtlingsfamilien wird geholfen, sich in Reudnitz heimisch zu fühlen“, erklärte Laudator Rüdiger Ulrich, stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfe-Ausschusses. Der Verein sei ein „Leuchttum im lebendigen Leipziger Osten“. Das Preisgeld soll unter anderem in die Hofgestaltung fließen.

Platz zwei (2000 Euro) ging an den Familienerlebnisgarten von Volker Wönckhaus. Hinter einer Häuserzeile nahe der alten Messe hat er einen ehemaligen Wirtschaftshof aus eigenen Mitteln familienfreundlich umgebaut, dabei Abrissmaterial neu verwendet. „Spielplatz und Garten sind für jedermann frei zugänglich“, betonte Grit Behse-Bartels, Laudatorin und Professorin an der HTWK. „Andere ziehen Mauern um ihre Höfe“, sagte Volker Wönckhaus. Er wolle seinen Teil zu einer lebenswerten Stadt beitragen, erklärte der Preisträger, der vom Preisgeld nun Outdoor-Trommeln kaufen will.

Den dritten Preis (1000 Euro) erhielt der Familienentlastende Dienst (FED) des Vereins „Elterninitiative Hilfe für Behinderte und ihre Angehörigen“. Rund 400 Familien nutzen die Angebote des FED, der stundenweise betreut, bei der Pflege zu Hause hilft, Freizeitangebote, Ferienreisen oder Ferienbetreuung bereitstellt. Rund 100 ehrenamtliche und geringfügig beschäftigte Helfer gehören zum Team um Kerstin Keller. Mit seiner Arbeit leiste der Verein einen großen Beitrag zur Entlastung von Familien mit behinderten Menschen, lobte Steffen Jantz, Sprecher der Leipziger Messe und Laudator für die Auszeichnung. Das Preisgeld soll in ein neues Projekt fließen, das ältere Menschen mit Behinderung stärker in den Fokus rückt.

Der Preis in der Kategorie „Miteinander der Generationen“ wurde am Sonnabend erstmals verliehen. Er ging an das Projekt „Jung und alt zusammen aktiv“ der Volkssolidarität. Laudator Georg Teichert, Vorsitzender des Kinder- und Familienbeirates, würdigte die Initiative, bei der Bewohner der Schönefelder Seniorenbegegnungsstätte einmal im Monat die Klasse 3b der Grünauer Förderschule empfangen. Die Kinder führen immer ein Programm auf, es wird gemeinsam gespielt, gebastelt und zusammen Mittag gegessen. Aus der Zuschrift eines beteiligten Seniors: „Die Kinder haben das Gefühl, da ist jemand, der hat Zeit für mich. Und selbst denkt man, da ist jemand, der Dich braucht.“ Es hätten sich richtige kleine Freundschaften gebildet, erklärte Georg Teichert. „Abgucken und nachmachen ist erwünscht“, meinte Bürgermeister Fabian. Die 1000 Euro Preisgeld könnten dem Wunsch nach einem gemeinsamen Tagesausflug auf die Sprünge helfen. Denn das Projekt wird sonst ausschließlich privat finanziert.

Den Preis der Kinderjury erhielt das Kreativcafé „Kunst und Kuchen“ in der Davidstraße – wegen seines vielfältigen und einfallsreichen Angebots für die ganze Familie und seiner herzlichen Atmosphäre. Leiterin Eva-Maria Prell will die 1000 Euro Preisgeld in neue Kursangebote investieren, sowie in die Ausstattung – vor allem in Nähmaschinen und Spielzeug.

Der Sonderpreis der Verwaltung ging an Christoph Graebel, den Mit-Initiator der Sachspendenzentrale. Im Gespräch mit Moderatorin Silvaine Reiche hob Bürgermeister Fabian dessen Engagement für Flüchtlinge hervor. Die Sachspendenzentrale sei ein wunderbares Beispiel für bürgerschaftliches Engagement. Graebel wollte das Lob nicht auf sich allein sitzen lassen, gab den Dank weiter an die zahlreichen Helfer – und an die Leipziger. Die Sachspendenzentrale, die auch Spenden an andere Bedürftige weitergibt, sei ja eigentlich nur der Vermittler.

Weitere Nominierte für die Auszeichnungen: die Personal- und Eventagentur „Kindertag Leipzig/Luther Events UG“, das „Lesefest in leichter Sprache“, der Verein Leselust, das Theatrium Leipzig, das „Willkommensprojekt Villa e.V.“, das Dachtheater/Haus Steinstraße sowie die Nachbarschaftsinitiative „Dresdner 59/Johanna Pahl“.

Hauptsponsor des Familienfreundlichkeitspreises ist die Leipziger Gruppe (Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Wasserwerke). Familienfreundlichkeit sei wichtig für eine Steigerung der Lebensqualität in der Stadt, sagte Ulf Middelberg im Namen der Gruppe. Weiterer Sponsor ist die Leipziger Messe.

Von Björn Meine

Leipzig, Peterssteinweg 19 51.332024 12.37503
Leipzig, Peterssteinweg 19
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