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Lokales Stadt Leipzig veröffentlicht Suchtbericht – steigende Nachfrage nach Crystal
Leipzig Lokales Stadt Leipzig veröffentlicht Suchtbericht – steigende Nachfrage nach Crystal
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19:28 16.07.2012
In Leipzig ist die Nachfrage nach der Droge Crystal in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Quelle: dpa
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Leipzig

Zurückgeführt wird dies auf die abnehmende Verfügbarkeit von Heroin. Gleichzeitig wird bei Cannabisprodukten immer häufiger ein höherer Wirkstoffgehalt verzeichnet.

Nach Angaben des Sozialdezernates hat es in den vergangenen Jahren eine deutliche Veränderung des Drogenmarktes und des Konsumverhaltens gegeben. Bei den Cannabisprodukten gefährden neben dem gestiegenen Wirkstoffgehalt zunehmend auch künstliche Cannabinoide die Konsumenten, weil deren schädliche Wirkung durch die Verschiedenartigkeit der verwendeten Substanzen nicht eingrenzbar sei. Besonders hohes Suchtpotenzial habe das aufputschende Methamphetamin, welches unter den Modenamen Crystal oder Meth bekannt ist. Es führt nach kurzer Zeit zur Abhängigkeit und irreversiblen gesundheitlichen Schäden.

Der am Montag veröffentlichte Suchtbericht beschreibt die so genannte aktuelle Versorgungssituation mit Stand vom Juni 2012 und zeigt, wo es Handlungsbedarf gibt. „ Die Leipziger Suchtpolitik orientiert sich an den vier Säulen Prävention, Beratung und Behandlung, Maßnahmen zur Schadensminimierung sowie Repression. Dabei nimmt sie legale wie illegale Suchtstoffe in den Blick“, wird Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) zitiert.

Hilfe für Suchtkranke häufiger in Anspruch genommen

Thema des Berichtes ist auch die Arbeit der ambulanten und stationären Suchthilfe. Demzufolge wurden 2011 in den sieben Suchtberatungs- und Behandlungsstellen in Leipzig insgesamt 4004 Menschen betreut, 2730 von ihnen waren neu oder wieder aufgenommen worden. Die meisten Menschen kamen wegen Alkohol- und Opiatabhängigkeit. Zu den Opiaten gehören unter anderem Heroin, Methadon sowie einige Schmerz- und Beruhigungsmittel.

Im Park-Krankenhaus in Leipzig wurden im vergangenen Jahr weniger opioid-abhängige Männer und Frauen behandelt, gleichzeitig litten aber mehr Patienten unter einer Sucht nach Stimulanzien, wozu Kokain und Amphethamine, aber auch Nikotin und Appetitzügler zählen. Das Sächsische Krankenhaus Altscherbitz in Schkeuditz verzeichnete 2011 längere durchschnittliche Behandlungszeiten. Die dort behandelten Patienten hatten laut Suchtbericht ausgeprägte Suchtfolgeerkrankungen und waren häufig in einem schlechten Allgemeinzustand.

Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität als Aufgabenschwerpunkt

Als einen Aufgabenschwerpunkt sieht die Stadt deshalb die Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität in Leipzig, insbesondere die Verhinderung einer offenen Konsumszene. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig mehr Rauschgiftdelikte als im Vorjahreszeitraum erfasst. Waren es 2010 noch 1183, stieg die Zahl 2011 auf 1458. Damit lag der Anteil der Rauschgiftdelikte an der Gesamtkriminalität im vergangenen Jahr bei 2,3 Prozent.

Ines Christ

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