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Lokales Stadt Leipzig verteidigt Baumrodung am Plagwitzer Felsenkeller
Leipzig Lokales Stadt Leipzig verteidigt Baumrodung am Plagwitzer Felsenkeller
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15:02 11.07.2016
Blick auf den Eingang zum Felsenkeller. (Archivfoto)  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Auf dem Gelände des Felsenkellers im Stadtteil Plagwitz wurden Anfang des Jahres mehrere sehr alte Kastanien-Bäume gefällt. Das blieb nicht unbemerkt, rief unter anderem die Stadtratsfraktion der Grünen auf den Plan, die rechtswidrigen Aktionismus und eine unnötige Ausdünnung des Baumbestands im Stadtteil befürchtete. Wie die Stadtverwaltung nun aber aufklärt, waren die Rodungen offenbar aus Sicherheitsgründen notwendig und abgestimmt. Als Ausgleich sollen neue Gehölze auf dem Gelände wachsen.

Die Fällung von insgesamt neun Bäumen war laut Kommune bereits Ende Januar vom Grundstückseigentümer „zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit auf dem Felsenkellergelände“ beantragt worden. Projektentwickler Ingo Seidemann plant in naher Zukunft nicht nur weitere denkmalgerechte Sanierungen am historischen Gebäudeensemble, sondern will zeitnah auf der nördlichen Freifläche auch einen Supermarkt entstehen lassen.

Im Februar habe die zuständige untere Denkmalschutzbehörde dem Antrag auf Baumfällung „schweren Herzens […] und im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen“ stattgegeben, heißt es nun aus dem Neuen Rathaus. Grundlage für die Entscheidung sei ein Sachverständigengutachten aus dem Frühjahr 2013 gewesen, das damals eine Rodung für dringend erforderlich gehalten habe. „Laut Gutachten waren die Bäume durch Pilze und Fäule befallen, hatten einen hohen Totholzanteil und die Kronen waren partiell abgestorben. Eine Regeneration war nicht zu erwarten“, heißt es dazu in einer Mitteilung an den Stadtrat. Vielmehr hätten Äste abbrechen, sogar Gehölze umfallen können.

Lageplan des nördlichen Areals am Felsenkeller. Gefällte Bäume rosa markiert, neu geplanzte Gehöle gelb. Quelle: Stadt Leipzig / Ratsinformationssystem

Durch die Rodung der neun alten Bäume sei eine Gefährdung für Menschen ausgeschlossen und die Nutzung des Felsenkellers weiterhin ermöglicht worden, so die Stadtverwaltung weiter. Mit dem Grundstückseigner wurden allerdings auch fünf neue Bäume vereinbart, die aufgrund der geplanten Bauarbeiten rings herum um die Freifläche gepflanzt wurden.

Der heutige Felsenkeller mit seinem markanten neobarocken Eckturm wurde 1890 errichtet und dient seither als Veranstaltungs- und Ballgebäude. Nach einer ersten Instandsetzung zur DDR-Zeit wird das Gebäudeensemble seit 2005 sukzessiv saniert. Nach wechselnden Betreibern mit nur mäßigem Erfolg wird das Programm im Felsenkeller seit 2014 erfolgreich von einer aus Dessau-Roßlau stammenden Veranstaltergemeinschaft organisiert. Nach Eröffnung eines zusätzlichen Biergartens soll noch in diesem Jahr auch der Neubau eines Supermarktes mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche auf dem weiteren Gelände beginnen, heißt es.

Von mpu

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