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Lokales Stadt Leipzig will Ende des Leopoldparks nicht verhindern
Leipzig Lokales Stadt Leipzig will Ende des Leopoldparks nicht verhindern
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10:38 19.02.2018
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Leipzig

Seit Monaten engagiert sich eine Anwohner-Initiative im Stadtteil Connewitz für den Erhalt des Leopoldparks. Ein Ende wird nun allerdings immer wahrscheinlicher. Denn die Stadtverwaltung sieht weder Grund noch Möglichkeit, das kürzlich vom Privatbesitzer zum Verkauf angebotene Gelände an der Leopoldstraße auch künftig als öffentlichen Park zu erhalten. „Die dauerhafte Nutzung als Grünfläche würde einen Ankauf durch die Stadt Leipzig voraussetzen“, heißt es auf Anfrage von Linken-Stadträtin Juliane Nagel. Dafür seien allerdings keine Mittel im Haushaltsplan vorgesehen. Zudem bestehe im Stadtteil auch eher Bedarf an neuem Wohnraum als an Grünanlagen.

Seit gut 15 Jahren wird die einstige Garagen- und Brachfläche an der Kreuzung zur Wolfgang-Heinze-Straße von Anwohnern als Park genutzt. Im Dezember 2001 wurden Wege von der Stadt angelegt, später auch Spielgeräte aufgestellt, zudem eine Zwischennutzung als öffentliche Grünanlage für fünf Jahre zwingend festgelegt. 2004 übernahm eine Privatinvestorin das Gelände von der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), nun steht es wieder zum Verkauf: Aktuell müssten laut Immobilien-Portal 2,15 Millionen Euro aufgewendet werden, um die knapp 5.600 Quadratmeter zu erwerben. Laut Flächennutzungsplan ist an dieser Stelle Wohnungsbau vorgesehen, auch kleine Läden oder Büros in den unteren Etagen wären wohl denkbar.

Seit gut 15 Jahren gehört der Leopoldpark zum Leipziger Stadtteil Connwitz. Nun soll die Grünanlage für den Bau von Wohnungen verkauft werden. Die Stadt Leipzig will an dieser Perspektive nichts ändern.

Drei Parks in unmittelbarer Nähe – Bedarf an neuen Wohnungen

Das Dezernat von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) will an dieser Perspektive auch nichts ändern. Denn Grün gebe es genug in Connewitz. In geringer Entfernung zum Areal befänden sich mit den Parkanlagen Kronengarten, Herderstraße und Biedermannstraße drei weitere Naherholungsflächen, die einstmals mit öffentlichen Geldern saniert worden waren. Somit sei die „die Versorgung der Bevölkerung mit wohnungsnahen Erholungsflächen auch im Vergleich zu anderen Stadtteilen angemessen“.

Mit Blick auf die unaufhörlich wachsende Leipziger Stadtgesellschaft, inklusive einer steigenden Nachfrage nach Wohnraum, stünden vielmehr andere Optionen als ein Erhalt des Leopoldparks auf der Agenda. „Die in diesem Zeitraum im Vergleich zu anderen Ortsteilen geringe Zunahme an Einwohnern kann so interpretiert werden, dass in Connewitz nur ein geringes Potential an leer stehenden Wohnungen besteht, woraus sich ein grundsätzlicher Bedarf an Wohnungsneubau ableiten lässt“, so das Dezernat für Stadtentwicklung und Bau.

Der Leopoldpark biete sich als Baufläche auch deshalb an, weil er – wie im neuen wohnungspolitischen Konzept favorisiert – eine bereits früher bebaute Fläche sei und direkten Zugang zum öffentlichen Nahverkehr biete. „Vor diesem Hintergrund sollte am bestehenden Planungsziel, hier Wohnungsbau zuzulassen, festgehalten werden“, so die Kommune weiter.

Auch die von Stadträtin Nagel ins Spiel gebrachte Bürgerbeteiligung bei den Zukunftsplänen für den Leopoldpark hält die Kommune für kaum möglich. „Der Eigentümer hat […] einen Rechtsanspruch auf die Erteilung der Baugenehmigung, wenn dem Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen. Eine Beteiligung der Bürger ist dabei gesetzlich nicht vorgesehen“, heißt es aus dem Neuen Rathaus.

Matthias Puppe

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