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Lokales Stadt Leipzig will selbst Erzieher ausbilden
Leipzig Lokales Stadt Leipzig will selbst Erzieher ausbilden
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22:02 14.05.2018
Damit es auch in den künftigen neuen Kitas genügend Erzieherinnen gibt, will die Stadt Leipzig selbst ausbilden. Quelle: dpa
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Leipzig

Die Stadt Leipzig will selbst aktiv werden, um den Fachkräftemangel bei den Erzieherinnen zu beheben. Ab August sollen eigene Nachwuchskräfte ausgebildet werden. In der Dienstberatung des Oberbürgermeisters wurde der Plan vergangene Woche durchgewunken; der Stadtrat muss in seiner Sitzung am 20. Juni noch zustimmen. Die SPD-Fraktion hatte die Initiative mit einem Antrag angestoßen. Vor gut zwei Wochen wurden die ­Stellenanzeigen veröffentlicht. Es liegen mehr als 80 Bewerbungen für die 25 Plätze vor.

Derzeit 1436 Erziehrinnenstellen in Leipzig

Die jährlich steigenden Geburtenzahlen sowie der Zuzug junger Familien erfordern nicht nur neue Gebäude, sondern auch mehr Personal. „Die eigene Ausbildung ist wichtig, weil wir einen sehr hohen Bedarf für unsere städtischen Einrichtungen haben“, erklärte Claudia Franko, Leiterin des Personalamts, der LVZ. Derzeit gibt es 1436 Erzieherinnenstellen. Für Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD) ist die Initiative auch ein wichtiger Schritt, um den Erzieherberuf zu einem echten Ausbildungsberuf zu machen. In vielen Fällen handelt es sich derzeit um unbezahlte, teils kostenpflichtige, Ausbildungen an Fachschulen. Die Stadt will die neuen Azubis praxisnah ausbilden und nach dem Tarifvertrag für Auszubildende im öffentlichen Dienst bezahlen; im Schnitt bedeutet das 1150 Euro brutto monatlich. Für die Stadtkasse werden 460 000 Euro im Jahr zusätzlich fällig. Laut Hörning gibt es keine aktuellen Betreuungsengpässe. Beim ersten Schritt in die eigene Ausbildung gehe es um die personelle Versorgung für neu zu eröffnende Einrichtungen. Man benötige auch weiterhin neue Erzieherinnen von den Fachschulen.

Praktische Ausbildung in städtischer Kita

Die Fachschulen für Sozialwesen mit dem Fachbereich Sozialpädagogik kümmern sich derzeit um die Erzieherausbildung in Sachsen. Den theoretischen Teil der drei- bis vierjährigen Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin sollen die neuen Auszubildenden an einer selbst gewählten Bildungseinrichtung in Leipzig absolvieren. Zum Beispiel am Berufsschulzentrum Henriette Goldschmidt oder auch an den Schulen privater Bildungsträger. Die praktische Ausbildung erfolgt dann in einer städtischen Kita.

SPD sieht Bedarf an 800 Erziehern bis 2020

Bereits 2012 hatte die SPD wegen absehbaren Personalmangels von der Verwaltung ein Konzept zur Erzieherausbildung gefordert, sagte Fraktionschef Christopher Zenker. Bisher liege das aber nicht vor. Bis 2020 müssen laut SPD mehr als 800 Erzieherstellen nach oder neubesetzt werden – wegen Altersabgängen, neuer Einrichtungen und verbessertem Betreuungsschlüssel. Das sei Ergebnis einer Anfrage vom Herbst. Mit der eigenen Lehre habe die Stadt die Möglichkeit, sich als guter Ausbilder zu präsentieren und frühzeitig Personal an sich zu binden, sagte Zenker. Schon ab dem zweiten Lehrjahr könnten Azubis das Personal spürbar entlasten. Gegenüber der schulischen Ausbildung würden angehende Erzieherinnen früh in die Abläufe der Kindertagesstätten eingebunden.

Kurz- bis mittelfristig werde die Stadt ihren Bedarf ohne eigene Ausbildung nicht decken können, so der Fraktionschef. Zenker hofft, dass von der städtischen Ausbildungs-Initiative auch das Signal an die freien Träger der Schulen geht, die Kapazitäten zu erhöhen.

Von Björn Meine

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