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Lokales Stadt geht mit Infotafeln in die Offensive und klärt über Waldpflege auf
Leipzig Lokales Stadt geht mit Infotafeln in die Offensive und klärt über Waldpflege auf
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18:02 06.07.2018
Fünf Infotafeln wurden jetzt in der Nonne aufgestellt, erklären den Wald und seine Bewirtschaftung. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Was hat ein Pilz aus Nordasien mit totkranken Eschen und dem Kahlschlag in der Nonne vor knapp zwei Jahren zu tun? Warum heißt das Schleußiger Wäldchen nach den geistlichen Damen, wo doch weit und breit keine zu sehen sind? Und warum muss ein Wald überhaupt „bewirtschaftet“ werden? Diese und weitere Fragen beantworten jetzt fünf neuen Infotafeln, die am Freitag am Revierort Nonne aufgestellt wurden.

Die Tafeln gingen auf einen Ratsbeschluss zurück, sollten den Leser aufklären und verdeutlichen, was die Stadt im Wald mache und was nicht, erklärte Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal zur Einweihung. Der Auwald erlebe seit Jahren einen intensiven Umbau mit sichtbaren Arbeiten und Folgen. „Für den Bürger sind notwendige Baumfällungen oft nicht direkt nachvollziehbar“, sagte er. „Tatsächlich ist es aber so, dass wir es insbesondere der sinnvollen Bewirtschaftung zu verdanken haben, dass wir einen Auwald mit außerordentlich hoher Biodiversität haben.“

Die Schilder erklären etwa die Maßnahmen der Bewirtschaftung. Quelle: Andre Kempner

Stadtförster Andreas Sickert: „Da private Grundstückseigentümer bei illegalen Baumfällungen oft mit empfindlichen Bußgeldern bedacht werden, stößt das Fällen von Bäumen im Wald bei den erholungssuchenden Bürgern oft auf wenig Verständnis. Eine ausgiebige Öffentlichkeitsarbeit ist deshalb für die Forstverwaltung notwendig.“ Tatsächlich gingen im Forstamt der Stadt jeden Tag etliche Anrufe ein, würden die Mitarbeiter auch beschimpft. Dabei geschehe Waldpflege nun mal nicht mit der Rosenschere. Weitere Tafeln, deren Inhalte in Zusammenarbeit mit der AG Stadtwald und zum Beispiel den Ökolöwen entstanden waren, sollen auch im Rosental aufgestellt werden.

In der Nonne werden die Infos wohl zum Winter interessiert gelesen werden, wenn die nächste Einschlagsaison beginnt. „Wir werden hier nochmal sehr intensiv reingehen müssen“, kündigte Sickert an. Das Waldstück müsse durchforstet werden, kranke Eschen und solche, die den Rad- und Fußgängerverkehr auf den zahlreichen Waldwegen gefährden, müssten entnommen werden. Zugleich werde versucht, den Totholzanteil im Wald anzuheben. Kahlschläge größerer Flächen, mitunter zur Aufforstung etwa mit Stieleichen nötig, werde es in der Nonne vorerst nicht mehr geben.

Als zweiter Schwerpunkt der Förster im Stadtgebiet werde im Winter voraussichtlich in der Burgaue eine 13 Hektar große Fläche in eine Mittelwaldbewirtschaftung rücküberführt, sagte Sickert.

Von Jörg ter Vehn

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