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Lokales Stadt stellt Pläne für Flüchtlingsunterkunft im Leipziger Fechner-Gymnasium vor
Leipzig Lokales Stadt stellt Pläne für Flüchtlingsunterkunft im Leipziger Fechner-Gymnasium vor
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22:12 25.11.2013
Polizeifahrzeuge sichern die Infoveranstaltung in der Leipziger Matthäuskirche ab. Quelle: Dirk Knofe

Bereits am späten Nachmittag formierte sich die Polizei rund ums ehemalige Fechner-Gymnasium in der Löbauer Straße. Schnell machten Gerüchte die Runde, dass erneut eine NPD-Kundgebung wie am vergangenen Montag bevorsteht. Doch die Polizei wollte lediglich gut vorbereitet sein, falls es zu Zwischenfällen kommt. Das Thema „Asyl-Schule" ist in Schönefeld nach wie vor brisant, obwohl es nur um eine Zwischenlösung bis 31. März 2014 geht.

Viele Eltern der benachbarten Astrid-Lindgren-Schule und Anwohner fühlen sich überrumpelt. Hintergrund: Von den Plänen der Stadt haben sie erst erfahren, als die ehemalige Schule bereits eingeräumt wurde (die LVZ berichtete). Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) warb am Abend in der gefüllten Kirche in der Ossietzkystraße eindringlich dafür, die Flüchtlinge willkommen zu heißen. Von ausländerfeindlichen Schimpfwörtern oder Sprechchören wie „Lügner!" ließ er sich nicht beirren.

Die ersten 30 Flüchtlinge – meist Familien – sollen am 4. Dezember ankommen. Bis dahin sollen Mängel am Gebäude – etwa an den Fenstern – behoben und auf der Seite, die von der Grundschule nicht zu sehen ist, Duschcontainer aufgestellt werden, erläuterte Fabian. Auf Wunsch des Schulhortes werde ein Zaun errichtet, fuhr Sozialamtsleiterin Martina Kador-Probst fort. „Drei Mitarbeiter des Unterkunftbetreibers sind rund um die Uhr vor Ort. Wir prüfen gerade, ob die Öffnungszeiten des Hortes auf 6 bis 18 Uhr erweitert werden können. Wenn die Eltern das wünschen, erfolgt dies dann kostenlos."

Leipzig. Am 4. Dezember sollen die ersten 30 Flüchtlinge ins ehemalige Fechner-Gymnasium in Schönefeld einziehen. So richtig willkommen sind sie nicht. Das wurde am Montagabend bei einem Bürgerforum in der Gedächtniskirche deutlich, das von einem großen Polizeiaufgebot abgesichert wurde.

Zuvor hatten viele Eltern Ängste geäußert, die Schulkinder könnten durch einen Wachhund, Aktionen von Rechts- oder Linksradikalen oder Duschcontainer gestört werden. So kritisierte Andreas Semotan, dass nun die Fenster im früheren Fechner-Gymnasium ausgebessert werden, während sie in der Grundschule nebenan ebenfalls einer Reparatur bedürften. Fabian schilderte noch mal die Notsituation der Stadt. Demnach sollten die 120 Flüchtlinge erst in einer schon lange leerstehenden Grünauer Schule einquartiert werden, was an Baumängeln scheiterte. Der Bürgermeister versicherte, die Notlösung in Schönefeld gelte bis maximal 31. März 2014 – dann seien Dauerunterkünfte in der Markranstädter und Pittlerstraße fertig. Leipzig investiere weiter mit aller Kraft in die 140 Schulen. Die Spielanlagen der Astrid-Lindgren-Schule würden 2014 überholt, der Aufbau eines Gymnasiums in Schönefeld vorangetrieben.

Michael Reinhardt vom Bürgerverein Schönefeld sowie Frank Reimsbach vom Stadtelternrat sprachen sich für gute Bildungschancen aller Kinder aus – also auch die der Flüchtlinge. Marieke Wolf von der Matthäuskirchgemeinde bat die Eltern, ihre Energie darin zu stecken, dass die Kinder ihre neuen Nachbarn nicht als Gefahr sehen. Klaus Staeubert

Jens Rometsch/Mathias Orbeck/Klaus Staeubert

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