Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Stadt und Land wollen kein Containerdorf für Geflüchtete im Postbahnhof
Leipzig Lokales Stadt und Land wollen kein Containerdorf für Geflüchtete im Postbahnhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:58 06.01.2016
So hätten die Container für Geflüchtete theoretisch aussehen können. Stadt und Freistaat lehnten jetzt aber das Angebot des Bauunternehmens CG Gruppe und des Künstlers Michael-Fischer Art ab. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Wie berichtet, hatte der Leipziger Maler Michael Fischer-Art die Idee entwickelt, im früheren Postbahnhof an der Rohrteichstraße ein buntes Container-Dorf für 700 bis 1000 Flüchtlinge einzurichten. Daraufhin fragten sowohl der Freistaat Sachsen als auch die Stadt Leipzig beim Eigentümer des 8,3 Hektar großen Areals in Schönefeld an. „Wir helfen natürlich, wenn wir können“, sagte gestern der CG-Vorstandsvorsitzende Christoph Gröner. „Wenn unsere Hilfe nicht benötigt wird, ist das auch kein Problem.“

Bereits mit der Bereitstellung der Kicker-Halle in Plagwitz habe das Leipziger Unternehmen dazu beitragen wollen, dass Sporthallen künftig nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden müssen, „sondern wieder unseren Kindern und den Vereinen zur Verfügung stehen“. Inzwischen hätten aber sowohl das Land als auch die Kommune gegenüber der CG-Gruppe erklärt, dass zurzeit kein Bedarf für den Standort in Schönefeld bestehe. Die Stadt suche vor allem Wohnungen und kleine Quartiere für eine dezentrale Unterbringung, erläuterte er.

„Wir haben den Postbahnhof niemals mit einem Plan erworben, dort Asylbewerber einziehen zu lassen“, betonte Gröner. „Im Sommer 2014 gab es dieses Thema in der Dimension überhaupt noch nicht.“ Die mittlerweile erledigten Reparaturarbeiten an dem Bahnhofsdach oder das Herstellen eines ebenen Hallenbodens seien keineswegs umsonst gewesen. „Wir haben immer gesagt, dass wir in Schönefeld genau wie zuvor schon in Plagwitz einen herausragenden Gewerbestandort entwickeln wollen, dort in zehn Jahren 25 Millionen Euro investieren. Und dabei bleibt es.“ Nur die übergangsweise Vermietung eines Teilbereichs für drei bis fünf Jahre an einen Flüchtlingsheim-Betreiber entfalle jetzt. Mit den Einnahmen hätte die CG-Gruppe andernfalls eine Stiftung für Integrationsprojekte finanzieren wollen.

Bekanntlich schwebte dem Künstler Fischer-Art ein besonderes Flüchtlingsprojekt für den Postbahnhof vor. Die Bewohner hätten dort Angebote zur Integration (etwa Arbeits-, Ausbildungs-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten) nutzen können. Zudem wollte der Künstler mit ihnen gemeinsam bis zu 400 neu entwickelte Wohnmodule farblich gestalten, welche auch später beim Wiederaufbau kriegszerstörter Städte einsetzbar gewesen wären. „In der Grube-Halle starren die Flüchtlinge jetzt an die Decke, das ist doch auch kein Zustand“, so Fischer-Art.

Leipzig hat mehr als 550 000 Einwohner, aber keine einzige Eisbahn. Die LVZ fragte im Rathaus an, warum in der Messestadt nicht mehr für Schlittschuh-Fans getan wird.

09.01.2016
Lokales International Happy-Gose-Day - Leipziger Gose bekommt eigenen Feiertag

Leipziger Bierfreunde haben einen internationalen Feiertag für Gose ausgerufen. Keine Schnapsidee: Denn angesichts des Craft-Beer-Trends entwickelt sich das Leipziger Nationalgetränk auch weltweit zum Publikumsliebling. Kneipen begrüßen die Idee.

06.01.2016

Trotz knapp 200 offiziellen Ablageplätzen entsorgen jedes Jahr zahlreiche Leipziger ihre Weihnachtsbäume auf illegale Weise im Stadtgebiet . Dadurch entsteht nicht nur ein erheblicher Mehraufwand für die Stadtreinigung – ein solches Vorgehen kann auch für den Verursacher teuer werden.

06.01.2016
Anzeige