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Stadt untersagt Geldspenden für Extras in Kindereinrichtungen nun doch nicht

Verwirrung um Sondertöpfe Stadt untersagt Geldspenden für Extras in Kindereinrichtungen nun doch nicht

Schöne Bescherung? Ab Januar sollte es den Erzieherinnen in kommunalen Kindereinrichtungen nicht mehr erlaubt sein, für kleine Extras, die sie ihren Schützlingen anbieten wollen, einen Obolus von den Eltern einzusammeln. Das jedenfalls hatte Sebastian Franke dieser Tage „aus erster Hand“ erfahren und sich mächtig darüber aufgeregt. Mittlerweile spricht das zuständige Amt aber von einem „Missverständnis“.

Dürfen Kitas Sonderkassen für Ausflüge führen? – Darum gab es jetzt Verwirrung.

Quelle: Leipzigreport

Leipzig.. Schöne Bescherung? Ab Januar sollte es den Erzieherinnen in kommunalen Kindereinrichtungen nicht mehr erlaubt sein, für kleine Extras, die sie ihren Schützlingen anbieten wollen, einen Obolus von den Eltern einzusammeln. Das jedenfalls hatte Sebastian Franke dieser Tage „aus erster Hand“ erfahren und sich mächtig darüber aufgeregt. Mittlerweile spricht das zuständige Amt aber von einem „Missverständnis“.

„Wer denkt sich denn so etwas aus?“, fragte der Vater zweier Kinder. Hanna, die Siebenjährige, geht bereits zur Schule. Johann, sein dreijähriger Sohn, besucht wie zuvor seine große Schwester die Plagwitzer Kindertagesstätte „Im Regenbogenland“ in der Reichelstraße. Für die Eltern sei es bislang kein Problem gewesen, Geld einzusammeln, wenn ein Besuch im Theater, Kino, Museum, Zoo oder auf dem Weihnachtsmarkt angeboten wurde. „Das war für uns eine freiwillige Zahlung und keine Belastung. Die Erzieher in der Gruppe meines Sohnes haben öfter freiwillige Ausflüge für die Kids organisiert. Meistens waren das Kleinbeträge von einem bis drei Euro, die wir als Eltern bezahlen durften, nicht mussten, damit unser Kind etwas Kultur erleben darf. Wer mitgehen wollte, schrieb sich ein. Das war viele Jahre so und wurde gerne angenommen“, berichtete der 37-Jährige. Die angekündigte Neuregelung indes würde Eltern und Erziehern jegliche Möglichkeit nehmen, derartige Ausflüge zu organisieren, befürchtete der Generalvertreter einer Versicherung und schlug Alarm – auch im Internet.

Über Facebook hatte das Social-Media-Team der Stadtverwaltung dann auch rasch eine Antwort aus dem Amt für Jugend, Familie und Soziales parat. Da hieß es vorige Woche allerdings noch: „Es ist zutreffend, dass keine Gelder mehr von Eltern für Veranstaltungen während des Aufenthaltes in der Kita durch die Erzieherinnen eingesammelt werden. Durch das Fachamt wurden Möglichkeiten geprüft, Eltern nicht mehr zusätzlich finanziell zu belasten, damit alle Kinder, unabhängig vom Elterneinkommen gleichermaßen Zugang zu besonderen Veranstaltungen und Angeboten in der Kita erhalten. Diese werden dann im Rahmen des jeweiligen Einrichtungsbudgets finanziert. Damit erübrigt sich das Einsammeln von Geldern.“

Franke konnte das nicht nachvollziehen. Inzwischen allerdings ruderte die Verwaltung zurück. Auf die LVZ-Anfrage habe sich Amtsleiter Nicolas Tsapos aus seinem Urlaub gemeldet und zur Verfahrensweise mit finanziellen Beiträgen von Kita-Eltern für Veranstaltungen und Ausflüge erklärt: „Es handelt sich hier um ein Missverständnis. Natürlich wird es auch weiterhin wie bisher möglich sein, dass sich Eltern an Ausflügen und Veranstaltungsbesuchen ihrer Kinder freiwillig finanziell beteiligen. Diese Beiträge werden in den Kitas eingesammelt.“

Damit bestätigte er zugleich eine bereits vielerorts gängige Praxis. Wenngleich sich keine der kommunalen Kindereinrichtungen, die von den anstehenden Neuerungen ebenfalls gehört hatten, namentlich zitieren lassen wollte, so räumten Leiterinnen doch ein, dass derartige Zuwendungen aus der Elternschaft auch bei ihnen usus seien. Nicht nur Ausflüge, auch Arbeitsmaterialien, Spielzeuge oder eine besondere Leckerei würden auf diese Weise ermöglicht. Um eine korrekte Abrechnung zu garantieren, würde Bargeld allerdings nicht von der Kita kassiert, sondern von Elternvertretern, die eine entsprechende Kasse führen, oder von Fördervereinen.

Eine ähnliche Verfahrensweise bestätigte übrigens Katja Tretschok, Fachbereichsleiterin für Kindertagesstätten bei der Kindervereinigung Leipzig. „Auch für uns als Freien Träger gilt, dass jeder Geldfluss, auch Spenden der Eltern, korrekt über die Bücher gehen muss“, sagte sie. Sogenannte schwarze Kassen gebe es daher nicht. Für Extras, die die Gruppen planen, führe der Elternrat eine Kasse.

Von Cornelia Lachmann

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