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Lokales Stadt verbietet Radfahren auf dem Leipziger Promenadenring – Kritik vom ADFC
Leipzig Lokales Stadt verbietet Radfahren auf dem Leipziger Promenadenring – Kritik vom ADFC
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15:41 30.11.2011
Auf dem Promenadenring herrscht jetzt Radfahrverbot. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Gleichzeitig ließ das Straßen- und Tiefbauamt allerdings neue Schilder montieren. „Verbot für Fahrräder“ heißt es nun. „Betroffen sind die Abschnitte ohne eigenen Radweg“, sagt Michael Jana, Abteilungsleiter in der Verkehrsbehörde.

Nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2009 ist es innerhalb von Ortschaften nicht mehr erlaubt, eine Mindestgeschwindigkeit festzulegen. Die Stadt musste deshalb handeln und die jahrelang auf dem Promenadenring üblichen blauen Schilder mit der weißen 40 abschrauben. Der Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) hatte zuvor immer wieder ein Miteinader von Autos und Fahrradfahrern auf der mehrspurigen Magistrale gefordert und sich gegen ein generelles Fahrverbot ausgesprochen.

Ganz anders der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC). „Dieser meist dreistreifige Ring um Leipzigs wunderschöne Innenstadt hat sich jahrzehntelang als beispielhafter Verkehrsteiler erwiesen, von Verkehrsexperten anderer deutscher Großstädte oft beneidet“, urteilte Thomas Kühl, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik des ADAC Sachsen. Sollten dort auch Radfahrer zugelassen werden, wären nervende Staus an der Tagesordnung, die bis in die Zufahrten aus allen Himmelsrichtungen zurück reichten.

Im Ergebnis ist die Stadt dem ADAC gefolgt, begründet ihr Vorgehen aber mit der Sicherheit auf dem Ring. „Radfahren wäre dort zu gefährlich“, meint Jana.

Das sieht der ADFC anders. Club-Vorsitzender Alexander John fordert die Stadt auf, die Verbotsschilder wieder zu entfernen. Sie entsprächen nicht den rechtlichen und tatsächlichen Erfordernissen, argumentiert er. Künftig riskierten Radfahrer zudem ein Bußgeld, wenn sie auf dem Promenadenring unterwegs sind. Laut Ordnungsamt liegen die Strafen zwischen zehn und 30 Euro.

Wie John sagt, habe sich das Rathaus mit der Beschilderung dem politischen und medialen Druck gebeugt und folge nicht dem Entwurf, der zwischen Straßenverkehrsbehörde und Polizei vereinbart gewesen sei.

Als Ausweich richtet die Straßenbehörde den Innenstadtring ein. Quelle: Dirk Knofe

Michael Jana lässt diese Kritik nicht gelten. Zeitgleich zu den Verbotsschildern habe die Stadt nämlich mit dem ersten Abschnitt des Fahrradrings Innenstadt eine Alternative ausgewiesen. Die Strecke führe von der Fleischergasse über den oberen Dittrichring und den oberen Martin-Luther-Ring bis zur Markgrafenstraße. Später solle die Route über den Burgplatz und die Schillerstraße bis zur Goethestraße verlängert werden. Damit, so Jana, ließe sich der westliche Promenadenring sicher umfahren.

Der Abteilungsleiter räumt ein, dass damit erst der Anfang gemacht sei. Besonders die auch von vielen Fußgängern genutzte Kreuzung von Brühl und Nikolaistraße und die Goethestraße an der Einfahrt zur Tiefgarage am Gewandhaus müsse für Radfahrer akttraktiver gemacht werden. Wie genau ist noch offen. „Da sind noch viele Abstimmungen nötig“, nahm Jana gleich die Hoffnung auf eine schnelle Lösung.

Matthias Roth

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