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Lokales Stadt versiegelt Baustelle in Leipzig-Plagwitz - Baustopp wegen fehlender Genehmigung
Leipzig Lokales Stadt versiegelt Baustelle in Leipzig-Plagwitz - Baustopp wegen fehlender Genehmigung
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00:59 07.06.2014
Die Baustelle für einen neuen Rewe-Markt an der Zschocherschen Straße wurde amtlich versiegelt. Grund ist der Streit um eine geplante Tiefgarage. Quelle: André Kempner

Insgesamt 6500 Quadratmeter Handelsflächen, die früher übers gesamte Gebiet zwischen Naumburger und Limburgerstraße verteilt lagen, sollen dort zusammengefasst werden. Die geschundene Magistrale bekäme damit zwischen Adler und Karl-Heine-Kanal einen Anziehungspunkt.

Doch seit wenigen Tagen hat die Leipziger CG-Gruppe, welche die Entwicklung des 18 Hektar großen Gebiets von einem holländischen Unternehmen übernommen hatte, dort ein Problem. Das Bauordnungsamt versiegelte am 28. Mai einen Teil der Großbaustelle. Wer sich nicht an die Sperrung hält, dem droht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr, ist auf dem amtlichen Dokument vor Ort zu lesen.

Grund für das rabiate Vorgehen sei ein Verstoß des Bauherren gegen die Vorschriften, erklärt ein Stadtsprecher auf LVZ-Nachfrage. Die Baustelle wurde versiegelt, weil keine gültige Baugenehmigung vorliegt. Auf Androhung von Zwangsgeld habe der Bauherr leider nicht reagiert. Nach LVZ-Informationen soll unter anderem die Genehmigung für den Bau einer Tiefgarage gefehlt haben.

Christoph Gröner, Chef der CG-Gruppe, die in Leipzig aktuell gleich sechs Großprojekte stemmt, weist zunächst darauf hin, dass es hier nicht um die schon länger geplante Stellplatz-Anlage gehe. Vielmehr sei erst nach Beginn der Arbeiten aufgefallen wie wenig tragfähig der Untergrund jener Fläche ist, auf der schon bald der Rewe-Markt stehen soll. "Deshalb haben wir uns kurzfristig entschieden, diesen Teil des Erdreichs gleich ganz auszubaggern und dort noch 40 Stellplätze unterzubringen", sagt der 45-Jährige.

Im bautechnischen Sinne handele es sich bei dem Stück nicht um eine Tiefgarage. Vielmehr liege sie durch das Höhengefälle des Abschnitts auf der einen Seite ebenerdig. Der Markt werde dann - gleichsam wie auf Stelzen - oben drüber gesetzt. "Wir haben dazu umgehend neue Baugesuchsunterlagen vollständig bei der Stadtverwaltung eingereicht", beteuert Gröner. Doch bislang sei leider nicht über den Änderungswunsch entschieden worden. "Wir hoffen natürlich, dass wir in Kürze die Genehmigung erhalten. Bis dahin wird nur auf anderen Baustellen nebenan weitergearbeitet, dort aber mit voller Kraft."

Eine kleine Kritik am Rathaus muss der Investor doch noch loswerden: "Mir dauert das alles viel zu lange. Zu Zeiten, als noch Hans-Gerd Schirmer Chef im Bauordnungsamt war, hätte man sich im Handumdrehen vor Ort getroffen, die zuständigen Leute an einen Tisch geholt und so schnell die Lösung gehabt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.06.2014

Jens Rometsch und Björn Meine

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