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Lokales Stadt will beim Kita-Ausbau Tempo machen – Kritik an schlechtem Betreuungsverhältnis
Leipzig Lokales Stadt will beim Kita-Ausbau Tempo machen – Kritik an schlechtem Betreuungsverhältnis
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23:01 28.07.2014
Während Leipzig versucht, mit Hochdruck neue Kita-Plätze zu schaffen kritisieren Links-Fraktion und Kita-Initiative den schlechten Betreuungsschlüssel in den Einrichtungen. (Archivbild) Quelle: dpa
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Leipzig

Die Betreuungsquote für die Ein- bis unter Dreijährigen liege knapp unter dem Landesdurchschnitt, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

Nach den Angaben des Statistischen Landesamtes lag die Quote im März 2013 für die rund 70.000 im Freistaat lebenden Ein- bis unter Dreijährigen 2013 bei 69,1 Prozent. Leipzig habe derzeit rund 25.000 Krippen- und Kindergartenplätze, sagte Jung. Bis Ende des Jahres 2014 sollen 17 Kitas mit 1871 Plätzen dazu kommen.

2015 werden weitere 2500 Plätze gebraucht. „Das wird knirschen, aber wir schaffen das“, so Jung. In Richtung seiner Kritiker sagte er: „Wir haben nichts verschlafen, wir kommen aber kaum hinterher.“ Die Stadt verzeichne pro Jahr immerhin 10.000 bis 12.000 Zuzüge. Wegen der fehlenden Plätze sah sich die Stadtspitze in jüngster Vergangenheit häufiger mit verzweifelten und wütenden Eltern konfrontiert, die vergeblich auf einen Betreuungsplatz warteten.

Die Linksfraktion im Leipziger Stadtrat und die Kita-Initiative kritisierten am Montag zudem die schlechten Betreuungsschlüssel in sächsischen Kindertagesstätten. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung fehlen im Freistaat rund 16.700 pädagogische Fachkräfte. In Krippen kommen auf jede durchschnittlich sechs, in Kindergärten bis zu 13 Kinder.

Die Überlastung der Mitarbeiter führe zu hohem Personalausfall, sagte Juliane Nagel, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linken im Leipziger Stadtrat. So habe der Krankenstand von Erzieherinnen und Erziehern in den kommunalen Kitas im vergangenen Jahr 7,5 Prozent und in den Horten sogar 7,9 Prozent betragen.

Die Zustände in den Einrichtungen seien mehr als beunruhigend, sagte Christin Melcher von der Leipziger Kita-Initiative. Bei einer Telefonumfrage unter Kita-Mitarbeitern hätten diese Sätze gesagt, wie: „Ich habe so viele Überstunden, dass ich bis Herbst Urlaub machen könnte“, oder „Pädagogische Arbeit ist nicht mehr möglich, es geht nur noch darum, das Chaos zu verwalten.“

Victoria Jankowicz von der Kita-Initiative machte den Kurs der sächsischen Landesspitze für die Situation verantwortlich: „Das Spardiktat der CDU-geführten Regierung wird auf dem Rücken der Kinder und dem der Erzieherinnen und Erzieher ausgetragen. Unsere Kinder haben eine gute Betreuung verdient, keine Verwahrung.“

Juliane Nagel bekräftigte die Forderung ihrer Partei, den Personalschlüssel abzusenken. „Das kostet Geld, welches aber in die Zukunft der Kinder gut investiert ist.“

chg/dpa

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