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Lokales Stadt will wieder mehr Grün in den Quartieren
Leipzig Lokales Stadt will wieder mehr Grün in den Quartieren
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00:16 28.02.2017
Im Vorjahr wurde auf Straßen simuliert, wo Bäume wachsen könnten. Quelle: Stadt Leipzig, Amt für Stadtgrün und Gewässer
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Leipzig

Leipzig braucht Wohnungen und wird durch den Einwohnerzuwachs immer dichter bebaut. Dadurch verschwinden zusehends Brachen, auf denen Sträucher und Bäume wachsen. Erst in der Vorwoche fiel in der Käthe-Kollwitz-Straße/Alexanderstraße eine 100-jährige Eiche der Säge zum Opfer. Sehr zum Ärger der Anwohner. Doch die Stadt kann dagegen wenig machen, da auch Wohnungen entstehen müssen. „Wir bringen aber Grün zurück in die Stadtteile“, sagt Rüdiger Dittmer, der Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer. So will er noch vor der Sommerpause dem Stadtrat ein Konzept vorlegen, wie mehr Straßenbäume in ganz Leipzig angepflanzt werden können. So gesehen dienen Straßenbäume ein wenig als Ersatz für Brachflächen auf Grundstücken, die in der wachsenden Stadt bebaut werden. „Am Bauen führt kein Weg vorbei. Für uns stellt sich die Frage, wie wir das Grün kompensieren, das dabei verschwindet.“ Es sei schlicht nicht möglich, überall zusätzliche Parks und Grünschneisen anzulegen. Straßenbäume wiederum gelten als Multitalent, da sie mit wenig Raum auskommen und vor die Haustür der Menschen gepflanzt werden können.

Derzeit wachsen 56 678 Bäume an den Straßen und Alleen. Das ist wenig – trotz des Images Leipzigs als grüne Stadt. Noch immer sind viele Straßen komplett baumfrei. Nur 17 Prozent aller Straßen haben nach Angaben der Verwaltung einen vollständigen Straßenbaumbesatz. Eine erste Analyse hat gezeigt, dass die Straßen Leipzigs weitere 45 000 Bäume verkraften könnten. „Das ist eine große Herausforderung. Wir wissen natürlich, dass dies eine Aufgabe für Generationen sein wird“, so der Amtsleiter. Derzeit werden pro Jahr zwischen 150 bis 200 Straßenbäume gepflanzt – die meisten davon als Ersatz für kranke oder tote Bäume, die aus den verschiedensten Gründen gefällt werden müssen. Mit dem Konzept soll eine politische Diskussion angeregt werden, wie viele es in den kommenden Jahren sein werden. Entwürfe des Konzeptes wurden bereits im Vorjahr bei Bürgerwerkstätten diskutiert. Dabei konnten Bürger Vorschläge machen, wo ihrer Ansicht nach Grün fehlt. „Mit simulierten Bäumen sind wir in die Ortsteile gegangen, um auszuprobieren, wo Bäume hinkommen können. Allerdings ohne die technischen Rahmenbedingungen zu klären“, ergänzt Mitarbeiter Sebastian Fried. Die können durchaus kompliziert sein – etwa wenn Leitungen in der Erde liegen.

Erstbepflanzungen waren in den letzten Jahren die Ausnahme. Bislang hat die Stadt sich auf Nachpflanzungen in Lücken konzentriert. Nun soll aber – sofern der Stadtrat das politische Signal dafür gibt – das Tempo deutlich erhöht werden. Das wird vermutlich zu Diskussionen führen, da auch in die Nebenstraßen Grün kommen soll. Da kann es durchaus passieren, dass der eine oder andere Stellplatz wegfällt. Das will die Verwaltung mit den Anwohnern diskutieren. Doch wichtige Ziele des Luftreinhalte- und Lärmaktionsplans, so die Rathausexperten, seien bekanntlich noch nicht erreicht. Bäume binden Feinstaub und Gase, erzeugen Sauerstoff, gliedern den Straßenraum und wirken oft verkehrsberuhigend. „Bei Befragungen wird immer wieder deutlich, wie wichtig das den Leipzigern ist“, so der Amtsleiter.

Derzeit bereitet das Amt für Stadtgrün und Gewässer erste Planungen für zusätzliche Straßenbäume vor, die dann vom Herbst an umgesetzt werden. Schwerpunkt sind zunächst Stadtteile wie die Südvorstadt, Connewitz, Waldstraßenviertel oder im Bachstraßenviertel. Dabei will sich die Stadt von klassischen Straßenbauprojekten lösen – sich „baumfreie Straßen“ vornehmen, unabhängig vom Tiefbau – ohne den Straßenkörper zu verändern. Um auf die Erwärmung des Stadtklimas zu reagieren, wird statt auf Bergahorn auf resistente Arten wie Silber- und Stadtllinde, Wollapfel, Amberbaum, Hopfenbuche, Japanische Zellkove oder Ulmen gesetzt. Hintergrund: Es wird trockener und wärmer, die Starkregen nehmen zu. „Wichtig sind uns die Verbindungsstraßen zu den Ortsteilen, an denen wir wieder verstärkt Obstgehölze pflanzen, die im Sinne der ,essbaren Stadt’ auch geerntet werden können“, so Dittmer. Freie Flächen, an denen früher schonmal Bäume standen, werden neu bepflanzt. Aber nur, wenn die Stadt den langfristigen Erhalt gewährleisten kann. Der ist bei optimalen Bedingungen für jeden Neuen mit 80 Jahren berechnet.

Das Pflanzprogramm für die derzeitige Saison steht im Internet unter www.leipzig.de/stadtbaum

Von Mathias Orbeck

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