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Lokales Stadtentwicklungsplan Verkehr: Ab 2012 entsteht das mobile Leipzig der Zukunft
Leipzig Lokales Stadtentwicklungsplan Verkehr: Ab 2012 entsteht das mobile Leipzig der Zukunft
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12:16 31.08.2011
Noch stehen sich ÖPNV und motorisierter Verkehr in Leipzig im Weg. Ab 2012 plant Leipzig das Verkehrsnetz der Zukunft. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Von solchen Vorstellungen ist Leipzigs Stadtentwicklungsplan "Verkehr und öffentlicher Raum" weit entfernt. Aber bis 2014 soll er zukunftsfähig sein für eine Neufassung. Die Stadt stellte jetzt ihren Zeitplan vor. Statt einer Luftnummer will man am Ende weniger Autoverkehr, mehr Mobilität und das in umweltverträglicher Form auf der Haben-Seite verbuchen.

Die Fortschreibung des Plans von 2003 ist nötig, weil sich "gerade in den letzten zwei Jahren die Rahmenbedingungen für den Verkehr in Leipzig deutlich verändert haben", sagte Baubürgermeister Martin zur Nedden am Mittwoch vor der Presse. Im Blick haben die Verkehrsexperten dabei sowohl den Citytunnel als auch die anschwellenden Verkehrsströme rings um die Arena, Red-Bull-Arena und Gondwanaland. Dafür gebe es allerdings Detailplanungen, die 2014 in den großen Stadtentwurf aufgenommen werden.

Zur Verkehrssituation im Waldstraßenviertel:

Leipzig. In Science-Fiction-Filmen bewegen sich Autos und öffentlicher Personennahverkehr vorzugsweise durch die Luft. Dort ist der Stau dann etwa so groß wie am Boden, aber dafür gibt es weniger Unfälle, weil alles irgendwie elektronisch geregelt ist. Von solchen Vorstellungen ist Leipzigs Stadtentwicklungsplan "Verkehr und öffentlicher Raum" weit entfernt. Aber bis 2014 soll er zukunftsfähig sein für eine Neufassung.

Bis Ende des Jahres prüfen die Verkehrsplaner, wie weit die Leitlinien realisiert sind, von den Bedingungen für den motorisierten Individualverkehr genauso wie für Radfahrer und Fußgänger. Zu den hohen Zielen für den Individualverkehr gehörte zum Beispiel der Ausbau des Tangentenvierecks und eines Mittleren Rings in der Messestadt. Beide Systeme sind nach wie vor nicht geschlossen. "Aber wir haben dadurch schon viel erreicht. Durch dieses System ist das Verkehrsaufkommen auf dem nördlichen Promenadenring seit 2005/2006 von 60.000 auf 40.000 Fahrzeuge pro Tag zurückgegangen. Bis zum Frühjahr 2012, ergänzte zur Nedden, soll der Ring von der Landsberger Straße bis zur B2 fertig gestellt sein.

Runder Tisch mit rund 30 Akteuren

Ab 2012 beginnt die Zukunftsplanung. Dafür will die Stadt die verschiedenen Interessengruppen an den Runden Tisch bringen. Rund 30 Teilnehmer können dort ihre Vorstellung vom mobilen Leipzig der Zukunft offenlegen. Vertreter vom Radfahrerverband ADFC und vom ADAC, von Deutscher Bahn und Leipziger Verkehrsbetrieben, Ökolöwe und den Kammern werden hier aufeinandertreffen. Dazu kommen Verwaltung und Polizei sowie Fachwissenschaftler. Veranstaltungen in den Stadtbezirksbeiräten und mit Bürgerinitiativen sollen die Pläne weiter in die Öffentlichkeit tragen. "Das Ergebnis ist immer eine Abwägung", so zur Nedden.

"Ich halte nichts von illusorischen Vorstellungen", sagte Amtsleiterin Höfer. Der Wirtschaftsverkehr etwa sei ein wichtiger Faktor für die Stadt. Gleichzeitig betonten Höfer und zur Nedden, dass die Umweltverträglichkeit - Stichwort Elektroautos und Radverkehrsentwicklungsplan - hohe Priorität genieße. Eine bessere Luftqualität und Lärmschutz stehen auf der Agenda für 2014. Außerdem spielen Themen wie Barrierefreiheit, Carsharing und Parkraummanagement eine Rolle. "Auch Elektroautos brauchen Platz", sagte Höfer.

Ab 2013 soll aus den verschiedenen Vorstellungen ein Konzept entstehen. Da in diesem Jahr nach derzeitiger Planung auch der Citytunnel in Betrieb gehen soll, aber noch völlig unklar sei, wie das Angebot zum Beispiel von bisherigen Auto-Berufspendlern angenommen wird, soll 2013 und 2014 eine repräsentative Verkehrsbefragung in Zusammenarbeit mit der TU Dresden Licht ins Dunkel bringen. 2014 sollen die Stadträte eine Beschlussvorlage auf den Tisch bekommen, die das mobile Leipzig der Zukunft skizziert.

Evelyn ter Vehn

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