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Lokales Stadtführer schreibt neues Buch über Leipzigs verschwundene Gebäude
Leipzig Lokales Stadtführer schreibt neues Buch über Leipzigs verschwundene Gebäude
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11:42 19.02.2019
Lomers Haus (heute ehemaliges Brühlpelz-Bürohaus am Brühl 42)  gehört zu den 150 Gebäuden, die Sebastian Ringel in seinem Buch "Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist" beschreibt.  Quelle: Sebastian Ringel, "Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist"
Leipzig

Der Buchtitel mag leicht irritieren. „Wie Leipzigs Innenstadt verschwunden ist“, nennt Stadtführer Sebastian Ringel sein im frisch gegründeten Verlag, der Edition Überland, erschienenes Buch. Was er meint: Der Anteil historischer Gebäude ist in Leipzig im Vergleich zu anderen Großstädten zwar recht hoch. Doch viele Bauten, die die Innenstädte einst prägten, sind längst verschwunden. Das will Ringel nicht beklagen, wie er im Vorwort schreibt. Ihm geht es vielmehr um die Gründe, warum die Häuser verschwunden sind. Deshalb widmet er sich 150 Bauten aus 150 Jahren.

Abriss des Peterstors ist Ausgangspunkt

Dabei wählt er das Jahr 1860, in dem das Peterstor abgerissen wurde, als Ausgangspunkt. Das hatte, wie die drei anderen Stadttore zuvor, seine Funktion längst verloren. Leipzig wächst – die Bautätigkeit richtet sich zusehends auf die Vorstädte. Und die baulichen Strukturen beginnen sich zu verändern. Beengte Wohnverhältnisse in alten Gemäuern, die damals auch zum Schutz innerhalb der Stadtmauern unvermeidbar waren, gehörten zumindest in vielen neuen Vierteln bald der Vergangenheit an – es gab genügend Fläche.

Auch in der Innenstadt begann eine Umbauphase, bei der viele, über Jahrhunderte für die Stadt unerlässliche Gebäude verschwanden. Dazu gehört das 1529 erbaute Magazingebäude, auch Kornhaus genannt, oder die Rossmühle an der Ritterstraße. Aber auch viele Gasthöfe in der Innenstadt, die durch die den neu gebauten, komfortableren Hotels auf der anderen Seite der Promenade Konkurrenz erhielten.

Es fanden sich Käufer, die die Gasthöfe abrissen und an ihrer Stelle Neubauten errichteten. Nur drei Dutzend Häuser in Leipzigs Innenstadt stammen aus der Zeit vor 1860, dem Ausgangspunkt seiner Betrachtungen. Dazu gehören Altes Rathaus, Alte Waage und Alte Börse.

Stadtumbau nach Herbst 1989 ist auch Thema

Ringel beschreibt die Entwicklung in Kurzform, bietet auch Grundrisse sowie etwas Statistik. Aufgebaut ist das Buch wie ein Nachschlagewerk, in dem ein Bild des verschwundenen und kurz beschriebenen Gebäudes mit einem Foto, was heute an dieser Stelle steht, kombiniert ist. Das erleichtert dem Leser die Orientierung. Von A wie Auerbachs Hof (heute Mädlerpassage) bis zur Zigarre im Barfußgäßchen 10 (heute ein Neubau) erfährt der Leser viel Wissenswertes über die Stadt einst und jetzt.

Natürlich widmet sich Ringel dabei auch den verschwundenen Gebäuden und Bauten nach der Friedlichen Revolution. Das Messeamt am Markt gehören da ebenso dazu wie der Sachsenplatz samt Leipzig-Information und die Wohnhäuser am Brühl, das Filmtheater „Capitol“, das „Blaue Wunder“ oder das Rektoratsgebäude der Universität mit dem Karl-Marx-Relief am Augustusplatz. Das Buch ist wie sein Vorgänger, den Ringel unter dem Titel „Die ganze Welt im Kleinen. Leipziger Geschichten aus 1000 Jahren“ zum Jahrestag der Ersterwähnung Leipzigs veröffentlichte, lesenswert.

Das Buch kostet 19,60 Euro. Es ist auch in den LVZ-Shops sowie unter www.lvz-online.de erhältlich.

Von Mathias Orbeck

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