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Lokales Stadtgeschichtliches Museum: Erfolgreiche Online-Fahndung nach historischen Gewichten
Leipzig Lokales Stadtgeschichtliches Museum: Erfolgreiche Online-Fahndung nach historischen Gewichten
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23:59 20.09.2013
Gewichte von 1719 Quelle: Armin Kühne

Durch die Bestückung diverser Datenbanken gebe es immer mehr Anfragen und Hinweise zum Fundus. In einem Fall konnten so einst gestohlene Gewichte wieder gefunden werden.

Vierter Stock des Stadtgeschichtlichen Museums im Böttchergäßchen: Hier ist das Reich von Karin Kühling und ihren Mitarbeitern, die den Fundus übers World Wide Web zugänglich machen. Virtuell lässt er sich damit für Interessenten sondieren - über die Museumshomepage oder andere Plattformen wie die der Deutschen Digitalen Bibliothek oder die der sogenannten Europeana, in die aus aller Herren Länder Daten eingespeist werden. "Damit steigern wir kräftig unsere Reichweitenpräsenz", erklärt Rühling. Und das schlage sich auch in den Rückmeldungen jener nieder, die internetbasiert durch die Mu-seumsbestände navigieren. Monatlich sind das bis zu 90 000. "Da kommen dann Wünsche für Leihgaben und Foto-Reproduktionen oder Anfragen zu Autographen, aber auch jede Menge für uns wichtige Informationen zu einzelnen Objekten rein."

Weil es im In- und Ausland für alles Spezialisten gibt, sind die Museumssachwalter dankbar, wenn von denen Tipps kommen. Ein Experte aus Berlin, erzählt Kühling, habe beispielsweise die gesamte Bügeleisen-Sammlung mittels der ins Netz gestellten Aufnahmen und Angaben exakter als bisher definiert. Sie weiß aber auch von einem Fall zu berichten, bei dem dank der online im Fundus stöbernden auswärtigen Fachleute ein Diebstahl entdeckt wurde, der intern gar nicht bemerkt worden war, weil er schon Jahrzehnte zurücklag.

Im Bereich für Maße und Gewichte zeigt sie einen wertvollen Musterkoffer, bei dem der Langfinger zugeschlagen hatte. Anno 1719 waren für die Messestadt Leipzig aus allen großen europäischen Handelsstädten Referenzgewichte beschafft worden, 65 an der Zahl. Mit der Gründung des Museums gingen sie vor mehr als 100 Jahren in seinen Besitz über und verschwanden als Depositum in der Versenkung. Beim Abgleich zwischen Soll und Haben anhand der im Internet publik gemachten Inventarisierung stießen Hamburger Spezies aber darauf, dass der Koffer irgendwann erheblich erleichtert worden sein musste. Um 25 der Gewichte, von denen welche bei Ebay ausgemacht wurden, wo sie zur Versteigerung standen.

Die Ermittlungen führten schließlich zum Ziel. Ohne zu wissen, dass der Vater in den 1950er-Jahren die wertvollen Stücke aus dem Museum hatte mitgehen lassen, wollte der Sohn sie veräußern. "Alle sind an ihren angestammten Platz zurückgekommen", erzählt Kühling und macht den Deckel des prächtigen Musterkoffers zu. "Dieses Kapitel ist zum Glück abgeschlossen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.09.2013

Mario Beck

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