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Stadthafen: Im Juli legen die ersten Boote ab

Stadthafen: Im Juli legen die ersten Boote ab

Leipzigs Stadtverwaltung will in diesem Jahr einen Durchbruch beim Ausbau des Wasserstraßennetzes erreichen: Schon Anfang Juli soll das Connewitzer Wehr so umgebaut sein, dass dort Paddelboote passieren und bis zum Cospudener See gelangen können.

Leipzig. Auch die Vorbereitungen für die Anbindung des künftigen Stadthafens laufen auf Hochtouren.

"Wir werden Ende Juli bootsgängig sein", sagt Heiko Rosenthal (Linke), Leipzigs Bürgermeister für Umwelt und Ordnung, der die Komplettierung des Wasserstraßennetzes vorantreibt. Rosenthal lässt derzeit die Schleuse am Connewitzer Wehr so ausbauen, dass Wasserwanderer künftig vom geplanten Stadthafen bis zum Cospudener See paddeln können. Das Wehr bekommt deshalb eine neue Schleuse, deren Sohle zurzeit hergestellt wird. Danach werden die Vorsätze für die Betonwände errichtet und ein so genannter Vorhafen gebaut. Anfangt Juli soll alles fertig sein.

Parallel dazu wird der Elstermühlgraben entschlammt - also die Wasserstraße, die vom Elsterflutbett bis zum Schreberbad führt, wo derzeit auch die Außenmole des künftigen Stadthafens entsteht. "Wir wollen im Mai den Elstermühlgraben als trockenes Becken mit Schotterbelag ausgestattet haben", sagt Angela Zabojnik, Abteilungsleiterin für Wasserwirtschaft und Flächenmanagement im Amt für Stadtgrün und Gewässer. "Die faktische Inbetriebnahme dieser neu hergerichteten Wasserstraße ist erst nach Flutung des Elstermühlgrabens möglich - und die kann erst nach der Fertigstellung der Schreberbrücke erfolgen." Die Pläne sehen vor, dass die Schreberbrücke Ende Juni fertig ist und der Elstermühlgaben im Juli geflutet wird. "Dann werden an der Außenmole die 78 Meter langen Anleger installiert und das Ablegen der Boote kann beginnen." Die Wasserwanderer könnten dann über das neue Connewitzer Wehr bis zum Cospudener See gelangen.

Die Außenmole des zukünftigen Stadthafens am Elstermühlgraben wird dann so weit fertig sein, dass man sich auf ihr bewegen kann. "Die Endfertigstellung der Hafen-Infrastruktur und der Bauwerke ringsum sollen private Investoren übernehmen", betont Rosenthal. "Die Ausschreibung dieser Investitionen und des Betriebs erfolgt europaweit. Der Ausschreibungstext wird in den nächsten Wochen dem Stadtrat vorgelegt und anschließend veröffentlicht. Unser Ziel ist es, im zweiten Quartal 2011 den ersten Spatenstich in die Erde zu bringen und Ende 2012/Anfang 2013 den Stadthafen nutzbar zu haben."

Auch bei Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) hat der Plan höchste Priorität. "Von dem Projekt muss ein Impuls für den gesamten Stadtteil ausgehen", fordert er. "Es muss ein weiteres Eingangstor der Innenstadt werden und deshalb hohen Ansprüchen genügen." Er erwarte deshalb von den potenziellen Investoren des Stadthafens Aussagen zu einer baulichen Qualität, die dieser Forderung gerecht wird.

Noch zeitaufwändiger wird die Realisierung des dritten Bauabschnitts des Elstermühlgrabens. Dieser Abschnitt führt durch das dicht bebaute Gelände von der Friedrich-Ebert-Straße entlang der Carl-Maria-von-Weber-Straße bis zum Ranstädter Steinweg - weitgehend im Bereich des jetzt noch verrohrten Flusslaufs (siehe Skizze). "Wir nehmen den alten Verlauf des Mühlgrabens auf, der aber mit einer Breite von siebeneinhalb Metern deutlich breiter als die Rohrleitung wird", so Zabojnik. "Es entstehen Zugänge zum Wasser, die den Flusslauf erlebbar machen - insbesondere an der Carl-Maria-von-Weber-Straße sowie an der gegenüberliegenden Uferwand des Frosch Cafés."

Der Zugang an der Carl-Maria-von-Weber-Straße wird behindertengerecht gestaltet und die nördliche Uferwand erhält eine Verkleidung aus Natursteinen, um den historischen Charakter des Bauwerks zu unterstreichen. Außerdem werden uferbegleitende Rad- und Gehwege angelegt, die dem historischen Stadtbild entsprechen und das Viertel deutlich aufwerten sollen. Auch vier Brückenbauwerke müssen dafür erneuert und mehrere Versorgungsleitungen abgebrochen werden. "Das macht das Projekt sehr ambitioniert", betont Rosenthal.

Schwierig wird auch die Finanzierung dieser Arbeiten, die nach letzten Schätzungen 14,8 Millionen Euro kosten werden. In der Stadtverwaltung wird bereits an dem erforderlichen Bau- und Finanzierungsbeschluss gearbeitet und gleichzeitig versucht, 75 bis 80 Prozent der Kosten vom Freistaat gefördert zu bekommen - der Bescheid steht noch aus. Im dritten Quartal 2010 soll dem Stadtrat ein Beschlussentwurf vorgelegt werden, die Freilegung könne dann im Jahr 2011 beginnen, heißt es. "Die Fertigstellung wird wegen der angespannten Fördermittelsituation voraussichtlich bis zum Jahr 2016 gestreckt werden müssen", glaubt Rosenthal.

Noch länger wird es dauern, bis das Rückgrat des neuen Leipziger integrierten Gewässerkonzepts fertig ist, das unter anderem zum Hochwasserschutz und zur Umsetzung des europäischen Wasserrechts verwirklicht werden soll: die Öffnung der Alten Elster, die parallel zur Friedrich-Ebert-Straße verlaufen und den Stadionvorplatz durchschneiden wird (die LVZ berichtete). "Ich bin guter Dinge, dass wir dieses Projekt demnächst so weit unter Dach und Fach haben, dass klar ist, dass der Freistaat die Grundfinanzierung übernimmt", sagt Rosenthal. Die Realisierung sei eine Generationenaufgabe. "Wenn wir das in den nächsten zehn bis 15 Jahren schaffen, sind wir gut."

Andreas Tappert

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