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Lokales Stadtkonzern plant flächendeckendes W-Lan für Leipzig
Leipzig Lokales Stadtkonzern plant flächendeckendes W-Lan für Leipzig
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10:59 08.06.2016
Bei der Bilanz-Pressekonferenz der Leipziger Gruppe sprachen Volkmar Müller (Geschäftsführer der Leipziger Stadtholding), Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Norbert Menke (Geschäftsführer der Leipziger Stadtholding) Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Die Leipziger Gruppe will in den nächsten zwei bis drei Jahren ein flächendeckendes W-Lan-Netz für die Messestadt aufbauen. Schon zum nächsten Weihnachtsmarkt soll ein kostenloses Angebot in der ganzen Innenstadt existieren, sagte Geschäftsführer Norbert Menke bei der Bilanzkonferenz des kommunalen Versorgungskonzerns. Zu ihm gehören die Leipziger Stadtwerke, Wasserwerke und Verkehrsbetriebe. 2017 würden die Magistralen folgen. Ziel sei, mit dem drahtlosen Internet neu zugezogene Einwohner und junge Kunden anzusprechen. Auch wollten die Gruppe sowie weitere Partner so mehr Service bieten.

Details zum W-Lan-Ausbau in Leipzig

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen habe der Konzern das Geschäftsjahr 2015 mit einem guten Ergebnis abgeschlossen, lobte Oberbürgermeister und Aufsichtsratschef Burkhard Jung (SPD). Der Gewinn lag fast unverändert bei 23 Millionen Euro. Zudem erwirtschafteten Stadt- und Wasserwerke wieder einen Zuschuss von 45 Millionen Euro für den öffentlichen Nahverkehr. Obwohl die Investitionen um 23 Millionen auf 171 Millionen Euro stiegen, wurden die Kredite zugleich leicht verringert.

„Ohne neue Schulden haben wir unsere Investitionsoffensive fortgesetzt“, sagte Norbert Menke, Sprecher der Geschäftsleitung, bei einer Pressekonferenz im Rathaus. Zwar sei 2015 der Gewinn mit 23,0 Millionen Euro minimal unter den Vorjahreswert (23,8 Millionen Euro) gefallen. Doch zugleich habe die Leipziger Gruppe ihre Investitionen kräftig erhöht: um 23 Millionen auf 171 Millionen Euro. Die Kreditverbindlichkeiten sanken indes um drei Millionen auf 612 Millionen Euro.

Trotz der eher unspektakulären Zahlen attestierte Oberbürgermeister und Aufsichtsratschef Burkhard Jung (SPD) den 4700 Mitarbeitern eine hervorragende Leistung. Im vergangenen Jahr hätten sie wieder 45 Millionen Euro an Zuschüssen für den öffentlichen Nahverkehr erwirtschaftet, was die Stadtkasse enorm entlaste. Im Kampf um das größte ostdeutsche Unternehmen Verbundnetz-Gas (VNG) sei es auch mittels eines Kaufangebots des Stadtkonzerns gelungen, den Sitz und die Arbeitsplätze für die Region zu sichern. „Mit EnBW als neuem Mehrheitseigner wurde ein Ergebnis erzielt, mit dem alle gut leben können.“

Besonders wichtig sei ihm, wie sich die Leipziger Gruppe auf „das nachhaltige Einwohnerwachstum – pro Jahr kommt bei uns die Zahl einer Kleinstadt hinzu“ einstelle. Digitalisierung, dezentrale Energieerzeugung, Ausbau der Netze, Klimaschutz – alles das werde intelligent angepackt, lobte Jung. „Mit ihrer neuen Marke betonen die Unternehmen, was sie verbindet: ihr Engagement für Leipzig.“

Ob die Erweiterung des Klärwerks im Rosental, neue Straßenbahnen als Ersatz für die alten Tatras (die erste Solaris-Tram soll nun Ende 2016 aufs Gleis kommen), Angebote zur Elektromobilität oder Energie-Erzeugungsanlagen, an denen sich die Bürger beteiligen können – in Zukunft werde die Gruppe noch mehr investieren, fuhr Menke fort. 12 bis 16 Millionen Euro seien zeitnah allein für die Digitalisierung vorgesehen, durch die Kunden bald per Handy oder Computer Zählerstände melden oder Formalitäten bei einem Umzug erledigen könnten. „Mit Hilfe von Fördermitteln und hoffentlich vielen Partnern wollen wir ein flächendeckendes W-Lan-Netz in Leipzig aufbauen.“ Das solle in zwei bis drei Jahren stehen, kostenlos und nicht nur auf der Straße, sondern auch in vielen Wohnungen nutzbar sein.

Finanzgeschäftsführer Volkmar Müller hob hervor, dass die derzeit extrem niedrigen Zinsen dem Konzern im vergangenen Jahr fünf Millionen Euro gespart hätten. Die Ertragskraft (Ebitda) sei um acht Millionen auf 211 Millionen Euro gestiegen und solle bis 2020 auf 230 Millionen Euro wachsen. „Nur so können wir neue Kredite günstig aufnehmen, die wir für die dringenden Investitionen benötigen.“

Jens Rometsch

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