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Lokales Stadträte fordern einen Neustart beim Lichtfest 2019
Leipzig Lokales Stadträte fordern einen Neustart beim Lichtfest 2019
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20:22 06.07.2018
Das Lichtfest – hier 2016 mit dem Leipziger Ballett und Sylvester Groth auf der Bühne, soll inhaltlich überdacht werden. Das fordern nun Stadträte. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

Welche Botschaften soll das Lichtfest verbreiten? Auf die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung, die an den 9. Oktober 1989 – den entscheidenden Tag der Friedlichen Revolution in Leipzig – erinnert, wollen Stadträte jetzt mehr Einfluss nehmen. Zumindest ab 2019, wenn sich das historische Ereignis zum 30. Mal jährt. Grüne, CDU, Freibeuter und SPD haben beantragt, ein „Kuratorium Friedliche Revolution 1989“ als Beirat des Stadtrates einzuberufen.

Die Stadtverwaltung will zwar auch ein Kuratorium, darin sollen aber neben Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Stadträten auch Sponsoren des Lichtfestes sitzen. „Das zeigt doch schon, in welche Richtung es geht“, so CDU-Fraktionschef Frank Tornau.

Stadträte: Fest zu sehr auf Tourismus fokussiert

Die vier Fraktionen werfen der Stadtverwaltung vor, das Thema Lichtfest nicht selbstkritisch genug zu reflektieren und auf ein „Weiter so!“ zu setzen. Um die Ausrichtung des Lichtfestes war ein Streit entbrannt, nachdem Bürgerrechtler Uwe Schwabe seine Mitarbeit in der „Initiativgruppe Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober 1989“, die eigentlich die inhaltliche Verantwortung für die Veranstaltungen tragen soll, aufgekündigt hat.

Sein Vorwurf: „Das Lichtfest wird schlechter und belangloser.“ Doch auch etliche Stadträte meinen, dass das von der Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH organisierte Fest zu sehr auf den „touristischen Mehrwert“ fokussiert sei.

Mehr Erinnerung an Herbst 1989

„Die Besucherzahlen sind rückläufig, das muss ja ebenso wie der Streit bei einzelnen Akteuren einen Grund haben“, so Tornau. Oberbürgermeister Jung hatte dies allerdings zurückgewiesen, weil viele junge Leute zu dem Fest kommen und es als Forum nutzen, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen. Jung hatte betont, dass die Stadt keinen Einfluss auf die künstlerische Gestaltung des Lichtfestes nehmen will.

Die obliegt der LTM GmbH, die es seit 2009 ausrichtet und Jürgen Meier als künstlerischen Leiter beauftragt hat. Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft möchte aber weg vom „Event-Charakter“ der Veranstaltung, die Erinnerung an zeitgeschichtliche Aspekte des Herbstes 1989 wieder stärker ins Blickfeld rücken.

„Wir wollen den 9. Oktober 1989 für die Leipziger erlebbar machen. Sie sollen innehalten, um sich zu vergewissern, was sie damals auf die Straße getrieben hat.“ Das schließe nicht aus, aktuelle Ereignisse zu reflektieren. „Wenn wir die Erinnerungskultur hochhalten, sind touristische Erwägungen zweitrangig und trotzdem wird die Veranstaltung Gäste in unsere Stadt ziehen“, ergänzt Tornau. Die Initiatoren hoffen, dass viele Teilnehmer der Montagsdemonstrationen, die dem Lichtfest inzwischen fernbleiben, wiederkommen.

„Wir wollen keine Tür zuschlagen, eher wieder einen Spalt öffnen“, so Axel Dyck (SPD). Bei vielen Gästen, die beim Bühnenprogramm der letzten Jahre mitwirkten, sei nicht klar, welche Berührungspunkte sie zum Herbst 1989 haben. René Hobusch (Freibeuter): „Die Veranstaltungen am 9. Oktober dürfen kein Event werden, das kommerzialisiert wird. Sonst ist Gefahr nicht weit, dass historische Ereignisse in den Hintergrund treten.

Beirat soll inhaltliche Akzente setzen

Der Beirat soll inhaltliche Akzente setzen, die Verantwortung für Lichtfest und die begleitenden Programme tragen, der LTM hingegen die organisatorische Verantwortung übernehmen. Nach der Sommerpause wird der Stadtrat das Ansinnen beraten. Er soll auch 450 000 Euro bereitstellen, um die Veranstaltungen für 2019 zu finanzieren. Die Stadt lobt ebenfalls einen Wettbewerb für die freie Kunst- und Kulturszene Leipzigs aus, damit sie sich künstlerisch einbringt. Für den 9. Oktober 2018 bereitet die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH eine Veranstaltung unter dem Motto „ich. die. wir.“ vor.

Von Mathias Orbeck

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