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Stadtrat stimmt für Gymnasium Gorkistraße – Linke befürchtet Kostenexplosion

Stadtrat stimmt für Gymnasium Gorkistraße – Linke befürchtet Kostenexplosion

Der Leipziger Nordosten bekommt ein neues Gymnasium. Am Mittwoch stimmte der Stadtrat den Plänen für Sanierung und Erweiterung der Gebäude an der Gorkistraße im Stadtteil Schönefeld zu.

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Soll wieder aktiviert werden: das Schulgebäude in der Gorkistraße.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Linke befürchtet, dass der Standort nicht attraktiv genug für Schüler aus der ganzen Stadt ist. Die Baukosten von 17 Millionen Euro seien außerdem viel zu niedrig kalkuliert, rechnete Margitta Hollick vor.

Die leerstehenden Schulgebäude seien vom Hausschwamm befallen, ein Turnhallenbau sei ebenso wenig in der Kostenplanung berücksichtigt wie Pkw-Stellplätze. Der Um- und Ausbau des Standorts werde bis zu 30 Prozent mehr kosten. Hollick hält 25 Millionen Euro für realistisch. Obwohl Leipzig wegen der steigenden Geburten- und Schülerzahlen bis 2016/17 dringend neue Gymnasialplätze braucht, hält die Linke vor allem die Lage Gorkistraße für falsch: „Nirgendwo ist die Dichte an Gymnasien so hoch wie im Leipziger Nordosten“, sagte die schulpolitische Sprecherin der Linken.

Andere Schulen bieten Platz

Schon jetzt lenke die Bildungsagentur Schüler ins Brockhaus-Gymnasium, und in die Gymnasien Engelsdorf und Paunsdorf um, weil sich nicht genügend Eltern für diese Schulen entscheiden. In der Brockhaus-Schule gebe es außerdem weitere Kapazitäten: Eine Etage mit acht Klassenräumen stehe derzeit leer.

„Die Entscheidung für ein Gymnasium wird nicht nach Länge des Schulwegs, sondern nach Profil entschieden“, sagte SPD-Fraktionschefin Ingrid Glöckner. Sie plädierte ausdrücklich für den Standort, mit dem das „Ungleichgewicht in der Bildungslandschaft der Stadt“ abgeschwächt werden könne. Bisher bekäme das Bildungsbürgertum im Süden der Stadt die Gymnasien, die weniger betuchten Stadtteile die Förderschulen. „Das kann nicht unser Ziel sein“, so Glöckner.

Eltern setzten sich für Gymnasium ein

Schönefeld sei ein junger Stadtteil mit vielen Kindern und einem Bevölkerungszuwachs von zwölf Prozent. Auch die Elternvertreter der Grundschulen in Schönefeld hätten um Unterstützung für die Schule an der Gorkistraße gebeten.

Heftiger Gegenwind kam von Holger Gasse aus der CDU. Seit Jahren setzt sich Gasse so wie ein Großteil der Abgeordneten für ein Gymnasium im Inneren Osten ein. Der Unions-Mann verwies auch auf die Ergebnisse der Strategiewerkstatt Leipziger Osten. Zur Prüfung des Standorts Ihmelsstraße gibt es bereits einen Ratsbeschluss. „Aber dann tauchte aus dem Nichts der Standort Gorkistraße auf, und seitdem ist jede Vernunft aus dem Planungsprozess verbannt“, sagte Gasse.

OBM Jung für Standort im Osten

Auf Drängen von Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft und Jens Hermann-Kambach (Die Linke) zur Zukunft eines Gymnasiums im Kerngebiet des Stadtbezirks Ost erklärte Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD), dass eine Machbarkeitsstudie dazu in Auftrag sei. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ergänzte: „Wenn Leipzig weiter so wächst wie bisher, wird es ein Gymnasium im Osten geben.“

Die Meinungen für und wider den Standort Gorkistraße gingen quer durch die Fraktionen. Am Ende stimmten 40 Abgeordnete für den Baubeschluss, 13 dagegen und elf enthielten sich der Stimme. In Sachen attraktives Schulprofil deutete sich noch in der Sitzung überraschend eine Lösung an: Margitta Hollick schlug vor, dass Schönefeld ein zweisprachiges Profil „Englisch-Deutsch“ anbieten könne. Fabian bestätigte, dass die Gespräche dazu laufen.

Evelyn ter Vehn

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