Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Stadtrat vor Entscheidung zur Linie 9 – Linke fordern neuen Nahverkehrsplan

Debatte um die Straßenbahn Stadtrat vor Entscheidung zur Linie 9 – Linke fordern neuen Nahverkehrsplan

Der Stadtrat wird sich am 28. Oktober erneut mit der Linie 9 beschäftigen, die mit dem Fahrplanwechsel durch einen Bus ersetzt werden soll. Ein Votum über die Stilllegung der Strecke steht aus. Mittlerweile hat die Stadt Daten vorgelegt: So müssten in fünf Jahren etwa 13,1 Millionen Euro investiert werden.

Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: Die Linie 9 verkehrt ab 28. November nicht mehr am Wildpark. Der Leipziger Stadtrat muss dies aber noch absegnen.
 

Quelle: Foto: André Kempner

Leipzig. Irgendwie ist es ja längst beschlossen: Im September hat der Stadtrat den Weiterbetrieb der Linie 9 vom Connewitzer Kreuz nach Markkleeberg abgelehnt (die LVZ berichtete). Hintergrund: Der Streckenabschnitt wird mit dem Fahrplanwechsel durch die Buslinie 70 ersetzt, die alle zehn Minuten im bisherigen Linienverlauf fahren soll. Landkreis Leipzig und Stadt Markkleeberg bezahlen den Betrieb der Straßenbahn nicht mehr, haben sie quasi abbestellt. Der Leipziger Stadtrat verlangte konkrete Daten und zumindest, vor der Entscheidung über Änderungen im ÖPNV-Netz keine vollendeten Tatsachen zu schaffen. Die Debatte steht nun auf der nächsten Tagung am 28. Oktober an. Und die Verwaltung hat zumindest Zahlen geliefert: Seit Eröffnung des City-Tunnels im Dezember 2013 verlor die Linie auf der Strecke zwischen Leipzig und Markkleeberg 25 Prozent der Fahrgäste. Der Erhalt der Straßenbahninfrastruktur sei daher „nicht mehr zu rechtfertigen“, heißt es in dem Papier für den Rat. Der kurzfristige Investitionsbedarf, um die komplette Strecke zu erhalten, würde in den kommenden fünf Jahren bei 13,1 Millionen Euro liegen. Die Konsequenz: Die Linie 9 fährt ab 28. November zum S-Bahnhof Connewitz, die Linie 70 wird bis Markkleeberg verlängert – damit sind der Wildpark sowie das zu Leipzig gehörende Wohngebiet „Am Wolfswinkel“ angeschlossen. Was einzelnen Stadträten aufstößt: Eine Variante, wie die Straßenbahn auf Leipziger Gebiet erhalten werden könnte, wurde gar nicht erst untersucht.

Was wird aus der Option, wie von Leipzigern in einer Petition gefordert, die Bahnlinie perspektivisch bis hin zum Cospudener See zu verlängern? Bereits im Dezember 2015 soll eine Firma im Auftrag der Deutschen Bahn die Gleiskreuzung in der Rathausstraße in Markkleeberg demontieren. Eine Verlängerung der Strecke ist damit nicht mehr möglich. Also doch vollendete Tatsachen? „Auf Bitten der Stadt Markkleeberg haben wir langfristig begonnen, die Planungen aufzunehmen“, sagt Marc Backhaus, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), auf LVZ-Nachfrage. Markkleeberg wolle den Bereich an der Bahnhofsstraße umgestalten, die LVB sie verpflichtet, nicht mehr genutzte Anlagen wie Stromleitungen rückzubauen. Die DB Netz hat daraufhin einen möglichen Rückbau für Dezember vorgeschlagen, weil sie ihre Strecke sperren muss.

Die Gleise zwischen Connewitz und Forsthaus Raschwitz bleiben aber drin. Bevor die wegkommen, muss der Leipziger Stadtrat quasi die Weichen stellen. Seit den 1990er Jahren gab es an den Gleisen nur Notreparaturen. Sie sind so verschlissen, heißt es intern, dass sie bei einer Wiederinbetriebnahme und möglichen Verlängerung der Straßenbahn Richtung Cospudener See ohnehin ausgewechselt werden müssten. Das ist aber Zukunftsmusik, die der Rat in einem neuen Nahverkehrsplan klären müsste. Dessen Fortschreibung mit breiter Beteiligung der Öffentlichkeit – beispielsweise in Workshops – fordern die Linken in einem Stadtratsantrag ein. Die letzte Korrektur stammt aus dem Jahre 2007 – seitdem haben sich die Rahmenbedingungen in Leipzig erheblich verändert. Mehr Schülerverkehr, eine wachsende Stadt, eine älter werdende Bevölkerung, aber auch zusätzliche Angebote durch die S-Bahn sind da Stichworte. Die Stadt müsse sich auch hinsichtlich der Finanzierung, so die Linken, zu ihrer Verantwortung bekennen, einen leistungsfähigen Nahverkehr anzubieten. Eine erste Änderung haben die LVB bereits vor: So wird ab 28. November an Samstagen zwischen 10 und 18 Uhr auf allen Straßenbahnlinien (außer Linie 14) ein 10-Minuten-Takt eingeführt.

Von Mathias Orbeck

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr