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Lokales Stadtreinigung erarbeitet Konzept: Hälfte der Leipziger Wertstoffhöfe könnte verschwinden
Leipzig Lokales Stadtreinigung erarbeitet Konzept: Hälfte der Leipziger Wertstoffhöfe könnte verschwinden
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15:10 04.07.2013
Wertstoffhof in der Krakauer Straße in Grünau: Die Leipziger Stadtreinigung hat Probleme, neue Standorte für Müllabgabestellen zu finden. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Das Papier soll im kommenden Jahr der Ratsversammlung vorgelegt werden.  

„Für Leipzig müssten eigentlich zehn Wertstoffhöfe ausreichen“, sagte Ute Brückner, Sprecherin der Stadtreinigung. Allerdings lasse sich eine Halbierung nur dann durchsetzen, wenn die weiter betriebenen Anlagen einen hohen Standard aufwiesen und sich wirtschaftlich sei. Die Stadtreinigung setzt bei ihren Planungen vor allem auf Komfort: Geräumige Areale, wenig Lärmbelastung für Anwohner und geringere Wartezeiten für Nutzer heißen die Schlagworte. Vergleichbare Städte wie Dresden öffnen gerade neun Wertstoffhöfe und hätten damit keine Probleme.

Seit Mai macht ein Transporter der Stadtreinigung alle drei Wochen in drei Eutritzscher Kleingartenanlagen halt, um Gartenabfälle einzusammeln. Der Wertstoffhof Am Flügelrad, auf dem die Kleingärtner ihren Grünschnitt sonst immer entsorgt haben, wurde im Winter geschlossen. Wolfgang Beinhoff, Vorstand des Kleingartenvereins „An der Thaerstraße“, ist aber zufrieden mit der jetzigen Lösung: „Es ist besser, als wenn gar keiner kommt. Das Angebot kommt auch sehr gut an, bisher hat alles bestens geklappt.“

Insgesamt gibt es derzeit noch 18 Wertstoffhöfe in Leipzig. Quelle: André Kempner

Allerdings gibt es unter den Laubenpiepern auch kritische Stimmen, die sich den alten Zustand zurückwünschen. Sprecherin Brückner weist darauf hin, dass an der Schließung kein Weg vorbei geführt habe: „Der Platz musste geschlossen werden, weil dringende Investitionen in den Bodenbelag notwendig gewesen wären.“  Da das Gelände wegen seiner geringen Größe keine Perspektive gehabt habe, sei es geschlossen worden. Auch die im Vergleich mit anderen Wertstoffhöfen geringe Nutzung habe für die Schließung gesprochen. „Man muss dafür sorgen, die Abfallgebühren nicht in die Höhe zu treiben“, betont sie. Zudem befinde sich in der Max-Liebermann-Straße in geringer Entfernung eine Alternative.

Provisorium für Goyastraße

Auch das Aus für den Wertstoffhof in der Goyastraße Mitte im April riss eine kleine Lücke in das Entsorgungsnetz. Der Mietvertrag für das Areal sei gekündigt worden, so Brückner. Auf dem Grundstück entstehen gerade ein Seniorenheim und eine Kindertagesstätte. Als Ausgleich dient nun ein Provisorium vor der Landauer Brücke am Sportforum. Es hat aber nur donnerstags und in geraden Kalenderwochen auch sonnabends geöffnet. Eine dauerhafte Lösung sei noch nicht in Sicht. „Jeder möchte kurze Wege, aber keine Abgabestelle vor der eigenen Haustüre haben“, beschreibt Brückner ein Problem bei der Standortsuche.

Damit steht die Stadtreinigung vor einem Dilemma: Voraussetzung für eine potenzielle Fläche sei ein Mindestabstand zu bewohnten Gebieten. Geeignete Flächen seien jedoch äußerst schwierig zu finden. Mehrere Standorte habe die Stadtreinigung geprüft, ohne Erfolg. Als Musteranlage nennt Brückner den Müllplatz in der Krakauer Straße im Stadtteil Grünau. Bürger hätten dort genug Platz bei der Anfahrt. Wohnhäuser seien dort ausreichend entfernt, so dass Mieter kaum durch belästigt würden.

Felix Forberg

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