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Lokales Stadtreinigung kämpft gegen Müllberge in Leipzigs Parks
Leipzig Lokales Stadtreinigung kämpft gegen Müllberge in Leipzigs Parks
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18:21 01.07.2015
Wenn die Temperaturen steigen, verwandeln sich Leipzigs Parks in Spiel- und Grillplätze. Häufig bleibt hinterher jedoch viel Müll liegen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Endlich Sommer, endlich raus ins Grüne: Wenn die Temperaturen steigen, verwandeln sich Leipzigs Parks in Spiel- und Grillplätze. Auf der einen Seite ist das Lebensfreude pur. Für die Stadtreinigung bedeutet das Hochsaison, denn vor allem im Clara-Zetkin-Park bleibt nach der Party oft der Müll im Grünen liegen. Hot-Spot ist offenbar auch der Turm im Rosental, der mit Zigarettenkippen, Liebesschlössern und Steckdosen am Geländer zeitweise ein skurriles Bild bietet.

Strom wird aus der Installation wohl nicht fließen. Ist das Kunst, oder kann das weg? Bei vielen anderen Hinterlassenschaften auf dem Aussichtsturm im Auwald dürfte das keine Frage sein. Ein generelles Müllproblem weist Stadtförster Andreas Sickert aber zurück: "Wir haben das ganz gut im Griff", sagte er auf Anfrage von LVZ.de. "Kann schon mal sein, dass dort etwas los war, und nicht gleich in der Früh alle Flaschen weggeräumt waren", so Sickert. Aber an der Turm werde im Auftrag des Amts für Stadtgrün und Gewässer durch die Stadtreinigung zweimal wöchentlich kontrolliert.

"Der Clara-Park und der Johannapark sind unsere Brennpunkte", so Jens Dietrich von der Abteilung Grünanlagen bei der Stadtreinigung. Aber auch im Rabet und im Friedenspark, Lene-Voigt-Park, am Schwanenteich in der Stadt oder in der Lenné-Anlage - im Volksmund Schillerpark - gäbe es mittlerweile "enorme Mengen" Unrat. Mit großem Aufwand würde die Ausrüstung für Grillfeste in die Parks getragen, "und leider dann viel davon liegen gelassen", so Dietrich.

Mehr Container - aber auch mehr Müll

Weil Müllbehälter nur zum Teil genutzt werden, setzt Dietrich sein Grünpflege-Personal von 140 Mitarbeitern, "viele in Teilzeit", immer öfter zum Auflesen des Unrats ein. Durch sein Team, das sich eigentlich um die Saisonpflanzungen sowie die Pflege der Grünanlagen und Brunnen kümmern sollte, sei das ohne Unterstützung kaum zu schaffen. Hier kommen die "Blau-Gelben Engel" des Kommunalen Eigenbetriebs Engelsdorf ins Spiel.

Eine Lehre der vergangenen Jahre scheint zu sein: Auch deutlich mehr Müllcontainer kommt gegen die Entsorgungsfaulheit mancher Mitmenschen nicht an. Dabei hat die Stadtreinigung in den vergangenen Jahren aufgerüstet. Standen im Jahr 2002 gerade mal zwei Großcontainer im Clara-Zetkin-Park, sind es aktuell acht, im ganzen Stadtgebiet sogar 21 - jeweils mit einem Volumen von 1,1 Kubikmetern. "Wir haben die Füllstände im Blick, könnten auch noch weitere aufstellen", so Dietrich.

So weit es geht, kommt die Stadt den Parknutzern entgegen. "Wir haben die Container zuerst nur in der Anton-Bruckner-Allee aufgestellt. Das hat wenig gebracht", erklärte der Entsorgungs-Experte. Erst als die Behälter direkt an den Wiesen in den Parkanlagen platziert wurden, landeten die Party- und Picknick-Überbleibsel zunehmend in der Tonne.

To-Go-Kultur in der Tonne

Dazu kommen in Leipzigs grünem Wohnzimmer 73 Papierkörbe. Die seien eigentlich für kleinen Müll, "ein Bonbonpapier zum Beispiel", gedacht. Doch mit der To-Go-Kultur verstopfen laut Stadtreinigung zunehmend Pizza-Kartons und Kaffee-Becher die kleinen Behälter.

Dreimal pro Wochen werden die Papierkörbe geleert, und zweimal wöchentlich fahren die Müllwagen durch die Parks und schaffen die Müllberge aus den Großcontainern ab. Bei Events wie dem Wave-Gotik-Treffen waren die Saubermänner der Stadt täglich unterwegs. Und auch die Spielplätze werden täglich gereinigt.

2014 hatte die Stadtreinigung für die Grünpflege ein Budget von 127.000 Euro. Mit dem steigenden Aufwand für die Müllentsorgung landet das Problem letztlich bei allen, die gern ins Grüne gehen. Jens Dietrich sagt: "Das ist Geld, das für andere Aufgaben wie die Grünpflege nicht mehr zur Verfügung steht." Für kreative Ideen ist er deshalb immer aufgeschlossen. Derzeit werde überlegt, die Großcontainer für die Signalwirkung knallbunt anmalen zu lassen.

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