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Lokales Stadtverwaltung führt verbilligtes LVB-Ticket für Mitarbeiter ein
Leipzig Lokales Stadtverwaltung führt verbilligtes LVB-Ticket für Mitarbeiter ein
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23:09 08.04.2010
Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Es ist ein Fahrschein, dessen Konditionen Arbeitgeber für ihre Belegschaften mit einem Verkehrsunternehmen direkt aushandeln. Das Monatsticket für das Netz der Stadt Leipzig soll den Rathaus-Beschäftigten zum Preis von 39,81 Euro angeboten werden. Gegenüber einer normalen am Schalter erworbenen Monatskarte bedeutet das eine Ersparnis von 146,28 Euro im Jahr. Im Vergleich zur preiswerteren Abo-Monatskarte, die vom Bankkonto abgebucht wird, sind das immer noch 53,04 Euro im Jahr weniger.

"Wir wollen auf diese Weise etwas für die Umwelt tun und dazu beitragen, Verkehr in der Stadt zu vermeiden", begründet der Personalchef die Jobticket-Initiative. In einer Umfrage unter den Beschäftigten haben von 361 Mitarbeitern 44 Prozent erklärt, sie nutzten für ihren Arbeitsweg bereits öffentliche Verkehrsmittel. 40 Prozent fahren mit dem Auto, hochgerechnet auf die komplette Belegschaft würden knapp zehn Prozent das Jobticket-Angebot annehmen - rund 1000 Mitarbeiter.

"Ich hoffe auf einen Nachahmungseffekt", sagt Pörner. Das Potenzial ist gewaltig: 10.000 Menschen sind in Verwaltung und öffentlichen Betrieben beschäftigt, doch nur wenige sind derzeit bereit, auf Bus oder Bahn umzusteigen. Im neuen Technischen Rathaus in der Prager Straße wurde deshalb bereits eine Mobilitätsberatung eingerichtet, die Tipps zum Umstieg gibt.

Die Verkehrsbetriebe (LVB) begrüßen die Entscheidung der Stadt. LVB-Sprecher Reinhard Bohse: "Das Jobticket ist gut für die Umwelt und lohnt sich für alle Beteiligten: Die Arbeitgeber beseitigen Parkplatzprobleme, die Arbeitnehmer können öffentliche Verkehrsmittel preiswerter nutzen und die LVB spart Vertriebskosten." Bereits sechs solcher Firmenverträge, so Bohse, haben die LVB abgeschlossen, unter anderem mit dem Uni-Klinikum, dem Krankenhaus St. Georg und zwei Seniorenheimen. Elf Verträge seien es bei der Deutschen Bahn, etwa mit dem Frachtunternehmen DHL. Die individuellen Preise, die auch von der Zahl der Nutzer abhängen, lägen bei den LVB zwischen 41,58 und 38,48 Euro pro Monat. Mitunter beteiligen sich auch die Arbeitgeber an den Ticketkosten. Leipzig plant das wegen der schwierigen Haushaltslage nicht. Allerdings trägt die Kommune die Vertriebskosten von 9,90 Euro pro Ticket und Jahr. Schließlich hat sie auch etwas davon: Die Tickets werden ja nicht nur privat, sondern auch für Dienstzwecke genutzt. Da spart die Stadt dann Fahrtkosten.

Klaus Staeubert

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