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Lokales Stadtverwaltung will keine Schule an der B 2 in Leipzig-Connewitz
Leipzig Lokales Stadtverwaltung will keine Schule an der B 2 in Leipzig-Connewitz
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00:18 10.12.2016
Zwischen B 2, Focke- und Selneckerstraße sieht die Stadtverwaltung keine Chance für einen Schulbau. Quelle: Google Maps
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Leipzig

Nach Kindertagesstätten will die Stadt nun auch Schulen von privaten Investoren bauen lassen. Sie erhofft sich davon, so in kürzerer Zeit mehr neue Schulen ans Netz zu bringen, und setzt auch darauf, dass die Privaten passende Grundstücke gleich selbst mitbringen. Denn die fehlen der Kommune.

Vor diesem Hintergrund hatte die CDU-Ratsfraktion im September vorgeschlagen, das städtische Grundstück in der Selnecker-/Ecke Fockestraße für den Schulbau zu sichern. Eine Perspektive, die sich ab 2017 durch die Auflösung des Sportvereins Azubi biete, der den angrenzenden Sportplatz bislang nutzte. Mit Mitteln der Schulbauförderung ließe sich dann auch die auf dem Areal befindliche Turnhalle sanieren, die von den Behörden zu Jahresbeginn bereits für den Ballsport gesperrt worden war, so die Intention der CDU. „Wir brauchen im Süden vor allem Grundschulplätze“, begründete deren Stadtrat Karsten Albrecht damals den Vorstoß.

Nach Lage, Größe und Bedarf sei das Grundstück für eine Grund- oder Oberschule „sehr gut für das Stadtgebiet Connewitz/Südvorstadt“ geeignet, reagierte das Dezernat von Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) jetzt auf den Vorschlag. Dennoch lehne die Stadtverwaltung ihn ab. Mehrere Gründe sprächen gegen einen Schulhausbau an diesem Ort. Bei einem Viertel des Areals handele es sich um eine ökologische Ausgleichsfläche für das BMW-Werk, teilte die Behörde mit. Die Hälfte der Fläche befinde sich im Überschwemmungsgebiet der Weißen Elster. Zudem liege das besagte Grundstück im Landschaftsschutzgebiet des Leipziger Auwaldes, sei im Sächsischen Altlastenkataster registriert und aufgrund der Belastungen durch den Straßenlärm nicht als Schulort geeignet. „Eine Weiterentwicklung und Verbesserung der Sportanlage Teichstraße wird unabhängig von der Entwicklung eines Schulstandortes erfolgen“, so das Schuldezernat weiter. „Im Zuge einer Neuverpachtung soll ein Entwicklungskonzept mit konkreten Schritten für die Ertüchtigung der Sportstätte abgefordert werden. In diesem Rahmen ist auch eine Schulsportnutzung zu prüfen.“

Verwunderung darüber bei CDU-Stadtrat Albrecht: „Die Begründung klingt so: Die Idee ist gut, aber wir kaufen lieber ein neues Grundstück.“ Er halte es für problematisch, sagt Albrecht, wenn die Stadt zur Entwicklung ihrer Infrastruktur notwendige Grundstücke als ökologische Ausgleichsflächen blockiere. Die Argumente, dass das Areal in einem Überschwemmungsgebiet liegt und durch die Nähe zur B 2 lärmbelastet sei, wischt Albrecht beiseite: „Das lässt sich baulich alles lösen. Es wäre nicht die erste Schule, die an einer stark befahrenen Straße oder in einem Überschwemmungsgebiet liegt.“

Von Klaus Staeubert

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